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Männer im Widerstand: Verräter oder Patrioten?

Stadtmitte Männer im Widerstand: Verräter oder Patrioten?

Ausstellung zum Widerstand gegen das Hitler-Regime und die Geschichte des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD) im Rathaus

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Jan Emendörfer (v. r.) im Gespräch mit Gerhard Fischer und Ernst-Jürgen Lode bei der Eröffnung der Ausstellung im Rathaus.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Geschichte wird lebendig, wenn sie sich dem Menschen widmet, der Geschichten erzählt. Das macht die Ausstellung „Deutschland muss leben, deshalb muss Hitler fallen. Die weltweite Bewegung Freies Deutschland 1943-1945“, die gestern im Rostocker Rathaus eröffnet wurde, in doppeltem Sinne. Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die Gerhard Fischer aus Rostock nach MV geholt hat, und die bis März 2018 in ganz MV zu sehen sein wird, zeigt die Lebensläufe von 19 Widerständlern.

Darunter der General Walther von Seydlitz oder der Kommunist Max Emendörfer, die Widerstand gegen das Hitler-Regime leisteten und 1943 zu den Gründungsmitgliedern des Nationalkomitees Freies Deutschland gehörten. In Rostock holte sich die Ausstellung ein Kind des Widerständlers als Kronzeugen und ließ sogar die Enkelgeneration zu Wort kommen.

Jan Emendörfer (53), ehemaliger Chefredakteur der OSTSEE-ZEITUNG und Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, sagt: „Ich bin nicht Historiker, aber ich nehme für mich in Anspruch, mich mit dem Thema NKFD intensiv beschäftigt zu haben und das hat einen Grund: Mein Vater Max Emendörfer. Er gehörte zu den 38 Gründungsmitgliedern des Komitees.“ Emendörfer war einer der fünf Vize-Präsidenten des Komitees, wurde denunziert, nach Sibirien deportiert und später rehabilitiert. Sein Sohn, der darüber ein Buch geschrieben hat, stellt klar, dass es unterschiedliche Bewertungen in Ost und West zum NKFD gebe, dass das Komitee in seiner Entwicklungsphase unterschiedliche Ziele verfolgt habe und in der DDR später unterschiedlich bewertet wurde. Und: Dass es in Vergessenheit gerät. Emendörfer warnt davor, die Geschichte des Widerstands auf das Attentat am 20. Juli 1944 zu reduzieren. Er sagt: „Im Geschichtsunterricht der Abiturstufe in MV findet das NKFD nicht mehr statt. Wenn die Angaben meiner drei Kinder stimmen, die in Bad Doberan und Rostock Abitur gemacht haben.“

Der 20-jährige Max Emendörfer, Enkel des Widerständlers, der in Halle, der Geburtsstadt seines Vaters, BWL studiert, sagt: „Die Geschichte meines Opas ist auch für junge Leute wie mich erschreckend.

Aber er ist eine Persönlichkeit, zu der wir Kinder aufblicken. Ein Vorbild.“

Michael Meyer

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