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Meldefrist für sexuellen Missbrauch läuft aus

Stadtmitte Meldefrist für sexuellen Missbrauch läuft aus

Für Belästigungen und Vergewaltigungen in Heimen und Institutionen können noch bis 31. August 2016 Hilfen beantragt werden

Stadtmitte. Am 31. August endet die Antragsfrist für Hilfen aus dem Fonds Sexueller Missbrauch für Betroffene, die in ihrer Kindheit oder Jugend von 1949 bis 2013 in der Bundesrepublik oder der DDR in Institutionen sexuell missbraucht wurden. Für den Fonds sexueller Missbrauch im familiären Bereich sind Anträge auch über die ursprüngliche Frist vom 30. April 2016 hinaus weiterhin möglich.

Die Landesbeauftragte für MV für die Stasi-Unterlagen Anne Drescher empfiehlt Betroffenen, sich zu melden und über ihre Rechte zu informieren: „Die knappe verbliebene Zeit für den Antrag ist für viele Betroffene eine hohe Hürde.“ Die Ungleichbehandlung durch die Befristung sollte laut Drescher dringend überdacht werden. „Wir erleben in Beratungsgesprächen ehemalige Sportler, die sich wegen des kürzlich in Kraft getretenen zweiten Dopingopfer-Hilfegesetzes aufgrund ihrer Gesundheitsschäden schmerzlich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und nun auch sexuellen Missbrauch durch Trainer in Sportclubs und Trainingsstätten thematisieren.“

Für den Missbrauch in Heimen konnten sich ehemalige Kinder und Jugendliche bis zum 30. September 2014 an den Fonds Heimerziehung in der DDR wenden. Das ergänzende Hilfesystem kann von ihnen nicht in Anspruch genommen werden. Seit Mai 2013 sollen die Hilfen des Fonds in Form von Sachleistungen bis zu 10000 Euro heute noch bestehende Folgen eines sexuellen Missbrauchs in staatlichen oder nichtstaatlichen Einrichtungen ausgleichen und mildern. Leistungen sind nur dann möglich, wenn sich Bundesland, Träger oder Dachorganisation der Einrichtung an dem Hilfesystem beteiligt. Darunter sind der Bund, das Land MV, die Evangelische Kirche Deutschland, der Deutsche Olympische Sportbund, der Caritasverband, das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Kinderschutzbund.

Infotelefon: ☎ 0800 / 4 001050 zu erreichen. Weitere Informationen unter www.fonds-missbrauch.de.

OZ

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