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Linken-Politikerin wirft Kleingärtnern Rassismus vor

Stadtmitte Linken-Politikerin wirft Kleingärtnern Rassismus vor

Verband wehrt sich gegen Vorwürfe / Schlammschlacht wird Fall für Justiz

Stadtmitte. Es geht um angeblich nicht bezahlte Rechnungen, Rassismus-Vorwürfe und Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft: Ausgerechnet in der Adventszeit droht der Stadtpolitik eine Schlammschlacht. Im Mittelpunkt stehen Nailia Ritter, Bürgerschaftsmitglied der Linken, und Christian Seifert, der Vorsitzende des gut 40000 Mitglieder starken Verbandes der Gartenfreunde. Der Chef der Rostocker Kleingärtner fordert den Rücktritt der Politikerin von allen öffentlichen Ämtern – weil sie Schulden bei zwei Kleingartenvereinen nicht begleichen wolle und statt zu zahlen die ehrenamtlichen Vorsitzenden der Vereine massiv bedroht und diffamiert habe. Ritter hingegen wirft den Kleingärtnern um Seifert eine rassistisch motivierte Kampagne gegen sich vor.

 

OZ-Bild

Seifert will die Kleingärten von Migranten säubern.Nailia Ritter (Linke)

gegenüber der OZ

Ritter hat Schulden bei den Vereinen und diffamiert uns. Christian Seifert,

Kleingarten-Verband

Christian Seifert kann über den Streit mit der Abgeordneten nach eigenen Angaben nur noch den Kopf schütteln. „Es ist beschämend, wie sich das entwickelt“, sagt er. Ausgangspunkt des Ganzen sei ein Streit um Geld: „Frau Ritter schuldet dem Kleingarten- Verein ,An der Mühle’ rund 500 Euro. Unter anderem für Pacht, Strom, Wasser und Mitgliedsbeiträge.“ Mittlerweile habe die Politikerin ihren Garten dort aufgegeben und sei in die Anlage „John Brinckman“ umgezogen. Doch auch dort habe Ritter bereits Schulden beim Verein: „Es geht um 300 Euro für Wasser“, sagt Seifert. Die Vorsitzenden der beiden Vereine und zuletzt auch Seifert selbst hätten versucht, den Streit „im Guten beizulegen“. „Stattdessen wurden ich und die Ehrenamtler beleidigt und verklagt“, so der Verbandschef. Unter anderem habe Ritter Schadenersatzklage gegen einen Kleingartenverein eingereicht: „Der Verein hat ihr das Wasser abgedreht, bis sie die Rechnung bezahlt. Sie hat sich mit einer Gießkanne Wasser beim Nachbarn geholt und dabei angeblich verletzt. Dafür fordert sie jetzt Schadenersatz von uns“, so Seifert. Lächerlich sei das.

Schlimmer seien aus seiner Sicht aber die Unterstellungen der Bürgerschaftsabgeordneten: „Unter anderem sagt Frau Ritter über uns, dass wir alle Faschisten und Rechtsextreme seien. Das lassen wir uns nicht bieten. Das verbitten wir uns.“ Mit allen Mitteln werde sich Seifert vor „seine Vorsitzenden“ stellen. „Auch mir hat sie unterstellt, ein Nazi zu sein.“

Ritter streitet im Telefonat mit der OZ die Auseinandersetzung mit Seifert nicht ab, stellt aber die einzelnen Sachverhalte gänzlich anders daf. Sie habe keine Schulden bei den Kleingartenvereinen.

Das sei eine Lüge von Seifert. Aber ja, sie habe sich tatsächlich im Garten verletzt und dafür auch Schadenersatz geltend gemacht. Aber nicht beim Wasserholen, sondern weil sie gezwungen worden sei, einen 25 Meter langen Graben auszuheben. Auch gegenüber der OZ wiederholte Ritter gestern die schweren Vorwürfe: Sie habe die Kleingartenanlage „An der Mühle“ nur verlassen, weil sie dort Angst um ihr Leben gehabt habe. Die Rostockerin, die in Baku geboren wurde und sich selbst als Migrantin bezeichnet, sei als „Scheiß Ausländerin“ und „Sklavin des deutschen Volkes“ beschimpft worden. Seifert und die Vereinsvorsitzenden würden ihr Amt missbrauchen und Ausreden suchen, um sie loszuwerden. Der Verbandschef würde versuchen, Kleingärten von Migranten „zu säubern“. Beweise legt sie nicht vor, die Wahrheit werde vor Gericht rauskommen.

Die Rostocker Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage gestern lediglich, dass eine Anzeige von Ritter gegen Seifert vorliege. Zum Stand der Ermittlungen äußerte sich die Behörde nicht. Die Fraktion der Linken in der Bürgerschaft geht indes auf Distanz zu ihrem Mitglied Nailia Ritter: „Wir haben als Fraktion und Partei nichts damit zu tun. Es handelt sich um einen privaten Rechtsstreit, und wir halten uns raus“, sagt Parteichefin Eva-Maria Kröger.

Andreas Meyer

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