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Groß Bölkow Mit Landwirten am Wassergraben

Wasser- und Bodenverband lädt zur Gewässerschau / Bei Grundräumung keine Förderung

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Die Landwirte Toni Reinke, Bruno Petersen und Ralf Czerwinski (v.l.) zeigen Rüdiger Barz (vorn) Probleme an einem Grabenstau.

Quelle: Fotos: Doris Kesselring

Groß Bölkow. Der Waidbach und die Gräben sind gut gefüllt. „Wir hatten keine Schneeschmelze und im letzten Jahr kaum Niederschlag“, sagt Rüdiger Barz, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) „Warnow – Beke“. Es sei noch Frost im Boden, so dass auch noch kein Wasser auf Feldern und Wiesen freigegeben werde. „Die Leitungen sind also nicht übermäßig belastet“, informiert Barz die Landwirte gestern bei der Gewässerschau, die in Groß Bölkow startet und verschiedene Gemarkungen zwischen Benitz und Kritzmow betrifft.

 

OZ-Bild

Zur Gewässerschau kann jeder Interessent kommen.Rüdiger Barz, Chef Verband „Warnow – Beke“

Quelle:

Jährlich zum Winterausklang kontrollieren die Wasser- und Bodenverbände in der Region den Zustand der Gewässer und besprechen mit Anliegern Unterhaltungsmaßnahmen. Der WBV „Warnow – Beke“ betreut eine Fläche von rund 53200 Hektar auf Territorien von 30 Gemeinden der Landkreise Rostock, Nord-Westmecklenburg und Ludwigslust-Parchim. Das Einzugsgebiet reicht von Warnow, Mildenitz und Beke bis zum Graben aus dem Großen Peetscher See.

„Von 985 Kilometern Gewässer sind etwa ein Drittel unter der Erde verrohrt“, sagt Verbandschef Barz. Das Wasser fließt in dicken Leitungen aus Kunststoff oder Beton, mit denen in den 60er und 70er Jahren im Zuge der „Großmelioration“ Felder und Wiesen durchzogen wurden. „Die einst veranschlagte Lebensdauer von rund 50 Jahren haben die meisten Rohre bereits erreicht“, erklärt Barz. Da heißt es jetzt, besonders wachsam sein.

Landwirt Toni Reinke, der in der Gemeinde Stäbelow 270 Hektar Acker bewirtschaftet, erinnert sich an einen Leitungsschaden auf seinem Feld: „Da war dann plötzlich ein Trichter, drei mal vier Meter, in dem die ganze Erde drin versackt ist.“ Das sei jedoch in der Zuständigkeit des WBV Hellbach – Conventer Niederung“ passiert. „Ich habe es ja auf meinen Flächen gleich mit drei Verbänden zu tun.“ Die Zusammenarbeit sei für die Bauern jedoch sehr wichtig. „Wenn die Gräben und Bäche nicht bewirtschaftet werden, saufen wir gnadenlos ab“, bringt es Reinke drastisch auf den Punkt.

Jahresbeiträge von zehn bis zwölf Euro je Hektar seien daher durchaus angemessen.

Ralf Czerwinski aus Groß Bölkow, Landwirt im Nebenerwerb, hat Wiesen für seine 17 Mutterkühe gepachtet. Er hat den sogenannten Kulturstau am Graben besonders im Blick. Das angestaute Wasser sei wichtig für sein Grünland. „Das ist Moorboden und der braucht im Sommer Wasser“, erklärt Czerwinski. Doch der Stau sei sanierungsbedürftig. „Die Bohlen lassen sich nicht mehr bewegen, der Wasserstand also nicht regulieren“, wendet sich Czerwinski an den Verbandschef. Barz sichert zu, dass der Stau wieder instand gesetzt werde. Die Gemeinde Satow erneuert in diesem Jahr Vorfluter und Rohrleitungen im Bereich Groß Bölkow, teilt Barz mit. Das freut vor allem Landwirt Bruno Petersen, der hier Ackerbau auf 200 Hektar betreibt. Er lobt den guten Draht zum WBV. „Kleine Probleme werden auf kurzem Weg besprochen“, sagt Petersen. Und in Absprache hole er auch selbst mal den Bagger raus, um Durchlässe durchlässig zu halten. Grabenmahd und Gewässerkrautung finden zwischen 15. Juli und 30.

November statt. „Es gibt immer wieder mal Abstimmungs-Probleme, wenn die beauftragte Firma zum Mähen auf eure Flächen fährt“, sagt Barz. „Um die Kommunikation zu verbessern, haben wir Kontaktdaten für beide Seiten erstellt.“

Die Gewässerrandstreifen sind zumeist ökologische Vorrangflächen, für die Landwirte Förderung beantragen können. „Die Streifen dürfen nicht befahren werden“, erläutert Barz, aber die Grasmahd auf diesen Flächen sei kein Problem. „Nur die Grundräumung, wenn Sedimente und Schlamm aus den Gräben geholt werden, widerspricht den Förderkriterien“, berichtet Barz. Das Umweltministerium habe ihm auf Anfrage mitgeteilt, dass solche Maßnahmen ein Jahr vorher angemeldet werden müssten und die Flächen dann für ein Jahr aus der Förderung rausgenommen würden. Kopfschütteln bei den Landwirten.

Verbandschef Barz spricht von einer „praxisuntauglichen“ Regelung. Die Grundräumung sei „Arbeit nach Bedarf, die wir vorher nicht absehen können“. Dies war die zweite Gewässerschau des WBV „Warnow – Beke“, nächste Woche geht’s weiter.

Hier finden Gewässerschauen in der Region statt

Der WBV (Wasser- und Bodenverband Warnow – Beke) führt in der nächsten Woche weitere Schautermine durch, so unter anderem am 22. Februar (8 Uhr, ab Büro Agrar-Produktionsgenossenschaft Klein Sien), 23. Februar (8 Uhr, Schmiede Klein Belitz)

und am 8. März (8 Uhr, Tankstelle Kassow).

Der WBV Untere Warnow – Küste lädt vom 7. bis 29. März zur öffentlichen Gewässerschau: Treff ist jeweils um 8 Uhr am 7. März (Zarnowhufe 1 in Prisannewitz), 8. März (Rittergut Bandelstorf), 9. März (Bahnhof Sanitz), 14. März (Rathaus Graal-Müritz), 15. März (Hotel Hasenheide Bentwisch), 16. März (Parkplatz Lidl, Neubrandenburger Straße Rostock), 21. März (Neuhirschburg Kurve), 22. März (Wetterstation Warnemünde), 23. März (Kirche Biestow).

Der WBV Hellbach – Conventer Niederung trifft sich mit Interessierten jeweils 9 Uhr zur Gewässerschau am 24. Februar (Schöpfwerk Conventer Niederung), 27. Februar (Molkerei Reddelich), 28. Februar (Tankstelle Bastorf), 2. März (Kirche Lambrechtshagen), 3. März (Geschäftsstelle WBV Kröpelin), 14. März (Schmadebeck, Satower Str. 10), 17. März (Eingang Gerdshagen), 20. März (Hof Heincke Parkentin). Andere Termine auf den Amtsseiten.

Doris Kesselring

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