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Leere Traditionswerkstatt bekommt eine Zukunft

PETSCHOW Leere Traditionswerkstatt bekommt eine Zukunft

Dirk Below ist mit seiner Kraftfahrzeugwerkstatt umgezogen und haucht dem alten Betriebsgelände Zur Kösterbeck 6 neues Leben ein

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Dirk Below auf einem alten Kinderroller in seiner Sammlung historischer Fahrzeuge.

Quelle: Michael Schißler

Petschow. Die Adresse hat Tradition. Zur Kösterbeck 6 in Petschow — dort hat zu Zeiten der ehemaligen DDR Manfred Müller Karosserien für Trabanten gebaut, außerdem hatte er dort einen Lada-Service. Zeitweilig wurde in der Vergangenheit lediglich die Lackiererei genutzt — doch jetzt hat dort Dirk Petschow seine Kraftfahrzeugwerkstatt hin verlagert. „Das ist nur ein paar Häuser weiter“, sagt Below, der vorher seinen Betrieb in der gleichen Straße hatte.

Als Kfz-Betrieb auf dem Land reparieren wir auch Radlader.“Dirk Below,

Firmeninhabern

Als Ein-Mann-Betrieb hat Below dort sein Unternehmen aufgebaut, im Jahr 2002 fing er an. „Im September habe ich dann schon den ersten Lehrling eingestellt“, erinnert er sich. Dieser habe noch unter der gebrauchten Hebebühne gestanden, mit der Below seine Werkstatt aufgebaut habe. Der Mann gehört heute noch zu seinem Team.

„Dabei habe ich auch die Unterstützung des Dorfes gehabt“, sagt Dirk Below. „Jeder, der mich kannte, kam auch zu mir.“ Und viele kennen Below, der zunächst in Pankelow Tierzüchter gelernt hat und sich später in der Abendschule zum Schlosser umschulen ließ. Für seinen Nachbarn, den Garten- und Landschaftsbauer Helmut Schingen, arbeitete Below zunächst als Polier und wartete später die Fahrzeuge des Betriebes. „Ich war nicht einen Tag arbeitslos“, sagt Dirk Below. Das wird auch auf seine Flexibilität zurückzuführen sein. „Wir können nicht nur Pkw, sondern auch Transporter und Radlader reparieren — wir haben uns hier auf unseren Markt eingestellt“, sagt der Firmeninhaber, der im März des vergangenen Jahres das Grundstück und das neue Betriebsgebäude gekauft hat. „Jetzt haben wir auch eine Lackiererei und eine Meisterin dafür“, so Below, „nun können wir alle Reparaturen selbst machen.“

Allerdings war der Weg bis dahin nicht ganz leicht. „In den vergangenen Monaten habe ich mich fast nur um die Sanierung des Gebäudes hier gekümmert“, sagt der Petschower. „Wir haben einen neuen Kundenraum geschaffen und Parkplätze vor dem Betrieb. Und natürlich haben wir auch in der Werkstatt alles auf Vordermann gebracht.“ Die Ausstattung ist seit der Gründung ebenfalls gewachsen. Below hat jetzt sechs Hebebühnen im Einsatz. Zwei Gesellen und zwei Lehrlinge reparieren und warten die Kundenfahrzeuge, so, wie es bisher auch war. Auch er selbst und seine Frau arbeiten mit. Außerdem:

„Einer meiner Gesellen ist in der Meisterausbildung.“

Mit dem Umzug stellt Below auch die Weichen für die Zukunft des ländlichen Betriebes. „Mein Sohn hat eine Werkstatt in Sanitz“, sagt der 50-Jährige. „Er hat ebenso viel Freude an der Technik wie ich — und er ist die nachfolgende Generation.“

Die Folgen seiner Technik-Liebhaberei können sich die Kunden des Unternehmens im Service-Bereich ansehen, dort hat Below historische Motorräder und Autos ausgestellt, die durchaus ihre Betrachter finden. Below erinnert sich gern an seine Jugend in Petschow, „als wir eine alte SR2 aus dem Schrott gesammelt haben und so lange gefahren sind, bis der Abschnittsbevollmächtigte gekommen ist“. Das zeigt dann auch seine Verbundenheit zur Technik. Als Unternehmer ist Below froh, „nicht gleich nach der Wende mit dem Aufbau eines eigenen Betriebs begonnen zu haben.“ Die Vorstellungen vieler in der Kraftfahrzeugbranche seien damals zu groß gewesen, dabei habe es an Aufträgen gefehlt. „Das ist heute anders“, sagt Below. „Heute haben wir Aufträge, aber jetzt suchen wir nach Personal.“

Petschower rollen mit alten Fahrzeugen in den Mai

Petschow. Um alles, was rollt und alt ist, geht es, wenn Dirk Below und sein Sohn René zu großem Oldtimertreffen mit Tanz in den Mai am 30. April auf das Betriebsgelände in Petschow einladen. „Willkommen sind dabei alle Fahrzeuge — vom Fahrrad bis zum Traktor, die älter als dreißig Jahre sind“, schreiben die beiden in ihrer Einladung.

„Ich habe in der Branche der Kraftfahrzeugbetriebe in der Region hier immer wieder gesehen, was da noch in den Werkstätten und in den Hallen steht“, sagt Dirk Below. „Das müsste auch den Bewohnern der Region einmal gezeigt werden.“ Deswegen lädt er zu dem Treffen ein. „Nach der Wende wurde in vielen Dörfern einfach ein Schrottcontainer aufgestellt, und die Leute haben alles weggeworfen, was eigentlich noch fuhr“, erinnert sich Below. „Ich selbst habe an solchen Schätzen niemals vorbei gehen können, ohne etwas mitzunehmen.“ Neben seiner Ausstellung in seinem Betrieb besitzt er noch einen Trabant, einen Trabant-Kübel und einen VW-Käfer. Oldtimertreffen: Sonnabend, 30. April, 10 Uhr, Zur Kösterbeck 6, am Abend Tanz in den Mai

Von Msc Michael Schißler

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