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Langer Weg zum Turbo-Internet

Güstrow Langer Weg zum Turbo-Internet

Für den Landkreis stehen 148 Millionen Euro Bundesförderung bereit / Einigen Gemeinden dauert es zu lange / Sie suchen Lösung mit privatem Anbieter

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Nun kann der ganze Kreis versorgt werden mit Breitband-Internet.Dr. Wolfgang Kraatz, 1. Stellvertreter des Landrats

Güstrow. Das schnelle Internet soll kommen. Bis 2018 sollen in Deutschland flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde verfügbar sein. Dafür hat die Bundesregierung 2015 ein Förderprogramm aufgelegt, in dem inzwischen rund vier Milliarden Euro für den Breitbandausbau in unterversorgten Regionen bereitstehen. 827 Millionen Euro sind in den ersten beiden Förderwellen für Mecklenburg-Vorpommern bewilligt worden – so viel Fördergeld hat derzeit kein anderes Bundesland.

 

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Bis die schnelle Internetwelle in den Dörfern ankommt, vergehen Jahre.Eduardo Catalan, Bürgermeister

Für den Landkreis Rostock konnten davon rund 148 Millionen Euro eingeworben werden. Der Kreis hatte sich an allen drei Förderrunden beteiligt. Am Dienstag konnte der stellvertretende Landrat, Dr.

Wolfgang Kraatz, die letzten vier Förderbescheide von Bundesminister Alexander Dobrindt in Berlin entgegennehmen. Damit können nun auch die vier noch nicht geförderten Regionen an der Ostseeküste, in Güstrow, Bützow und dem Amt Krakow am See mit Glasfaserkabel erschlossen werden. „Wir freuen uns, dass nun der gesamte Landkreis Rostock mit Hilfe der Bundesförderung flächendeckend mit Breitband-Internet versorgt werden kann“, erklärt Kraatz. Gebiete rund um Neubukow, Rerik, Kühlungsborn, Bad Doberan, Graal-Müritz, Bentwisch und Roggentin sollen nun ans Turbo-Internet angeschlossen werden.

Bis zu 70 Prozent der Kosten eines Ausbauprojektes übernimmt der Bund. Weitere Mittel steuert das Land bei. Im Landkreis stehen damit insgesamt rund 199 Millionen Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung. Kraatz betont, dass an der rechtlichen und technischen Realisierung des anspruchsvollen Förderprogrammes intensiv gearbeitet werde. „Dazu haben wir einen Ingenieur zur Unterstützung unseres Breitbandkoordinators eingestellt und wollen mit Hilfe von Beratern die notwendigen Bau-Ausschreibungen auf den Weg bringen“, kündigt Kraatz an.

Landesweit stagniert die digitale Wende. Der Baustart des Breitbandprojektes ist noch immer nicht vollzogen. Erst Ende März sollen die Bagger anrollen, um im Norden der Insel Rügen neue Leitungen für das schnelle Internet zu verlegen. Bis Herbst werde dann in weiteren Landesteilen mit den Arbeiten begonnen, hatte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) vor Tagen in Aussicht gestellt.

Einige Kommunen im Landkreis Rostock sind inzwischen von den vollmundigen Ankündigungen genervt. Langsames Internet kostet sie Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, denn Firmen wandern ab. So beispielsweise in Admannshagen-Bargeshagen. „Wir haben Internet-Probleme und schon einige Unternehmen verloren“, ärgert sich Bürgermeister Eduardo Catalan. „Das bedeutet Einbußen für unsere Gewerbesteuer.“ Bis die schnelle Internetwelle in seinen Dörfern angekommen sei, könnten noch Jahre vergehen, meint Catalan. „Wenn wir förderfähig sind, stehen erstmal Beratung, Ausschreibung und ganz zuletzt Baumaßnahmen an“, sagt er.

Da gehe die Gemeinde lieber den Weg mit dem privaten Anbieter „Deutsche Glasfaser“. Der sichert das schnelle Internet schon zum Sommer dieses Jahres zu und zwar mit einem Leistungsvolumen von 200 Mbit pro Sekunde für jeden Haushalt. Ohne Steuergelder will die „Deutsche Glasfaser“ ein modernes Glasfasernetz aufbauen und wirbt dafür in mehreren Gemeinden der Landkreise Rostock und Nordwestmecklenburg. Voraussetzung: 40 Prozent der Haushalte entscheiden sich für das Produkt. Dann lohne der Aufwand.

In Admannshagen-Bargeshagen wirbt der Anbieter schon eifrig um Kunden. Gestern Abend gab es dazu eine Informationsveranstaltung. „Wenn wir die 40 Prozent in den nächsten Wochen erreichen, hängen wir im Sommer am schnellen Netz“, sagt Bürgermeister Catalan und hofft auf den „Erstliga-Bonus“, schließlich wolle der private Anbieter in der ersten Gemeinde mit besten Ergebnissen punkten.

Auch die Gemeinde Ziesendorf hat die Absicht, mit der „Deutschen Glasfaser“ die schnelle Internetwelle einzufangen. Zu „schwammig“ seien die Aussagen von Bund, Land und Kreis, erklärt Bürgermeister Thomas Witt. „Wohngebiete, die schon 30 Mbit pro Sekunde erreichen, sind von der Bundesförderung ausgeschlossen“, sagt Witt. Das beträfe die neuen Siedlungen in Buchholz und Ziesendorf. Außerdem verspräche das Bundesprogramm eine Mindestversorgung von 80 Prozent der Haushalte, der private Anbieter aber 97 Prozent, „und wir wollen flächendeckend“. „Die legen los, sobald sich 40 Prozent der Kunden entschieden haben“, sagt Witt, „da wären wir in einem Jahr fertig.“ Die ersten Reaktionen der Einwohner seien positiv. Im ersten Jahr werde der Vertrag mit der Deutschen Glasfaser subventioniert, im zweiten Jahr müsse der volle Beitrag gezahlt werden, danach habe jeder freie Anbieter-Wahl.

Bundesförderprogramm

Mit dem Bundesförderprogramm werden Ausbauprojekte gefördert, die eine Versorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde erreichen. Dafür stellt der Bund über vier Milliarden Euro zur Verfügung.

Der Landkreis Rostock beginnt demnächst mit den Ausschreibungen für die Gebiete aus der ersten Förderrunde. Dies betrifft die Regionen zwischen Klein Kussewitz und Gelbensande, Jürgenshagen und Warnow und dem Großraum Tessin (Karte der Fördergebiete unter www.landkreis-rostock.de). Die Breitbandanschlüsse sollen von Anfang an leistungsfähig sein, daher würden die Ausschreibungen mindestens 100 Mbit pro Sekunde fordern, das sei deutlich mehr als der Bund mit 50 Mbit erreichen wolle, heißt es aus dem Landratsamt. Insgesamt hat der Kreis 148 Millionen Euro Bundesfördermittel erhalten, plus Landesförderung stehen 199 Millionen Euro zur Verfügung.

Doris Kesselring

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