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Medizin – eine skurrile Geschichte

Stadtmitte Medizin – eine skurrile Geschichte

In der Societät Rostock maritim hat seit gestern die Ausstellung „Schick, schräg und schaurig“ geöffnet

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Kein Folterinstrument, sondern ein „Phantomkopf“. Daran haben Studenten der Zahnmedizin geübt – bis vor etwas mehr als zehn Jahren.

Stadtmitte. Computer, Hightech und hochwirksame Medikamente sind aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken. Doch wie sah sie früher aus? Die Ausstellung „Schick, schräg und schaurig“ in der Societät Rostock maritim zeigt die Skurrilität der medizinischen Anfänge. Seit gestern ist sie geöffnet.

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In der Societät Rostock maritim hat seit gestern die Ausstellung „Schick, schräg und schaurig“ geöffnet

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Was dort in den Schaukästen liegt, in dem lichtdurchfluteten Raum im Obergeschoss der Societät Rostock maritim, könnte zum Teil auch in einem dunklen Raum liegen, verstaubt und unheimlich anmutend.

Einige medizinische Utensilien sehen aus wie Foltergeräte und doch waren sie auch damals dazu da, Menschenleben zu retten und Schmerzen zu lindern.

Ihre scheinbar letzte Ruhestätte hatten sie in Kellern und auf Dachböden der Unimedizin gefunden. Dann aber kamen Kerstin Beckmann und Tanja Bodendorf. Ihre Ausstellung sei „das Ergebnis davon, was sie in den Kellern gefunden haben“, sagt Christian Schmidt, Vorstand der Universitätsmedizin Rostock.

„Wir waren in ganz vielen Einrichtungen unterwegs“, sagt Kerstin Beckmann. „Einige haben selbst kleine Bestände oder Museen, bei anderen haben wir gefragt, was sie in ihren Kellern haben“, sagt sie.

Es gebe in der Unimedizin viele Idealisten, die medizinische Geschichte bewahren wollten, aber einige der Exponate, die nun in der Ausstellung zu sehen sind, hätten auch entsorgt werden sollen, erzählt die Pressesprecherin, die die Ausstellung gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Bodendorf konzipiert hat.

Was ist eigentlich ein Sphygmograph? Oder ein Ergograph? Wie hat man früher Tabletten bestimmt? Und wie sah der Bohrer eines Zahnarztes aus, als es noch keine kleinen Elektromotoren gab? „Aus meiner Kindheit ist die Abneigung gegen Zahnärzte entstanden“, sagt Professor Horst Klinkmann, Zeitzeuge, ehemaliger Leiter der Inneren Medizin und „Nieren-Pionier“, wie Beckmann erklärt. Klinkmann hat einen großen Anteil an der Entwicklung der Dialyse-Membran zur Reinigung des Blutes und erzählt bei der Eröffnung von „Schick, schräg und schaurig“ Anekdoten aus dem Berufsleben. Die Idee zur Membran sei beim Essen einer Bockwurst entstanden – die Pelle hätten ihn und seinen Kollegen inspiriert.

In einem der Schaukästen gucken den Besucher ganz viele künstliche Augäpfel an, in Vitrinen stehen vergilbte Gläser mit trockenen Blüten, nummeriert und per Hand beschriftet, einige Kästen weiter ist eine Herzprothese zu sehen, auf der anderen Seite ein Laptop – von 1993. Auch das ist Geschichte der Medizin.

Die Ausstellung ist bereits die zweite zur Historie der Unimedizin. Die vorherige war eine mit Bildern, „eine zum Zeitgeist“, sagt Christian Schmidt. Die neue Ausstellung sei zum Begreifen. „Die Medizin hat in Rostock eine lange Geschichte, sagt Horst Klinkmann. „Und Skurrilität war schon immer angesagt.“

Ob Physiologie, Toxikologie oder Herzchirurgie: Rund 500 Exponate – aufgeteilt nach Fachbereichen – sind zusehen. Mehr als ein halbes Jahr haben Kerstin Beckmann und Tanja Bodendorf gesucht, gesammelt und geforscht. Noch bis Mitte Januar wird „Schick, schräg und schaurig“ geöffnet sein. Und wer weiß, vielleicht tauche noch das eine oder andere spannende Stück medizinische Geschichte in Kellern und auf Dachböden auf.

Die Ausstellung

Geöffnet hat die Ausstellung „Schick, schräg und schaurig“ in der Societät Rostock maritim, August-Bebel-Straße 1, bis zum 15. Januar 2017, jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Erwachsene zahlen drei Euro , Kinder bis sechs Jahren haben freien Eintritt. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet neun Euro.

• Weitere Informationen zu

Ausstellung und Societät Rostock

maritim unter http://www.srm-hro.de.

Philip Schülermann

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