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Minister: Warnow nicht giftig

Stadthafen Minister: Warnow nicht giftig

Behördenstreit um Belastungen geht weiter / Backhaus (SPD) verteidigt StALU

Stadthafen. Wer trägt Schuld an den Giftstoffen im Rostocker Stadthafen? In der Diskussion über die möglichen Ursachen der erhöhten Belastungen im Warnow- Schlick bezieht nun Umweltminister Till Backhaus (SPD) eindeutig Stellung – und stellt sich vor das ihm unterstellte Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU). Das Land trage keine Schuld an der Verunreinigung des Fluss-Grundes und sei jederzeit seinen Pflichten nachgekommen, so Backhaus. Er bestreitet auch den Vorwurf des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Stralsund, dass die Belastungen vom Areal der ehemaligen Riedelschen Dachpappen-Fabrik ausgehen sollen.

Hintergrund: Das WSA plant seit Monaten eine Ausbaggerung des Stadthafens, weil dieser mehr und mehr versandet. Bei den Vorbereitungen stießen Gutachter aber auf bis dahin ungeahnte Verunreinigungen des Schlicks. Der Boden enthält laut eines Gutachtens der Bundesanstalt für Gewässerkunde unter anderem erhöhte Konzentrationen an Polychlorierten Biphenylen (PCB), Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und auch Quecksilber. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft die PAK als krebserregend ein, das Umweltbundesamt kommt zur gleichen Einschätzung in Bezug auf die PCB.

Umweltminister Backhaus will die Hafen-Sedimente aber dennoch nicht als Gift einstufen.

Während das Wasser- und Schifffahrtsamt als Quelle für die Verunreinigungen das Areal der ehemaligen Riedelschen Dachpappen- Fabrik in Dierkow ausgemacht haben will und dies mit einem weiteren Gutachten zeitnah auch beweisen will, streitet das Land eine Verbindung zwischen der mit Teer und Öl kontaminierten Brache ab: Ein Gutachten aus dem Jahr 1998 habe bereits belegt, dass maximal 100 Meter von der Brache entfernt Belastungen nachweisbar seien, die auf die Dachpappen-Fabrik zurückgehen könnten. Der Stadthafen, so Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth, sei aber immerhin gut 500 Meter entfernt. Die in der Warnow nachgewiesenen Mineralöl-Rückstände stammen nach Auffassung des Ministeriums aus der „Jahrhunderte langen industriell-gewerblichen“ Nutzung des Stadthafens – zum Beispiel vom Boots- und Schiffsverkehr.

Nach dem StALU lehnt nun auch das Umweltministerium eine Beteiligung an den Mehrkosten für das Ausbaggern der Warnow und die Entsorgung des Baggergutes ab: Die Landesseite habe umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um einen Schadstoff-Eintrag in die Warnow zu verhindern. Während das WSA sagt, das Land habe es über Jahre versäumt, die Industrie-Brache in Dierkow zu sichern, kontert Backhaus: „Das WSA hat sich trotz frühzeitiger Kenntnis der Belastungen in seiner Bundesstraße und mehrfacher Aufforderung durch das StALU bis heute einer ganzheitlichen Sanierung verweigert.“ Das Land lasse sich dafür nicht die Verantwortung zuschieben. am

OZ

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