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Stadtmitte Männerkuss und Frauenliebe? Ganz normal!

Rostocker Vereine fordern mehr Toleranz für Schwule, Lesben und Transsexuelle

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Vera von Rat+Tat, Ragnar von „Rostock hilft“ und Stefan von CSD Rostock e.V. (v.l.) setzen sich gegen Homo- und Transphobie ein.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Luftballons und Regenbogenfahnen leuchten auf dem Uniplatz. Es sind knallbunte Zeichen für Toleranz, Offenheit und ein respektvolles Miteinander. Gesetzt haben sie gestern mehrere Rostocker Vereine anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie. Die Ehrenamtler machen sich stark, damit Schwule, Lesben und Transsexuelle angstfrei leben und lieben können.

Trotz aller Fortschritte der vergangenen Jahre, die Gleichstellung von Schwulen und Lesben sei bei Weitem noch nicht erreicht, bedauert Ecki Brickenkamp, Vorstandsmitglied vom Verein Rat+Tat. „Es gibt in der Gesellschaft immer noch große Vorbehalte. Ich kenne viele, die sich nicht trauen, sich zu outen.“ Zu groß sei die Angst davor, von der eigenen Familie, Mitschülern, Freunden oder Kollegen ausgegrenzt oder gar angefeindet zu werden. Viele Schwule und Lesben würden lieber mit der Lüge leben als das zu riskieren. Vor allem für junge Menschen sei das extrem belastend. Den Freund verheimlichen, auf öffentliche Küsse verzichten: „Die erste Liebe nicht offen ausleben zu können, das ist ungeheuer schwer“, sagt Brickenkamp. Umso wichtiger sei es, dass die Aufklärungsarbeit in Schulen verbessert werde. Wenn schon Kinder über die vielen Facetten der Liebe und die verschiedenen sexuellen Orientierungen Bescheid wüssten, hätten Hass und Diskriminierung kaum Chancen. Ein Mann, der einen Mann küsst, eine Frau, die eine Frau liebt – „Das ist nichts Schlimmes, sondern ganz normal“, stellt Brickenkamp klar. Das müssten auch diejenigen begreifen, die aus anderen Kulturkreisen stammen. In den vergangenen Monaten sind viele Flüchtlinge aus Ländern nach Rostock gekommen, in denen Homo- und Transsexualität als Krankheiten gelten. „Diesen Menschen müssen wir schon in den Integrationskursen erklären, dass das nicht stimmt und sie Homosexualität akzeptieren müssen, wenn sie bei uns leben wollen.“

Auch unter den Flüchtlingen selbst gebe es Schwule und Lesben. Doch outen würde sich keiner von ihnen, weiß Ecki Brickenkamp. Zu groß sei ihre Scham und die Angst vor Übergriffen. „Aber jeder hat das Recht zu lieben – egal wen.“

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