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Mit Sonde statt Schnüffelnase: Torsten Mäder spürt Gaslecks auf

LAMBRECHTSHAGEN Mit Sonde statt Schnüffelnase: Torsten Mäder spürt Gaslecks auf

Hanse Werk betreibt viele Gasleitungen in der Region / Ihre Sicherheit muss ständig kontrolliert werden / Gasspürer erregen immer wieder Aufmerksamkeit

Lambrechtshagen. Wider Erwarten braucht ein Gasspürer keine gute Nase, sondern gutes Schuhwerk, um über seine Saison zu kommen. Und die geht vom Februar bis zum Dezember.

 

OZ-Bild

Torsten Mäder bereitet sich auf seine Arbeit vor. Er nutzt dafür ein GPS-Gerät und eine Gassonde.

Quelle: Michael Schißler

Ende Mai nun steht Gasspürer Torsten Mäder (49) in der Bauernreihe, einer Straße hinter der Kirche in Lambrechtshagen, und hat noch eine Menge vor sich: Im Jahr läuft er etwa 1500 Kilometer Gasleitungen ab und untersucht sie mit seiner Sonde auf Lecks. „Alles für die Sicherheit unserer Kunden“, sagt denn auch Fabian Dahlem von der Unternehmenskommunikation der Hanse- Werk-Gruppe.

Viel zu tun gibt es dabei allerdings nicht, macht Torsten Mäder deutlich, der „auch einmal ein Erfolgserlebnis haben will“, aber sich nur noch mühsam an das letzte gefundene Leck in einer Gasleitung erinnern kann. „2015 hatten wir den letzten Störfall in Roggentin“, hilft ihm dann René Barnow auf die Sprünge, er ist der Technische Leiter für das Hanse-Werk-Center in Roggentin, der auch darauf hinweist, „dass unsere Leitungen neu und aus Kunststoff sind, die halten etwa 30 bis 50 Jahre“.

Aber so ein Gasspürer ist doch einigen Gefahren ausgesetzt. „Wenn ich auf private Grundstücke komme und dort die Leitungen prüfe, habe ich schon so manche Streitigkeit zwischen alten Ehepaaren erlebt, die sich nicht über den Verlauf der Gasleitungen einigen konnten.“ Auch wenn Torsten Mäder so mit seiner Sonde und seinem GPS-Gerät durch die Straßen zieht, lauere das Risiko – sich auf lange Gespräche einlassen zu müssen. „Vor allem in den Neubaugebieten wissen die Leute meistens gar nicht, was sich eigentlich tue. Da mache ich mehr die Öffentlichkeitsarbeit für Hanse Werk als meine Arbeit“, sagt er lachend. „Da denkt man, man ist mit einem Abschnitt in einer Stunde fertig, dann werden es doch vier Stunden.“

Bisweilen bekommt es Gasspürer Mäder auch mit der Polizei zu tun. „Das habe ich schon zweimal erlebt“, erzählt er. „Die Leute schauen aus dem Fenster und sehen, dass ich fremde Grundstücke betrete, dann informieren sie die Polizei.“ Meistens seien es Leute, die gar keine Gaskunden sind. Die Missverständnisse hätten sich jedoch immer schnell aufgeklärt.

Es gibt auch andere Missverständnisse, nämlich dann, wenn sein Messgerät Gas anzeigt, ohne dass wirklich eine Gefahr besteht. „Das hatte ich einmal bei einer alten Fäkalienleitung, die neben der Gasleitung lief“, sagt Experte Mäder. „In einer solchen Leitung entwickelt sich ja auch Gas.“ Mit diesem Risiko hat es Mäder besonders in feuchten Gebieten zu tun und sich die Frage zu stellen: „Ist es Gas oder nur Sumpfgas?“.

In diesem Jahr will Hanse Werk etwa 1240 Kilometer Leitungen in Mecklenburg-Vorpommern prüfen lassen. „Das machen wir jährlich und Abschnitt für Abschnitt“, sagt René Barnow. Bisweilen ist es nicht ganz leicht – vor allem dann, wenn Leitungen überbaut sind oder wenn sie für Torsten Mäder vollkommen unzugänglich sind. Auf dem freien Feld bei den Leitungen, die über das Land führen, setzt Hans Werk für die Prüfung der Gasleitungen Hubschrauber ein. „Das funktioniert ebenso mit einer Sonde, wie auch hier in den Wohngebieten“, sagt Barnow. Nur Gespräche mit den Anwohnern, die sind dort seltener.

Energie für die Stadt und das Land

Die Gasspürer von Hanse Werk werden in den kommenden Wochen außer in Lambrechtshagen auch in Groß Lüsewitz, Kösterbeck, Rerik, Bützow und Krakow auf Tour gehen. Sie müssen sich bei ihren Einsätzen allerdings nach dem Wetter richten. Messungen sind nur möglich, wenn der Boden offen ist, das heißt, bei Regen, Schnee und Frost können die Mitarbeiter nicht arbeiten, weil der Boden verschlossen ist.

Die Hanse Werk AG betreibt Gasnetze in Mecklenburg-Vorpommern und in Teilen Brandenburgs. In den vergangenen Jahren hat der Betrieb nicht nur in den Ballungszentren eine neue Infrastruktur für die Gasversorgung geschaffen. Der Bereich Netzdienst Mecklenburg-Vorpommern ist für den Betrieb zuständig und betreut 6000 Kilometer Gasleitung mit 80 Mitarbeitern. Angeschlossen sind 80000 Haushalte in 250 Gemeinden.

Michael Schißler

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