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Maritime Meile wächst am Stadthafen

Stadthafen Maritime Meile wächst am Stadthafen

Es gibt wieder regen Schiffsverkehr auf der Warnow und besetzte Liegeplätze an der Kaikante. Doch die MS „Stubnitz“ bleibt in Hamburg.

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Gisbert Ruhnke steht vor dem bulgarischen Schiff „Royal Helena“, das in Rostock überwintert. Immer mehr Schiffe zieht es in den Stadthafen. Damit diese Tendenz anhält, muss das Hafenbecken jedoch ausgebaggert werden.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann, Hartmut Klonowski

Stadthafen. Jahrelang gab es Unkenrufe aus der Stadt, dass der Stadthafen unattraktiv und unbelebt sei. „Es haben sich viele darüber aufgeregt, wie wenig Schiffe hier liegen“, sagt der Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Doch ein Blick auf die Kaikante verrät, dass sich diese Zeiten geändert haben. „Der gesamte Schiffsverkehr, gewerblich und privat, hat in den letzten Jahren stark zugenommen.“

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Es gibt wieder regen Schiffsverkehr auf der Warnow und besetzte Liegeplätze an der Kaikante. Doch die MS „Stubnitz“ bleibt in Hamburg.

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Gerade seitdem die Pläne, den Stadthafen landseitig zu bebauen, konkreter werden, versuchen der Hafenmeister und seine Truppe verstärkt, Bewegung ins Hafenbecken zu bringen. „Wir haben uns immer schon bemüht. Wir bieten immer an, dass wir hier Platz haben“, betont Ruhnke jedoch. Nun trage dies Früchte. Etwa 400 Sport- und Freizeitboote liegen derzeit im Stadthafen. Zwölf Schiffe würden von hier aus Touren nach Warnemünde oder auf die Ostsee anbieten. Das habe es vor fünf Jahren in dieser Menge noch nicht gegeben. „Vor zwei Jahren hatten wir noch keinen einzigen Verkaufskutter, jetzt sind es drei.“ Seit diesem Jahr gebe es außerdem mit „Ottos“ am Kabutzenhof noch ein zweites Restaurant-Schiff im Stadthafen. „Allein von der alten Neptunwerft bis hin zum Speicher gibt es am westlichen Ufer fünf Marinas, in denen Schiffe unterkommen können.“

Besonders beeindruckend ist derzeit wohl die „Royal Helena“. Der Großsegler aus Bulgarien hat bereits zur Hanse Sail abgesprochen, in Rostock überwintern zu wollen. Die Schlepper „Petersdorf“ und seit diesem Jahr die „Wega“ haben hingegen einen dauerhaften Platz an der Kaikante gefunden. Kaum noch wegzudenken sei der Eisbrecher „Stephan Jantzen“. „Im Sommer liegt hier auch die Santa Barbara Anna“, sagt Ruhnke. Diese hat momentan jedoch wieder ihr Winterquartier im Fischereihafen eingenommen. „Andere Fahrzeuge sind ständig am Kommen und Gehen.“ In den Sommermonaten würden mittlerweile etwa 15 bis 20 Schiffe pro Monat den Stadthafen anlaufen – ausgenommen am Hanse-Sail-Wochenende. Im Winter seien es immerhin noch etwa fünf Fahrzeuge pro Monat. „Von der Seeseite gesehen, sind wir ganz zufrieden mit der Auslastung“, sagt der Hafenmeister. Doch auch landseitig sieht Ruhnke eine deutliche Steigerung.

Die Pläne für den Stadthafen sind noch groß. „Ziel ist es, kleine bis mittelgroße Kreuzfahrtschiffe in den Stadthafen zu holen.“ In dieser Branche sei es wieder modern, die Urlauber direkt in die Städte zu bringen. Dafür biete sich die Warnow an, deswegen wolle man dies perspektivisch auch für Rostock wieder anbieten.

Doch damit diese Pläne in die Realität umgesetzt werden können, muss der Stadthafen ausgebaggert werden. „Wir wollen unsere alten Tiefgänge wieder haben, damit wir auch wieder größere Segler in den Stadthafen kriegen.“ Er hoffe darauf, dass das Hafenbecken tatsächlich noch 2018 ausgebaggert werden kann. Auch die „Stettin“, die in den vergangenen Jahren in den Fischereihafen fahren musste, wolle man zur Hanse Sail in den Stadthafen holen.

Auf einen alten Bekannten müssen die Rostocker jedoch weiterhin verzichten. Die „Stubnitz“ wird auch im nächsten Jahr nicht wieder im Stadthafen liegen. „Wir hatten überlegt, ob wir zum Stadtgeburtstag nach Rostock kommen“, sagt der Projektkoordinator Urs Blaser. Zuletzt hatte das Schiff 2012 im Stadthafen gelegen. „Im Moment gibt es kein realistisches Szenario, dass die Stubnitz wieder nach Rostock kommt“, sagt er klar. Denn auch das ehemalige Fischereischiff kann nicht wieder nach Rostock, so lange das Hafenbecken nicht ausgebaggert wurde. „Das war vor fünf Jahren schon recht knapp.“ Dies ist jedoch nur einer der Gründe, warum die Stubnitz in Hamburg liegen bleiben wird. „Hier haben wir erst einmal Standortsicherheit.“ Die Präsenz in Rostock sei letztlich an dem kulturellen Verständnis in der Hansestadt gescheitert. „Wir haben uns lange bemüht, den Standort zu halten. Wären wir dort geblieben, dann wäre das Schiff untergegangen.“

Für Ruhnke ist dies jedoch kein Problem. „Wenn die Stubnitz kommt, haben wir nichts dagegen.“ So oder so wolle der Hafenmeister weiter an der Entwicklung des Stadthafens arbeiten.

Die Kaikante füllt sich

400 Sport- und Freizeitboote liegen derzeit im Stadthafen. Zwölf Schiffe würden von hier aus Touren nach Warnemünde oder auf die Ostsee anbieten. Es gibt drei Verkaufskutter und zwei Restaurant-Schiffe.

15 bis 20 Schiffe laufen im Sommer pro Monat in den Stadthafen ein – ausgenommen zur Hanse Sail. Im Winter sollen es immerhin noch etwa fünf Fahrzeuge pro Monat sein.

Johanna Hegermann

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