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Lichtblick für traumatisierte Kinder

Rostock Lichtblick für traumatisierte Kinder

Auftakt zur OZ-Weihnachtsaktion: „Helfen bringt Freude“ sammelt für „Traum-Camp 4 Kids“

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In jedem Jahr unternehmen die Traum-Camp-Kinder auch einen Ausflug zum Segelschiff „Santa Barbara Anna“. Dies ist ein Erinnerungsfoto der Teilnehmer eines Camps im Jahr 2014, ganz links sitzt Vereinschef und Projekt-Initiator Gunnar Hinrichs. FOTO: CAROLINE VAN RHIJN

Rostock. Die neunjährige Sophie wurde zwei Jahre lang vom Stiefvater missbraucht. Sarah (alle Namen geändert), 13, mag nicht zur Schule gehen, weil sie dort wegen ihres Sprachfehlers gehänselt, gedemütigt, ausgegrenzt wird. Ben, erst 9, muss immer wieder erleben, wie der Vater seine Mutter verprügelt. Leonie (12) hat keinen Vater mehr, er ist vor einigen Monaten an Krebs gestorben.

Es sind Schicksale von Kindern, die nicht Film und Fernsehen entlehnt sind, sondern in unserer Nachbarschaft passieren, in Rostock und Umgebung. Diese Mädchen und Jungen sind oft schwer traumatisiert, sie haben Ängste, Schlafprobleme, Depressionen, Konzentrationsschwächen, Verhaltensstörungen, die von Fachleuten beobachtet und therapiert werden. Doch die Kleinen haben auch Wünsche und Sehnsüchte, die ihre Familien häufig nicht erfüllen können.

Die OZ möchte diesen Kindern – mit Ihnen, liebe Leser – helfen, eine kurze Auszeit zu nehmen vom mitunter leidvollen Alltag. Deshalb sind sämtliche Spenden der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ in diesem Jahr für den Verein „Traum-Camp 4 Kids“ bestimmt. Die ehrenamtlichen Helfer um Projektleiter Gunnar Hinrichs ermöglichen psychisch schwer belasteten und bedürftigen Kindern seit nunmehr drei Jahren eine unbeschwerte Ferienwoche in sogenannten Traumcamps an der Ostsee.

Im August dieses Jahres konnten dies wieder 29 Kinder aus Rostock und dem Umland erleben. Die 7- bis 14-Jährigen hatten eine tolle Ferienwoche im Schullandheim Sassen bei Greifswald und im Landhaus Zarfzow bei Neubukow. Insgesamt waren es schon mehr als 100 vom Schicksal getroffene Kids, die im Traumcamp für kurze Zeit abschalten und wieder Energie tanken konnten.

Vater des Projekts und Initiator ist der Rostocker Gunnar Hinrichs. Wenn er als Streifenpolizist zu Einsätzen häuslicher Gewalt gerufen wurde, rückte er oftmals mit ungutem Gefühl wieder ab. „Wir gehen und das Jugendamt übernimmt“, erzählt der 44-Jährige. „Doch wie geht es den betroffenen Kindern? Wir erfahren es leider nicht.“

Hinrichs, selbst Vater von drei Kindern, will etwas tun. Zusammen mit seiner Frau, Caroline van Rhijn, die als Kreativtherapeutin oft mit solchen Fällen zu tun hat, erarbeitet der Polizeihauptkommissar ein Konzept. Ein Ferien-Camp für Kinder und Jugendliche mit Traumatisierungen, das war das Ziel. „Traum-Camp 4 Kids“ heißt das Projekt nun, das für Minderjährige mit Belastungsstörungen aller Art offen sein soll.

Die ersten Camps 2014 und 2015 wurden noch mit Unterstützung der Deutschen Kinderhilfe organisiert. Doch seit diesem Jahr steht der Rostocker Verein auf eigenen Füßen. Hinrichs hat sich enge Verbündete und Unterstützer gesucht – bei der Universität, bei der Europäischen Fachhochschule, bei Opferschutzverbänden und bei der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt.

Psychologen, Ärzte und Berater vermitteln aus ihrer Praxis Kinder und Jugendliche für das ausschließlich über Spenden finanzierte Projekt. Studenten, Therapeuten und Polizisten gehören zum speziell geschulten ehrenamtlichen Betreuerteam, das im Camp für viele Aktivitäten und Überraschungen sorgt. Hinrichs selbst ist immer dabei, nimmt extra Urlaub und denkt sich vor allem sportliche Herausforderungen für die Kinder aus.

Rund 5000 Euro kalkuliert der Vereinschef für ein Camp. „Der Bedarf ist groß“, betont der Polizist, und er wünscht sich daher noch ein drittes Feriencamp. Außerdem stehe auf dem Wunschzettel der Kinder ein großes Tipi, ein Indianerzelt. „Vielleicht können wir uns das ja dann mit den Spenden der OZ-Leser leisten“, sagt Hinrichs. „Ich bin total glücklich, dass unser Projekt durch die OZ-Weihnachtsaktion unterstützt wird.“

Spendenkonto

Jeder Euro zählt. Das Spendenkonto in der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“: Empfänger: Traum-Camp 4 Kids e.V.

Verwendungszweck: Spende OZ-Weihnachtsaktion

Bank: Ostseesparkasse Rostock

IBAN: DE39 1305 0000 0201 0715 33 Bitte geben Sie ihre Adresse für einen Spendenbeleg auf der Überweisung an. Alle Spender werden mit Namen, ohne Betrag, veröffentlicht. Sollten Sie dies nicht wünschen, vermerken Sie dies bitte auf der Überweisung.

KOMMENTAR

Ihre Spende für ein Stück glückliche Kindheit

Momente des Glücks, des Lachens und der Freude – das wünschen wir uns alle für unsere Kinder. Und zwar nicht nur zum Weihnachtsfest. Doch leider gibt es auch in unserer Hansestadt viele Mädchen und Jungen, die von einer unbeschwerten Kindheit voller schöner Erfahrungen und Erinnerungen nur träumen können. Dafür gibt es viele Gründe: Manche Kinder haben Gewalt erfahren, andere wurden schon in jungen Jahren sexuell missbraucht, oder sie wachsen in prekären sozialen Verhältnissen auf. Genau diesen kleinen Menschen wollen wir in diesem Jahr mit der OZ-Weihnachtsaktion Gutes tun. Sämtliche Spenden für „Helfen bringt Freude“ sind dieses Mal für den Verein „TraumCamp 4 Kids“ bestimmt. Seit drei Jahren lädt der Verein Mädchen und Jungen zu besonderen Ferienlagern an der Ostsee ein, in denen sie Leid, Not und all das Böse, was ihnen widerfahren ist, zumindest für ein paar Tage hinter sich lassen können. Der Verein finanziert diese Fe-

riencamps und den damit verbundenen therapeutischen Ansatz allein aus Spendenmitteln. Jeder noch so kleine Betrag ist ein wichtiger Beitrag, um die Arbeit auch leisten zu können. Spenden Sie bitte für „Helfen bringt Freude“ und helfen Sie uns, allen Kindern in unserer Stadt ein Stück glückliche Kindheit zu schenken. Vielen Dank.

Doris Kesselring

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