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Mauschelei um die Halle 207?

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Mauschelei um die Halle 207?

Das Volkstheater will die alte Schiffbauhalle für viele Jahre mieten – ohne Zustimmung der Bürgerschaft / Erste Pläne für neues Theater sollen noch vor dem Sommer vorliegen

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Gilt als eine der besten Konzerthallen des Landes: Auch die Festspiele MV gastieren regelmäßig in der alten Schiffbau-Halle 207 auf dem Areal der ehemaligen Neptun-Werft.

Quelle: Foto: Monika Lawrenz / Festspiele Mv

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Sie hat Charme, ihre Akustik gilt als exzellent und vor allem auf Musik- begeisterte Touristen könnte sie wie ein Magnet wirken: Kein Wunder also, dass das Rostocker Volkstheater ab dem Sommer an eine alte Wirkungsstätte zurückkehren will – in die Halle 207. In der alten Produktionsstätte der Neptun-Werft plant Intendant Joachim Kümmritz Rostocks neuen Theater-Sommer. Doch sicher ist der noch nicht: Denn aus dem Aufsichtsrat des Theaters wird Kritik an dem Deal um die Halle 207 laut. Eine knappe Viertelmillion will das Theater dem Eigentümer der Halle an Miete zahlen – ohne Segen der Bürgerschaft. Pikant: Vermieter ist der Verein „Tradition Ostseeschifffahrt“ mit dem Vorsitzenden Roland Methling.

OZ-Bild

Das Volkstheater will die alte Schiffbauhalle für viele Jahre mieten – ohne Zustimmung der Bürgerschaft / Erste Pläne für neues Theater sollen noch vor dem Sommer vorliegen

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750

Zuschauer

finden bei Theater-

Aufführungen oder

Konzerten Platz

in der Halle 207.

47

Veranstaltungen

plant das Volkstheater

ab dem 10. Juni

allein in diesem

Sommer in der Halle.

Bachmann will keine „Mauscheleien

Bereits bis 2011 hatte das Theater in den regelmäßig für Aufführungen und Konzerte in der warmen Jahreszeit genutzt. Der damalige Geschäftsführer Stefan Rosinski kündigte dann aber den Mietvertrag für die Schiffbauhalle – weil sich die Aufführungen dort nicht rechneten. Kümmritz will nun einen neuen Anlauf nehmen. Und das findet Aufsichtsratschefin Sybille Bachmann (Rostocker Bund) grundsätzlich auch gut und richtig. Nur wie das Ganze bisher gelaufen ist, stört sie gewaltig: Seit Jahren versuche der Verein, die Halle langfristig an das Theater zu vermieten. Nun soll ein Vertrag über mindestens vier Jahre geschlossen werden – ohne sich vorher die Zustimmung der Politik zu holen. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum so ein langfristiger Deal ohne Beteiligung der Bürgerschaft geschlossen werden soll“, sagt Bachmann. Wenn der Hauptausschuss den Mietvertrag ganz offiziell absegnet, sei das doch auch im Sinne des Oberbürgermeisters: „Dann muss er sich nicht dem bösen Anschein der Mauschelei zugunsten ,seines’ Vereins aussetzen.“

Gleich mehrere Punkte des Mietvertrages (liegt der OZ vor) bereiten dem Aufsichtsrat Sorgen: Rund 40000 Euro pro Jahr soll das Theater an Methlings Verein zahlen, um die Halle von Mai bis September nutzen zu können. Die Vereinbarung soll bis einschließlich 2020 gelten, bereits 2019 aber soll über eine Verlängerung entschieden werden – zu einem Zeitpunkt, an dem Methling definitiv noch Oberbürgermeister und Kümmritz noch Intendant ist. Merkwürdig sei das, sagt Bachmann. „Ich halte den Vorgang für so bedeutend, dass der Hauptausschuss mitreden muss.“

Wird die Halle zur neuen Warnow-Philharmonie?

Hinter vorgehaltener Hand macht seit Tagen aber auch noch ein weiteres Gerücht rund um die Halle 207 die Runde: Weil der geplante Neubau des Volkstheaters an der Fischerbastion wohl für 50

Millionen Euro nicht zu haben sei, könnte die alte Werkshalle langfristig zur dauerhaften Spielstätte für die Norddeutsche Philharmonie werden. Im Gegenzug könnte das neue Theater kleiner und günstiger ausfallen. Doch diese Gerüchte seien ausgemachter Blödsinn, sagt Theater-Chef Kümmritz. „Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.“ Er wolle die Halle mieten, weil er mit der Sommer-Bespielung eine andere Klientel für das Theater begeistern wolle – ein breiteres Publikum.

Methling beteuert – in der Rolle als Vereinschef, nicht als OB –, dass auch der Verein kein Interesse daran hat, die Halle ausschließlich dem Theater zur Verfügung zu stellen. „Wir haben die Halle nicht für 450000 Euro gekauft, damit sie nur von einer Institution genutzt wird“, sagte er der OZ.

Auch vom Eigenbetrieb Kommunale Objektentwicklung (KOE), der derzeit an den Plänen für das neue Theater arbeitet, kommt ein Dementi. Die Halle 207 spiele bei den Neubau-Überlegungen keine Rolle, sagt KOE-Chefin Sigrid Hecht. „In dem neuen Theater wird das Orchester das Herzstück sein. Das hat auch der Intendant bisher immer gefordert.“ Die Halle 207 sei „dauerhaft“ in ihrem jetzigen Zustand gar nicht bespielbar: Es fehlen Sanitär-Anlagen und Umkleiden für die Künstler. Die müssten für die Sommer-Bespielung angemietet werden und jedes Jahr neu vom Bauamt „befristet genehmigt“ werden.

Erste Pläne für Neubau noch vor dem Sommer

Hecht hat stattdessen andere, gute Nachrichten: Noch vor der Sommerpause will sie erste Ideen vorlegen, wie das neue Theater ausgestaltet werden könnte. Innerhalb der kommenden sechs Wochen sollen dem Theater-Aufsichtsrat zwei Varianten vorgelegt werden: „Eine Variante beschränkt sich auf ein Budget von 50 Millionen Euro“, so Hecht. Er soll zeigen, was Rostock für die Summe bekommen kann – und wo das Theater dann gegebenenfalls Abstriche machen müsste. Für den zweiten „Raum- und Funktionsplan“ hingegen durften die Künstler am Theater „Wünsch Dir was“ spielen: „Das wäre die Wunschvariante der Macher“, sagt Hecht. Dann sei die Bürgerschaft am Zug: „Sie muss dann entscheiden, ob sie bei den 50 Millionen Euro bleiben will – oder ob sie mehr ausgeben will.“ Eines sei jedenfalls sicher: Vom Land wird es „nur“ 25 Millionen Euro Zuschuss geben. Hecht rechnet damit, dass bereits 2018 der Hochbauwettbewerb für den Neubau starten kann. Spatenstich soll 2019 sein.

Andreas Meyer

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