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Messermann-Prozess: Es war keine versuchte Tötung

Stadtmitte Messermann-Prozess: Es war keine versuchte Tötung

Endspurt im Prozess um Detlef N.: Beim Landgericht Rostock sind gestern die Abschlussplädoyers verlesen worden.

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Detlef N. (l.) muss sich vor Gericht verantworten. Anwalt Helge Fruhrieb verteidigt ihn.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Endspurt im Prozess um Detlef N.: Beim Landgericht Rostock sind gestern die Abschlussplädoyers verlesen worden. Der Angeklagte aus Biestow hatte seine Frau und seine Tochter unter Alkoholeinfluss angegriffen und mit einem Messer verletzt. Er konnte erst durch Schüsse von der Polizei gestoppt werden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung sind sich jedoch einig: Der Fall sei strafrechtlich nicht als versuchte Tötung, sondern als mehrfache gefährliche Körperverletzung zu bewerten. Der Strafrahmen liege zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Die Staatsanwältin empfiehlt, dass der Angeklagte zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt wird. „Doch ohne eine Behandlung sind weiterhin gefährliche Straftaten durch den Angeklagten zu erwarten“, erklärt sie. Zwar konnte eine Psychose des Mannes nicht sicher festgestellt werden, aber „zweifelsfrei hat er einen Hang zum Alkohol, das geht aus der Tat und aus den Vorverurteilungen hervor.“ Sie fordert, dass neben Gesamtfreiheitsstrafe eine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt auszusprechen sei. Der Haftbefehl sei ihrer Meinung nach aufrechtzuerhalten.

Bei der Darstellung des Falls stimmt der Verteidiger ihr zu, er bewertet den Vorfall jedoch etwas anders. Der Pflichtverteidiger spricht sich für eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten aus. „Mein Mandant hat offensichtlich ein Alkoholproblem und zeigt den Willen zur Besserung“, erklärt der Pflichtverteidiger. Er fordert, den Haftbefehl in eine Anordnung zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt umzuwandeln.

Strafmildernd soll vor allem die Alkoholkrankheit des Angeklagten bewertet werden. Auch zur Tatzeit sei er vermindert schuldfähig gewesen. Detlef N. soll ein Blutalkoholwert von 1,5 Promille gehabt haben. „Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich bei seiner Frau entschuldigt. Das Verhältnis zwischen den beiden ist strapaziert, aber nicht zerbrochen“, erklärt der Verteidiger.

Strafmildernd werde sich wohl auch die Tatsache auswirken, dass der Angeklagte durch den Schuss ins Knie bleibende gesundheitliche Schäden erlitten hat. „Der Angeklagte wird dadurch sein Leben lang diesen Tag nicht vergessen“, sagt die Staatsanwältin.

Das Urteil wird am 18. März um 14.30 Uhr verkündet.

Von jh

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