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Mikroplastik saugt Giftstoff-Cocktail in Hafen-Gewässern an

Rostock/Stralsund Mikroplastik saugt Giftstoff-Cocktail in Hafen-Gewässern an

Höchste Schadstoffbelastungen haben Hamburger Forscher in den Sedimenten des Hafens Stralsund, des Fischereihafens Rostock und in der Warnow bei Rostock ermittelt. In den Ablagerungen finden sich gefährliche Substanzen - manche sind krebserrergend.

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Eva Klaußner-Ziebarth, Pressesprecherin des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle: Cornelius Kettler

Rostock/Stralsund. Die Sedimente in Boddengewässern, in Ost- und Nordsee sowie von Warnow, Elbe, Weser und Trave sind in hohem Grade mit Schadstoffen belastet. Dies haben Umweltchemiker von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) auf zwei Expeditionsfahrten mit dem Forschungsschiff „Aldebaran“ ermittelt.

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Höchste Schadstoffbelastungen haben Hamburger Forscher in den Sedimenten des Hafens Stralsund, des Fischereihafens Rostock und in der Warnow bei Rostock ermittelt. In den Ablagerungen finden sich gefährliche Substanzen - manche sind krebserrergend.

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Ein Ergebnis ist: Die Ablagerungen sind stark mit Mikroplastik – Kunststoffteilchen mit einer Größe von unter fünf Millimetern – verschmutzt. Und: „Die kleinen Plastikteilchen sind um das Drei- bis Vierfache stärker belastet als das ohnehin schon kontaminierte Sediment“, erklärt Projektleiterin Prof. Gesine Witt. Die höchsten Schadstoffbelastungen seien nahe der Kläranlage Lübeck, im Stralsunder Hafen, im Rostocker Fischereihafen sowie in der Warnow bei Rostock gemessen worden. Je länger sich die Kleinstteile im Wasser befinden, desto mehr Schadstoffe binden sie an sich und bilden eine Art Giftcocktail. Lagern sie sich im Sediment ab, können sie durch Würmer, Muscheln und Fische in die menschliche Nahrungskette gelangen.

In den Sedimenten des Fischereihafens Rostock-Marienehe wurden vor allem Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ermittelt, beispielsweise Benzo(a)pyren. Auch die Schadstoffe PCB 138 und PCB 52 wurden in hohen Konzentrationen gefunden. Diese Substanzen sind äußerst gesundheitsschädigend, teilweise sogar krebsauslösend, und gelangen etwa über Dieselprodukte ins Wasser. Laut Studie bindet Polyethylen besonders viele Schadstoffe – Polyethylen ist der in der Industrie meistverwendete Kunststoff.

Im Umweltministerium sowie im dazugehörigen Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie ist die Studie bisher im Detail nicht bekannt. Man wisse jedoch, „dass Hafensedimente generell höher belastet sind als Küsten- oder Meeressedimente, in aller Regel aufgrund länger zurückliegender Einträge von Schmier- und Treibstoffen von Schiffen“, sagt Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth.

Bernhard Schmidtbauer

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