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Leinen los: Segler erobern Warnow und Ostsee zurück

Stadthafen Leinen los: Segler erobern Warnow und Ostsee zurück

Hunderte Rostocker sind am Wochenende wieder in See gestochen / Liegeplätze in der Hansestadt bundesweit immer begehrter / Warnemünder Woche erstmals im Stadthafen

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Tauften am Sonnabend ihr Segelboot auf den Namen „Nordwind“: Norbert und Christel Bollmeyer aus Rostock.

Stadthafen. Sie haben ein neues Schiffssicherheitszeugnis. Sie haben über den Winter 7000 bis 8000 Stunden Arbeit in die Wartung ihres Traditionsseglers „Santa Barbara Anna“ gesteckt.

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Hunderte Rostocker sind am Wochenende wieder in See gestochen / Liegeplätze in der Hansestadt bundesweit immer begehrter / Warnemünder Woche erstmals im Stadthafen

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Vor zwei Wochen haben sie die Segel angenäht. Doch die Feuertaufe steht der Crew erst bevor. „Heute ist ein ganz wichtiger Tag für uns“, sagt Skipper Gerd Simonn.

Bei schwachem Wind und Sonne stach die „Santa Barbara Anna“ am Sonnabend in diesem Jahr erstmals in See — so wie die meisten der rund 1500 Segler in Rostock. Die Folge: Dichtes Gedränge auf der Warnow. Auch Ruderer tummelten sich hier.

Der Wassersportstandort Rostock wird bundesweit immer beliebter. So machen inzwischen Segler und Motorbootfahrer aus ganz Deutschland an den drei Schwimmstegen des kommunalen Wohnungsunternehmens Wiro fest. „Von Jahr zu Jahr steigt das Interesse an unseren Liegeplätzen“, sagt Hafenmanagerin Anke Anderssohn. Von den 230 und 172 Plätzen in Schmarl und Gehlsdorf seien die meisten schon vermietet, die 71 Plätze an den Hafenterrassen im Stadthafen sogar ausgebucht.

Auch leistungsmäßig ist das Segeln in Rostock auf einem guten Weg, sagt Gunnar Kraatz. Er ist der Vorsitzende des Rostocker Regatta Vereins (RRV) — dem Dachverband der Segelvereine in der Hansestadt.

Dieser war 2012 gegründet worden, um Segler gezielter zu fördern und nationale sowie internationale Regatten nach Rostock zu holen. Das gelinge laut Kraatz auch. „Bei den Qualifikationsregatten der Optis vor Warnemünde zur Europa- und Weltmeisterschaft lagen die Rostocker relativ weit vorne. Der Nachwuchs kommt“, sagt er. Und in der zweiten Bundesliga peile der Akademische Segelverein Warnemünde in diesem Jahr den Aufstieg an.

Höhepunkte in diesem Jahr sind die Warnemünder Woche (2. bis 10. Juli), die Europameisterschaft im Starboot (12. Juli bis 17. Juli) und die Hanse Sail ( 11. bis 14. August). Bei der Warnemünder Woche wird erstmals auch das Segelstadion im Stadthafen genutzt. Vom 2. bis 4. Juli findet hier das Kick-Off der Deutschen Junioren Segel- Liga statt. „Wir haben damit einen neuen Hotspot und schlagen die Brücke in die Stadt“, sagt Jürgen Missing, Organisationsleiter der Warnemünder Woche.

Zwei Probleme bereiten den Seglern jedoch Sorgen. So sei die Weiterfinanzierung des Vereinssportlehrers beim RVV noch ungeklärt, sagt Kraatz. Und auch für die marode Steganlage in Warnemünde müsse eine Lösung her. Hier soll ein runder Tisch den Durchbruch bringen. Die Segler fordern die Freigabe des Sperrgebiets auf der Holzplattform und Bestandsschutz für Vereinsheime am Alten Strom. Ausgang offen.

Positiv endete das erste Segeltraining der „Santa Barbara Anna“, die in diesem Jahr 65 Jahre alt wird. Die 20-köpfige Crew übte zunächst Segelmanöver, wie Wenden und Halsen. „Wir haben dreieinhalb Kilometer laufendes Tauwerk“, erklärt Skipper Simonn. Die Abläufe müssten daher einstudiert werden — und auch im Notfall sitzen. „Feueralarm“ und „Mann über Bord“ gehörten daher zum Trainingsprogramm. Blasen an den Fingern inklusive. „Wer die am Ende nicht hat, der hat nicht richtig mitgemacht“, sagt Olaf Kalweit. Er ist Vorsitzender des Betreibervereins „Bramschot“.

Michael Grusdat war das erste Mal dabei. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagt der 44-Jährige. Zum nächsten Ausbildungstörn Mitte Mai hat er sich bereits angemeldet. „Aber es wird wohl mindestens ein halbes Jahr dauern, bis ich vollwertig mitsegeln kann.“

1500 Segler in Rostock

12 Segelvereine gibt es laut Stadtsportbund in Rostock und Warnemünde. Zehn davon haben sich vor vier Jahren zum Rostocker Regatta Verein (RRV) zusammengeschlossen. Er bündelt die Interessen der Segelvereine, fördert gezielt junge Nachwuchssegler und bemüht sich um die Austragung nationaler und internationaler Regatten. Auch die Hansestadt gehört dem Dachverband an. Sie finanziert einen Segeltrainer und die Klubs zusammen einen Vereinssportlehrer. Laut RRV gibt es rund 1500 Segler in der Hansestadt.

Von André Wornowski

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