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Landwirte wetteifern um die perfekte Furche

Papendorf Landwirte wetteifern um die perfekte Furche

Organisatoren treffen Vorbereitungen für 26. Pflügerwettbewerb in Papendorf / Ein buntes Fest für Bauern und Gäste am Feldrand

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Nico Tabel (39) von der Papendorfer Agrargenossenschaft hat bisher die Lehrlinge fit gemacht für den Pflügerwettbewerb. Diesmal steigt er selbst auf den Traktor und zieht mit sieben Pflugscharen direkt vor der Haustür die perfekte Furche.

Quelle: Fotos: Doris Kesselring

Papendorf. „Ich setze natürlich auf Sieg“, sagt Nico Tabel und steigt lachend vom Traktor. Der 39-Jährige wird zusammen mit Steffen Strempel die Agrargenossenschaft Papendorf beim 26. Pflügerwettbewerb des Bauernverbandes Bad Doberan vertreten. Und der findet direkt vor der Haustür statt: am 22. April in Papendorf.

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Organisatoren treffen Vorbereitungen für 26. Pflügerwettbewerb in Papendorf / Ein buntes Fest für Bauern und Gäste am Feldrand

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Gestern war Feldbegehung. Rund zehn Hektar stellt Steven Hirschberg, Chef der Agrargenossenschaft, für das Leistungspflügen zur Verfügung. Thomas Krüger vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm), das den Wettbewerb seit Jahren unterstützt, hat schon konkrete Pläne mitgebracht: „Dies sind die Parzellen, hier ist der Zuschauerbereich“, erläutert er. Mit moderner Messtechnik werden später die konkreten Eckpunkte der zu beackernden Beete berechnet und am Tag davor genau abgesteckt.

„Alle müssen die gleichen Bedingungen haben“, erklärt Dr. Willi Ring. Der 77-Jährige ist der Hauptschiedsrichter und von Anfang an dabei. Der ehemals selbstständige Landwirt aus Hoben bei Wismar hat schon zu DDR-Zeiten das Leistungspflügen überwacht und dann die Wettbewerbsregeln den neuen Gegebenheiten angepasst. „Die entsprechen den Anforderungen der Praxis“, versichert Ring. Wurde früher nur mit zwei Scharen gepflügt, arbeiten die Landwirte heute mit sieben bis zehn Pflugscharen. Bis sieben Schare sind im Wettbewerb zugelassen.

Zwei Stunden haben die Pflüger Zeit, um ihre zuvor ausgeloste Fläche zu bearbeiten. Die Furchen müssen gleich breit und tief und möglichst gerade sein. Die Arbeitstiefe bestimmt der Hausherr. „20 Zentimeter“, sagt Steven Hirschberg, denn auf dem Feld soll später Mais ausgebracht werden. „Plus, minus zwei Zentimeter“, räumt Schiri Ring ein. Alles müsse manuell gesteuert werden.

Der Bodenbalken dürfe nicht ganz, sondern nur um 135 Grad umgelegt werden, beschreibt Ring die Feinheiten. „Der Boden muss zerbrochen, locker werden, für ein größeres Luftvolumen und mehr Wasseraufnahmevermögen“, erläutert er. Die Gründecke auf dem Acker dürfe nicht vergraben werden, sondern muss sich mit dem Boden vermischen, „ohne dass die organische Substanz sichtbar ist“, sagt der erfahrene Schiedsrichter.

„Wir demonstrieren mit dem Pflügertag, wie gewissenhaft die Landwirte arbeiten“, erklärt Ring. Boden schonen, Kraftstoff sparen. Wasser und Luft in den Acker bringen damit die organische Substanz, Bakterien und Tausende kleine Tierchen, arbeiten kann.

„Wenn wir die im Boden haben, können wir auch gesunde Lebensmittel herstellen“, sagt Ring.

Zum zweiten Mal richtet die Papendorfer Agrargenossenschaft den Wettbewerb aus. Einmal hat ein Lehrling den ersten Platz belegt, ein anderes Mal einen zweiten. Nico Tabel hat die jungen Pflüger bislang darauf vorbereitet. Diesmal zieht er selbst die Furche. Dafür muss der Herdenmanager, der für die 150 Mutterkühe der Agrargenossenschaft zuständig ist, noch einige Übungsrunden drehen. „Der Anfang, die Spaltfurche, ist das Wichtigste“, sagt Tabel. „Das ist nicht so einfach, wie es aussieht.“ Da brauche man viel Gefühl für den Traktor und den Pflug dahinter.

„Wir rechnen mit zwölf bis 15 Pflügern“, sagt Susann Baltzer, Geschäftsführerin des Bauernverbandes. Die Anmeldefrist läuft noch. Vor dem Wettbewerb können sich die Teilnehmer auf einer Übungsfläche eine Stunde lang auf die Gegebenheiten einstellen. 9.30 Uhr ist Start. Für die Besten gibt es Pokal und Präsentkorb. Das unterstützen Sponsoren wie die LMS Agrarberatung.

Rund um den Pflügerwettbewerb erwartet die Zuschauer ein vielfältiges Programm. Landtechnik wird vorgeführt, Jagdhornbläser geben den Ton an, Kinder können auf Ponys reiten. Nachdem die Profis ihre Furchen gezogen haben, erleben die Gäste auch Oldtimer-Traktoren und Pferdegespanne mit Pflügen auf dem Feld. „Es wird eine große Party mit motivierten Landwirten, die auf viele Zuschauer und Sonnenschein hoffen“, sagt Baltzer.

Startschuss fällt am 22. April um 9.30 Uhr

Zum 26. Mal veranstaltet der Bauernverband Bad Doberan einen Pflügerwettbewerb. Der Startschuss fällt am 22. April um 9.30 Uhr an der Agrargenossenschaft Papendorf. Mit Beet- und Drehpflügen ziehen die Landwirte ihre Furchen auf insgesamt 10 Hektar Fläche. Nach dem Wettbewerb gehen auch Oldtimertraktoren und Pferdegespanne mit Pflügen in die Spur. Auch eine Technikschau, Ponyreiten, Jagdhornbläserauftritte gehören zum Programm. Viele Gäste sind willkommen.

Doris Kesselring

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