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Mehr kleine Rostocker brauchen Kita-Plätze

Stadtmitte Mehr kleine Rostocker brauchen Kita-Plätze

Senator nennt die Zahl 1000 / Schon jetzt lange Wartezeiten

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Stadtmitte. In Rostock werden wieder mehr Kinder geboren – so weit so erfreulich. Das heißt aber auch, die Stadt braucht mehr Kita-Plätze. Schon jetzt gibt es in vielen Einrichtungen lange Wartezeiten. Zum Teil suchen Eltern sogar vergeblich, zumindest in ihrem Wunschstadtteil. Für Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) ist völlig klar, dass die Stadt neue Kapazitäten schaffen muss. Er spricht von etwa neuen 1000 Kita-Plätzen in den kommenden Jahren.

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Senator nennt die Zahl 1000 / Schon jetzt lange Wartezeiten

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Kindertagesstätten gibt es in der Hansestadt Rostock. Rund 14000 Jungen und Mädchen besuchen

aktuell eine der Einrichtungen – Tendenz

steigend. Nur in Krippe und Kindergärten ohne die Horte sind es 9110 Kinder. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen liegt in Rostock laut Statistischem

Bundesamt bei

59,3 Prozent –bundesweit Platz acht.

Laura Schmidt hilft das nicht weiter. „Wir sind im Oktober 2016 nach Rostock gezogen und haben schon im August angefangen, Kitas anzurufen“, erzählt sie. Bisher habe sie nur Absagen für ihre dreijährige Tochter bekommen. „Sie fragt oft, ob sie zu den Kinder zum Spielen kann. Immer muss ich sie vertrösten.“ Für eine andere junge Familie gibt es ebenfalls ein großes Problem: Sie arbeitet in der Uniklinik, er in der Gastronomie. Angebotene Plätze in Lichtenhagen oder Toitenwinkel ließen sich schon aus organisatorischen Gründen nicht annehmen, berichten sie.

„Statistisch können wir alle versorgen“, sagt Steffen Bockhahn. Zwei grundsätzlich erfreuliche Gründe nennt er für die zunehmende Platznot. Immer mehr Eltern entscheiden sich, ihr Kind in eine Kita zu geben. Außerdem steigt die Zahl der Null- bis 15-jährigen Rostocker seit 2005 wieder konstant an. Von 18330 bis auf 24452 Ende 2016. Das bedeute auch mehr Schüler, weiß Steffen Bockhahn.

In den Schulen gebe es auch noch einen Puffer. Anders als in den Kitas.

„Wir stoßen an die Grenzen. Wir müssen uns Gedanken machen.“ Die Situation sei nicht nur für Eltern frustrierend, sondern auch für die Träger und seine Mitarbeiter, die immer wieder vertrösten müssten. Acht Kitas betreibt das Deutsche Rote Kreuz. „Ja, es gibt Wartelisten“, bestätigt DRK-Sprecherin Stefanie Kasch. Wie lang sie für welche Kindertagesstätte seien, kann sie gar nicht sagen.

Anmeldungen liefen über das städtische Kita-Portal, und da würden sich die Eltern gleich mehrfach anmelden. „Wenn ein Platz frei wird, werden sie benachrichtigt.“ Ein bisschen Glücksspiel sei dabei.

Bockhahn würde sich wünschen, dass alle Träger das Online-Portal nutzen. Das würde schon helfen. Allerdings nicht in Stadtmitte, der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, in der Südstadt, in Reutershagen oder Gehlsdorf. Dass dort die Plätze nicht ausreichen, könne er nicht schönreden, so der Senator. „Teilweise Überbelegungen können wir zeitweise durch befristete Ausnahmegenehmigungen gewährleisten und das tun wir auch“, erklärt Henrike Thaut vom Institut Lernen und Leben. „In Groß Klein wollen wir eine neue Kita bauen. Hier ist die Rede von annähernd 100 Betreuungsplätzen.“ Das Bauantragsverfahren laufe aber noch.

Ursprünglich wollte Steffen Bockhahn seine Kita-Bedarfsplanung bereits 2016 vorlegen. „Sie ist noch in der verwaltungsinternen Abstimmung“, sagt der Sozialsenator. Dort gebe es noch „Diskussionsbedarf“ zu den Folgekosten. Bockhahn weist jedoch daraufhin, dass die Eltern für Krippe und Kindergarten einen Rechtsanspruch auf die Betreuung des Nachwuchses haben – da dürfe die Kostenfrage keine Rolle spielen. Selbst wenn die Stadt Möglichkeiten schafft, droht für den Senator Ungemach von anderer Seite – falls es die Träger nicht schaffen, genügend Fachkräfte zu finden.

„Wenn das Personal fehlt, könnte es passieren, dass Träger sogar Plätze abmelden“, fürchtet Steffen Bockhahn.

Thomas Niebuhr

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