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„Lebensbaum 16“: Stadt legt Abriss auf Eis

Rostock-Toitenwinkel „Lebensbaum 16“: Stadt legt Abriss auf Eis

Unterstützer des Vereins Soziales Rostock und KOE kündigen Gespräche über Zukunft des SBZ Toitenwinkel an

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Abriss oder Sanierung durch einen Verein: Noch ist unklar, was mit dem Gebäude in Toitenwinkel passiert.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock-Toitenwinkel. Der Verein Soziales Rostock muss weiter um das einstige Stadtteilbegegnungszentrum (SBZ) Toitenwinkel bangen: Die Bürgerschaft hat eine Beschlussvorlage des Stadtentwicklungsausschusses abgelehnt. Mit der sollte Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) dazu verpflichtet werden, so lange keinen Abriss in Auftrag zu geben, bis die Bürgerschaft darüber abgestimmt hat, ob die Stadt mit dem Verein über einen Kauf des SBZ verhandeln soll. Diese Entscheidung hatte die Bürgerschaft zuvor auf ihre Junisitzung vertagt. „Bis dahin könnten theoretisch jederzeit die Bagger anrollen. Wir müssen uns jetzt auf das Wort der Stadt verlassen. Sie hat versprochen, nicht vorschnell Tatsachen zu schaffen“, sagt Ellen Fiedelmeier, Fraktionsmitglied der Linken.

Die Politikerin unterstützt den Verein Soziales Rostock. Der will das frühere SBZ „Lebensbaum 16“ kaufen und neu beleben (die OZ berichtete). Dafür haben rund 25 Vereinsmitglieder ein Kombi-Modell erarbeitet: Auf zwei Etagen sollen bezahlbare Wohnungen für 30 bis 40 Mieter entstehen. Im Erdgeschoss ist ein soziokulturelles Zentrum geplant, inklusive Gemeinschaftsbüros für Vereine, Ateliers, Veranstaltungsräume und Café, erklärt Ellen Fiedelmeier. So soll ein Treffpunkt für alle Generationen entstehen. „Gerade in einer Plattenbausiedlung wie Toitenwinkel ist so ein Ort wichtig. Wir brauchen nicht nur Wohnungen, sondern auch ein lebenswertes Umfeld.“

Für das ehrgeizige Projekt sind rund etwa 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Die Summe will der Verein bis 2018 durch Spenden, Bank-Finanzierung und die Gründung einer Wohngenossenschaft aufbringen.

Wenn’s klappt, könnte das SBZ bis 2020 komplett saniert werden, erklärt Fiedelmeier. Erste Räume wolle der Verein Soziales Rostock aber schon dieses Jahr anmieten und beziehen. Quasi als Testlauf für sein Kombi-Konzept.

Die Stadt hat für die Immobilie allerdings andere Pläne: Sie will das alte SBZ abreißen. An seiner Stelle sollen drei Blöcke mit 60 bis 80 Wohnungen gebaut werden. Das Fördergeld für den Abriss stünde bereit, sagt Nico Seefeldt, Sprecher des städtischen Eigenbetriebes Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). „Sie könnten aber auch noch im nächsten Jahr abgerufen werden. Den Abriss haben wir vorerst auf Eis gelegt.“ Das Gebäude dem Erdboden gleichzumachen, wäre aktuell ohnehin nicht möglich, denn bis Juni wird es noch vom DRK-Kindergarten genutzt. Was danach mit dem SBZ passieren soll, darüber wolle die KOE mit dem Verein diskutieren, kündigt Seefeldt an.

Auf ein konstruktives Miteinander hofft auch Ellen Fiedelmeier. Sie drängt auf zeitnahe Gespräche. „Andere Städte machen es vor: Gemeinsames Planen und Entwickeln mit den Bürgern – das ist die Zukunft.“ So sehr sie sich auch wünsche, dass der Neustart für das alte SBZ gelingt, so recht daran glauben kann sie nicht. „Ich habe das Gefühl, dass es bei der Politik keine Mehrheit dafür geben wird.“

Gegner hatten vor allem hinsichtlich Projektfinanzierung Bedenken angemeldet. Gelinge die nicht, wäre Toitenwinkel um eine Bauruine reicher, hieß es.

Günstiger mieten

2,75 Millionen Euro , so viel könnte es nach Angaben des Vereins Soziales Rostock kosten, im früheren Stadtteil- und Begegnungszentrum Toitenwinkel eine Kombination aus sozialem Wohnen, Begegnung, Kultur und Bildung umzusetzen. Die Stadt hingegen will auf dem Grundstück drei neue Wohnblöcke bauen lassen. In denen müssten Mieter mindestens 8,50 Euro pro Quadratmeter zahlen, kritisieren die Linken. Bei einer Sanierung des Zentrums und gleichzeitiger Gründung einer Wohnungsgenossenschaft wäre ein Quadratmeterpreis von 6,50 Euro möglich, heißt es.

Antje Bernstein

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