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Liebenswert trotz Fehler

Liebenswert trotz Fehler

Fast hätte ich ihn versemmelt, den Denkanstoß in der OZ, mit dem ich heute dran bin.

Fast hätte ich ihn versemmelt, den Denkanstoß in der OZ, mit dem ich heute dran bin. Ich hätte meine Kolleginnen und Kollegen enttäuscht, die sich mit mir für diese Rubrik verantwortlich fühlen und womöglich hätte ich sogar die sorgsam gehegte Partnerschaft mit der OZ-Redaktion gefährdet.

DENKANSTOSS

Dorothea Strube ist

Leiterin im Zentrum

Kirchlicher Dienste.

Na ja, vielleicht wäre nicht gleich alles vorbei gewesen, aber vieles stand auf dem Spiel, befürchtete ich im ersten Moment. Und ich hatte nicht einmal eine triftige Entschuldigung. Ich war nicht krank und eine überraschende Katastrophe hatte ich auch nicht zu bewältigen. Ich hatte es einfach vergessen, ein scheußliches Gefühl machte sich in mir breit. So ein Fehler darf mir einfach nicht passieren!

In den kommenden Wochen werden wir so etwas vielleicht häufiger erleben; hoffentlich nicht bei uns selbst, aber bei der Europameisterschaft. Da wird eben auch nicht nur tapfer gekämpft und gesiegt, sondern es passieren auch Fehler und manche Partie wird möglicherweise ebenfalls regelrecht versemmelt.

Das ist eine gute Gelegenheit, die wichtige Tugend der Vergebung zu üben, und zum Glück sind wir dazu oft auch bereit, wenn es um unser Lieblingsteam geht.

Aber mit den Fehlern von entfernteren Kollegen, von Mitarbeitern bei Behörden oder Politikern sind wir häufig nicht so nachsichtig. Ganz zu schweigen von Fehlern, die wir selbst machen. Da legen wir die Latte oft ziemlich hoch.

Dabei ist es eine der wichtigsten Entdeckungen, die ich mit meinem Glauben gemacht habe, dass wir auch dann liebenswert und wichtig für andere sein können, wenn wir Fehler machen und sogar die eine oder andere Partie nach Strich und Faden versemmeln.

Das gilt für alle und auch noch nach dem Finale am 10. Juli. Eine gute Zeit bis dahin!

OZ

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