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Maritime Meile: Ist es Zeit für einen Standort-Kompromiss?

Schmarl Maritime Meile: Ist es Zeit für einen Standort-Kompromiss?

Streit um das Traditionsschiff geht in die nächste Runde / Eine Idee ist nun, das Schiff in Schmarl zu lassen und das maritime Zentrum in den Stadthafen zu setzen

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Gerade der Standort des Traditionsschiffs steht in der Diskussion. Bei der Lichtklangnacht wird es kreativ beleuchtet. Fotos (2): Ove Arscholl

Schmarl. /Stadthafen. Die Diskussionen um das Traditionsschiff und das Maritime Erlebniszentrum reißen nicht ab. Die Befürworter für den Standort Stadthafen und die Fürsprecher für den Iga-Park stehen sich unversöhnlich gegenüber. Dabei scheinen sich Kommunalpolitiker in einem Punkt einig zu sein, sie wünschen sich ein Ende der Debatte.

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Streit um das Traditionsschiff geht in die nächste Runde / Eine Idee ist nun, das Schiff in Schmarl zu lassen und das maritime Zentrum in den Stadthafen zu setzen

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„Mir stehen die Diskussionen über den Standort bis sonst wohin“, sagt Dietmar Droese (Linke), der Ortsbeiratsvorsitzende aus Schmarl. Er ist sich sicher, wenn die Inhalte des Schiffs stimmen, kommen die Besucher. Viele stellen sich die Frage, ob es transportierbar sei. Hier gibt der Gutachter Andreas Hallier Entwarnung: „Mit der richtigen Investition ist viel möglich.“ Der reine Transport würde 10 000 Euro kosten. „Doch es müssen Bereiche der Warnow ausgebaggert und Anschlussstege mit den richtigen Leitungen gesetzt werden“, zählt Hallier auf. Er schätzt, dass man rund drei bis 3,5

Millionen Euro nur für den Standortwechsel investieren müsse. „Das ist viel Geld, das versenkt und nicht in das Schiff gesteckt wird“, sagt Ingrid Bacher (SPD) vom Kulturausschuss.

Für Hans-Joachim Hasse vom Maritimen Rat ist klar, wenn es ein maritimes Erlebniszentrum gibt, dann solle es viele Leute erreichen, nachhaltig sein und an einer optimalen Stelle stehen. „Eine optimale Gesamtlösung für eine maritime Meile – mit Traditionsschiff – ist der Stadthafen“, so Hasse. Da stimmt ihm auch der Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) zu. „Das Traditionsschiff als das bedeutendste schwimmende technische Denkmal muss im Zentrum des Ausstellungskonzeptes stehen. Es ist untrennbar mit den musealen Erlebnisräumen an Land verbunden.“ Und das sehe der OB nun mal ebenfalls nur am Stadthafen.

Nach Ansicht von Andreas Engelmann (Linke) vom Ortsbeirat Schmarl habe sich der OB da in etwas „verrannt“. „Hier zeigt sich eine Arroganz, dass nur Warnemünde und die Innenstadt maritime Zentren sein sollen“, so Engelmann. „Ich bin nicht gegen einen Rahmenplan und nicht gegen eine Entwicklung des Stadthafens, die ist überfällig“, entgegnet auch Iga-Aufsichtsratschefin Karina Jens (CDU). Ihrer Meinung könne man für den Stadthafen durchaus intelligente und maritime Entwicklungsmaßnahmen finden. „Ich kann es nicht nachvollziehen, warum sie davon abhängig sein sollen, dass hier das Schiff liegt.“

Ralph Müller vom Stadtplanungsamt kann hingegen die ganze Diskussion nicht nachvollziehen. Ausgelöst wurde sie unter anderem erneut durch die 2. Fortschreibung des Rahmenplans zur Entwicklung des Stadthafens. „Hier ist nur von einem maritimen Erlebniszentrum die Rede und nicht vom Schiff. Es muss also kein Widerspruch sein“, so Müller. „Geben Sie uns die Gelegenheit, den Stadthafen zu beleben“, bittet der Stadtplaner. Doch zur Diskussion steht nicht nur die Entwicklung des Stadthafens, sondern auch die des Iga-Parks. Und damit nicht genug. In der Bürgerschaft soll in der kommenden Woche entschieden werden, ob es eine Studie zum Vergleich der zwei Standorte geben wird oder ob es, nach einem Antrag der SPD, eine Machbarkeitsstudie nur für den Standort Schmarl geben solle.

Eva-Maria Kröger (Linke) ist dafür, dass eine Studie für beide Standorte in Auftrag gegeben wird. „Sie sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen“, so die Fraktionsvorsitzende. Unabhängig von der Studie müsse ihrer Meinung nach eine Entwicklung des Iga-Parks jedoch weiterhin wichtig sein. Daniel Peters (CDU) glaubt jedoch nicht, dass eine Studie sich für Schmarl aussprechen werde „Das ist aber nur ein Gefühl.“ Dennoch solle man das überprüfen. „Wir prügeln uns seit Jahren um den Standort des Schiffs“, so Peters. Er sei der Meinung, dass es gut wäre, über einen Kompromiss zu beraten. „Wenn Aufwand und Nutzen nicht im Verhältnis stehen, muss man nachdenken.“

Auch im Maritimen Rat gibt es solch ein Umdenken. „An bestimmten Dingen kommt man derzeit nicht vorbei“, erzählt Hasse. Zwar sei Schmarl kein objektiv geeigneter Standort für das Traditionsschiff, doch man müsse für Kompromisse bereit sein. Schließlich wolle man keine Hürden aufbauen, sondern die Idee für Rostock fördern. „Aber landseitig sollen keine Objekte im Park gebaut werden“, betont er.

Er unterstützt den Plan, das Schiff zu fördern und modern aufzuarbeiten. „Das ist sogar standortunabhängig.“

Johanna Hegermann

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