Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Millionen fließen in marode Kirchen

BAD DOBERAN Millionen fließen in marode Kirchen

450 kirchliche Gebäude gibt es in der Propstei Rostock / Einwerbung von Fördergeldern wird schwieriger

Bad Doberan. Alt Karin, Rethwisch, Hanstorf, Retschow und Satow: Die Dorfkirchen in diesen Orten werden gerade saniert oder müssen dringend saniert werden. Darum kümmert sich Karsten Hub. Er ist der Baubeauftragte der Propstei Rostock, zu der auch der Bereich um Doberan gehört. Hub wacht über 450 kirchliche Gebäude. Jährlich werden etwa vier bis fünf Millionen Euro in Sanierungsarbeiten in seinem Bereich investiert. Und es ist noch lange nicht Schluss.

 

OZ-Bild

In den vergangenen 25 Jahren ist schon sehr viel passiert, aber es ist auch noch sehr viel zu tun.“Deike Möller, Landeskirchenamt

Quelle:

Von Rostock bis nach Krakow, von Kühlungsborn bis nach Dragun – der Einzugsbereich der Propstei Rostock umfasst 184 Kirchen. „Der Zustand reicht von gut durchsaniert bis dringend sanierungsbedürftig“, sagt Karsten Hub, der aktuell 42 Bauprojekte betreut. Bei ihm landen die Anfragen der Kirchengemeinden, die Reparaturen für ihre Kirche anmelden. Aktuell wird der Holzturm in Rethwisch instand gesetzt. Es ist die erste Komplettsanierung des hölzernen Anbaus, der den Glockenstuhl beherbergt und war ursprünglich nur eine Übergangslösung. Alles geschieht unter dem Aspekt des Denkmalschutzes. „Es muss so viel wie möglich erhalten bleiben. Einiges wird nur ergänzt“, so Hub. Die Dachschindeln aus Holz werden durch Ziegel ersetzt.

Es sind aber weniger Holztürme, Altäre oder Glockenstühle, sondern vor allem die Dächer, Dach- stühle und Fassaden, die marode sind. Wie in Alt Karin. Hier wird in diesen Tagen der mittelalterliche Dachstuhl instand gesetzt und das Dach neu gedeckt. „Satow ist auch so ein Fall“, sagt Hub. „Hier muss das Dach dringend saniert werden. Aber es ist eine neugotische Kirche.“ Das heißt, es werde schwierig, dafür Gelder von Stiftungen oder Spendern zu bekommen. Zu „neu“ sei die Kirche und damit weniger attraktiv.

Der Architekt schätzt, dass etwa ein Drittel bis ein Viertel der Gelder aus öffentlichen Fördertöpfen kommen. Die Kirchen müssen oft mit der Sanierung von Kindergärten oder dem Bau von Radwegen konkurrieren, wenn es um Leader- Mittel geht. „Dann haben wir noch die Möglichkeit, Gelder aus dem landesherrlichen Patronat einzusetzen“, so Hub. Das sind Summen, die das Land prozentual an die Kirchenkreise für bauliche Zwecke zahlt. Das Besondere: Die Summe wird um den Eigenanteil verdoppelt. Das heißt, je mehr die Kirchengemeinde aufbringen kann und von Stiftungen bekommt, desto höher ist die gesamte Fördersumme. Verwenden darf der Kirchenkreis auch einen Teil der Einnahmen aus der Vermietung oder Verpachtung von Gebäuden. Doch das reicht noch lange nicht aus. „Wir sind immer auf externe Fördermittel angewiesen“, sagt Karsten Hub. Er schätzt, dass der Baubedarf noch bei 50 Millionen Euro liegt.

Deike Möller ist Referentin im Baudezernat im Landeskirchenamt und bestätigt den enormen Sanierungsbedarf der Gotteshäuser. „Es ist in den vergangenen 25 Jahren sehr viel gemacht worden, aber es gibt immer noch viel zu tun.“ Sie kümmert sich um den Denkmalschutz. Stark engagiert ist auch der Verein „Dorfkirchen in Not“.

Katarina Sass

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Krakau

Eindringlich redet der Papst der Jugend ins Gewissen. „Sofa-Jugendliche“ brauche heute keiner. Auch für die Priester hat Franziskus eine ungemütliche Botschaft.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Polizei
Jugendlicher Hacker steuert Bildschirme in Elektromarkt

Ein 16-Jähriger hat mithilfe einer Hacker-Anwendung TV-Bildschirme und Radiogeräte in einem Elektromarkt in Lambrechtshagen (Landkreis Rostock) ferngesteuert.