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Maroder Steg: OB soll Stadt, Land und Vereine an einen Tisch holen

Warnemünde Maroder Steg: OB soll Stadt, Land und Vereine an einen Tisch holen

Wassersportler fordern Aufhebung des Sperrgebietes auf der Holzplattform / Taucher und Kuttersegler wollen Baracke am Alten Strom zum maritimen Zentrum umbauen

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Die gesperrte Holzplattform im Warnemünder Yachthafen befindet sich hinter dem Zaun. Sie fehlt als Aufstellfläche.

Quelle: Ove Arscholl

Warnemünde. Eine schnelle Lösung für die marode Steganlage, die Freigabe des Sperrgebiets auf der Holzplattform und Bestandsschutz für Vereinsheime am Alten Strom — an die Stadt haben Warnemündes Wassersportler klare Forderungen. Zumindest teilweise gibt es für die jetzt Rückenwind: Der Sportausschuss nimmt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) in die Pflicht.

 

OZ-Bild

Die gesperrte Holzplattform im Warnemünder Yachthafen befindet sich hinter dem Zaun. Sie fehlt als Aufstellfläche.

Quelle: O. Arscholl

Teure Baustelle

2,8 Millionen Euro würde eine Sanierung der baufälligen Steganlage mindestens kosten.

Die Holzplattform zwischen Yachthafen und Altem Strom gehört der Stadt. Teile des Areals sind seit November vergangenen Jahres gesperrt.

Er soll einen runden Tisch einberufen.

Sitznachbarn sollen Vertreter von Stadt, Land, Landessportbund und den Warnemünder Vereinen sein. Ihre Aufgabe: gemeinsam einen Weg zu finden, wie die Stegsanierung finanziert werden kann. Die schlägt mit Minimum 2,8 Millionen Euro zu Buche. Nur wer die zahlen soll und kann, ist unklar. Die Stadt sei als Eigentümer in der Pflicht, betonte unlängst der Landtagsabgeordnete Ralf Mucha (SPD).

Das Land muss helfen, fordert hingegen Rostocks Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke). „Mit den Investitionen ist die Stadt überfordert“, räumt er ein. Ohne Zuschuss aus Schwerin ginge es nicht. Nach der gescheiterten Olympiabewerbung im vergangenen Sommer sei dort jedoch das Engagement für den Segelstandort Warnemünde nahezu versiegt.

Das Hin und Her ärgert Hans-Jürgen Bohn — Vorsitzender des Warnemünder Segel-Clubs (WSC). Stadt und Land setzten damit den Ruf Warnemündes als Top-Adresse für erstklassigen Segelsport aufs Spiel und machten es den Ehrenamtlern schwer. „Wir bekommen eine Hiobsbotschaft nach der anderen und stehen damit allein da.“ Leidtragende sind aktuell vor allem junge Segler. Kinder könnten nur eingeschränkt trainieren, weil die Stadt weite Teile der Holzplattform zwischen Yachthafen und Altem Strom zum Sperrgebiet erklärt habe, schildert Gunnar Kratz vom Rostocker Regatta Verein. Ein von der Stadt beauftragter Gutachter hatte festgestellt, dass die Brücke die nötige Traglast von 500 Kilo pro Quadratmeter nicht mehr stemmen kann. Die Stadt machte sie daraufhin im November dicht. Der geforderte Wert ist viel zu hoch angesetzt, kritisiert Jörn Etzold, Leiter der Sportschule auf der Mittelmole. Torsten Hübner vom Akademischen Segelverein pflichtet ihm bei: „Die Hälfte oder ein Viertel davon reicht aus.“ Die Stadt sollte prüfen, ob man die bislang vorgeschriebene Traglast nicht heruntersetzen könne, schlägt Gunnar Kratz vor. „Das würde zumindest temporär das Problem lösen.“

Den Wunsch will Senator Bockhahn ans zuständige Hafen- und Tiefbauamt weiterleiten. Eine belastbare Strategie für die gesamte Steganlage hänge am Konzept für die Mittelmole. „Da brauchen wir endlich Klarheit.“ Wann die kommt: Ungewiss.

Die Hängepartie lässt am Ostuferende vom Alten Strom Vereine um ihre Zukunft bangen. Die Mitglieder von Tauchsport- und Kuttersegelclub fürchten um ihre Domizile. Dort, wo die jetzt stünden, seien im Mittelmolen-Konzept ein Park ein und Spielplatz vorgesehen, beschreibt der Tauchsportclub-Vorsitzende, Joachim Bonin. Wo die Stadt mit ihnen hinwolle, wüssten die Vereine nicht. Bonin schlägt vor, die Baracke des Kuttersegelclubs zum maritimen Zentrum auszubauen. Dort könnten sich dann nicht nur Wassersportler ansiedeln, sondern auch Vereine wie etwa die Trachtengruppe. „Wir könnten das in Eigenregie umsetzen und brauchen dafür kein Geld von der Stadt“, schildert Bonin. Die Zukunftsängste der Vereine seien unbegründet, sagt Ralf Zimlich, Chef der Wiro. Der Wohnungsgesellschaft gehören viele Flächen auf der Mittelmole. „Diejenigen, die dort einen Standort haben, können auch bleiben. Wir sorgen dafür, dass alle unterkommen“, verspricht Zimlich.

Von Antje Bernstein

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