Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Lichtenhagen 1992: „Dunkler Fleck der Geschichte“:

Stadtmitte Lichtenhagen 1992: „Dunkler Fleck der Geschichte“:

Rostocker gedachten der Anschläge auf das Sonnenblumenhaus / Vor 24 Jahren griffen Rechtsradikale das Flüchtlingswohnheim an

Voriger Artikel
Sport- und Forschungstaucher untersuchen Wracks
Nächster Artikel
Im Nordosten gibt es außergewöhnliches Eis

Auf dem Markt war die Wanderausstellung zu den Anschlägen in Rostock-Lichtenhagen 1992 zu sehen.

Quelle: Mathias Otto

Stadtmitte. Fensterscheiben klirren, gröhlende Menschenmassen: Was gestern aus den Boxen vor dem Rathaus lief, schilderte genau das, was die Rostocker am 24. August 1992 erlebt haben. Das Bündnis „Rostock Nazifrei“ hatte zu einer Kundgebung unter dem Motto „Lichtenhagen begreifen“ aufgerufen, um an die rassistischen Angriffe auf das sogenannte Sonnenblumenhaus zu erinnern.

Die Original-Tonaufnahmen aus dieser Zeit und eine Ausstellung zogen einige Rostocker auf den Neuen Markt. „Ein dunkler Fleck in Rostocks Geschichte. Ich habe die Bilder von ’92 immer noch vor Augen.

Meine Wohnung war nur ein paar Straßen weiter. Meine Familie erlebte damals hautnah, wie sich die Nazis in unserem Stadtteil versammelt hatten“, sagt Ursula Richter (63). Auch Landtagsmitglied Hikmat Al-Sabty (Linke) besuchte gestern die Veranstaltung. „Ich schüttle immer noch den Kopf, dass damals so viele Entscheidungsträger weggeschaut haben“, sagt er.

Mitorganisator Matthias Siems sprach von einem Lichtenhagen 1992, „das bis heute ein fester Begriff in der Stadt ist und weit darüber hinaus“. „Das Pogrom wirkte wie eine Initialzündung für rechte Gewalttäter, die in den folgenden Jahren immer wieder Häuser anzündeten und Menschen auf offener Straße tot schlugen“, sagte er und erinnerte an die aktuellen Unruhen in Groß Klein gegen geflüchtete Jugendliche. „Im Gegensatz zum Jahr 1992 ist die örtliche Zivilgesellschaft jedoch bereit und in der Lage, schnell zu intervenieren und kann so einer breiteren rassistischen Mobilisierung entgegenwirken“, so Siems. Ecki Brickenkamp, Vorstandsmitglied von „Rat+Tat“ teilte mit, dass der Verein derzeit Gespräche führt, mit dem Ziel, eine Wohnung aus dem Sonnenblumenhaus als Symbol an diese Flüchtlinge zu vermieten.

Mathias Otto

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Landtagsmitglied Mignon Schwenke (Linke)

Breitbandausbau, Tourismusförderung, Zusammenarbeit mit Polen und Stettin, künftige Verwaltungsstrukturen: Die Industrie- und Handelskammer sowie Unternehmer der Region fragen Kandidaten aus

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
„Betty“ im Belagerungszustand

Seit fast einer Woche ist die alte Orthopädie in der KTV besetzt / Eigentümer und Polizei verhandeln mit Besetzern / Abriss könnte jederzeit starten