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Meeresbiologin mit Weltruf erforscht Ostsee

Warnemünde Meeresbiologin mit Weltruf erforscht Ostsee

Aktuelle Studie: Wie interagieren Stressfaktoren im Meer miteinander?

Warnemünde. Um Antworten auf die Probleme der Weltmeere zu finden, wird aktuell die Ostsee untersucht. Die renommierte Meeresbiologin Inna Sokolova will hier herausfinden, wie sich Stressfaktoren gegenseitig beeinflussen und welche Auswirkungen das für die Meerestiere hat. Umfangreichere Forschungen dazu fehlen bisher.

 

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Professorin Inna Sokolova (46) misst Sauerstoff, Salzgehalt, Temperatur und pH-Wert des Ostseewassers.

Quelle: Julia Tetzke/uni Rostock

Gleich mehrere Stressfaktoren belasten die Meere: Steigende Kohlendioxidwerte in der Luft lassen das Meereswasser immer saurer werden. Durch den Klimawandel erwärmt sich das Wasser, und durch Wasserverschmutzungen entsteht Sauerstoffmangel oder gar Giftigkeit. Das macht Korallen, Stachelhäutern, Weich- und Krebstieren sowie Fischen das Leben schwer. „Das Problem ist unsichtbar, aber sehr dringend“, sagt Sokolova, die seit Juli 2016 an der Universität Rostock forscht.

„Die Probleme, die die großen Weltmeere haben, sind in etwa alle ähnlich“, so die 46-jährige Wissenschaftlerin. „Allerdings treten die Stressfaktoren in der Ostsee, wie Sauerstoffmangel oder Erwärmung, viel stärker auf.“ Als Ursache macht Sokolova unter anderem die geografische Lage der Ostsee und ihre Tiefe aus. Dass es auch hier den Muscheln schlecht geht, beunruhigt sie. „Diese Tiere sind im Ökosystem die Ingenieure“, so die Forscherin.

Die gebürtige Westukrainerin, die in St. Petersburg studierte, hat an der Russischen Akademie der Wissenschaften promoviert. Sie habilitierte in den USA und arbeitete an einer Uni in Kanada. Ihre Forschung erstreckt sich über die Ökosysteme von der Atlantik- und Pazifikküste der USA, der Nordsee, dem arktischen Weißmeer und jetzt besonders auf die Ostsee. „Im Vergleich zu vor 150 Jahren sind die Meere erwärmt und versauert, und in Küstengebieten mangelt es auch mehr an Sauerstoff“, sagt Sokolova. Diese Prozesse gehen rasant weiter.

Die Artenzusammensetzung der Meere könnte sich bald tiefgreifend ändern. „Das Klima ändert sich über die ganze Erde hinweg“, sagt die Forscherin. Ozeane nehmen gut ein Viertel des ausgestoßenen Kohlendioxids auf. Dieses werde dann im Wasser zu Kohlensäure – mit fatalen Folgen für die Lebewesen im Meer, so Sokolova.

Für die Wissenschaftlerin ist es sehr interessant zu sehen, wie an der Universität Rostock neuzeitliche Forschung fächerübergreifend und in Kooperation zwischen verschiedenen Gebieten angegangen wird. „Hier habe ich auch direkt am Meer die Möglichkeiten zur Feldarbeit“, sagt sie.

OZ

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