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Mit dem MRT durch die Wand des Klinikums Südstadt

Südstadt Mit dem MRT durch die Wand des Klinikums Südstadt

Schwer, teuer, schneller – neues Gerät vor allem für Schwergewichte von Vorteil

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Medizintechniker Jürgen Leopold (59) steht vor dem neuen MRT-Gerät im Klinikum Südstadt. FOTO: OVE ARSCHOLL

Südstadt. Es war mit fünf Tonnen das schwerste Paket in diesem Jahr, für das das Südstadt-Klinikum, das sogar die Außenfassade öffnen musste, um das Gerät hineinzubugsieren.

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Schwer, teuer, schneller – neues Gerät vor allem für Schwergewichte von Vorteil

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Magnetresonanztomographie

„Wir können schneller untersuchen.

Dr. Andreas Knopke (40)

Und es war mit insgesamt 1,2 Millionen Euro 206 die teuerste Anschaffung für die Patienten. Mit Spezialkran und Schwerlastgerüst wurde das neue Magnetresonanztomografie-Gerät (MRT) vor zwei Tagen durch die Wand in die Räume der Radiologie gehievt.

Vor allem für schwer übergewichtige Kranke und Patienten mit Platzangst sei das neue MRT von Vorteil. „Die Öffnung ist größer, hat statt 60 nun 70 Zentimeter Durchmesser, der Tunnel ist kürzer und die Geräuschsequenzen sind geringer“, stellt Medizintechniker Jürgen Leopold einige Merkmale heraus. Außerdem könne der Liegetisch nun 250 Kilo Last tragen, 50 Kilo mehr als der bisherige.

Das sei wichtig, da das Klinikum Südstadt einen besonderen Fokus auf die Behandlung von Adipositas-Patienten lege, ergänzt Dr. Andreas Knopke, Chefarzt der Radiologie. Auch die Winzlinge aus der Neonatologie, der Frühgeborenenstation, könnten im Ausnahmefall im neuen MRT untersucht werden. „Weil wir die Sequenzen ganz leise stellen können“, erklärt der Radiologe.

Etwa 30 Patienten pro Tag sollen künftig zwischen 7 und 20 Uhr in die Röhre geschoben werden. „Damit ist das Gerät gut ausgelastet, wir können schneller untersuchen, schneller Diagnosen stellen und gezielter therapieren“, sagt Knopke. Die MRT-Bilder seien wesentlich besser als die des Vorgängermodells, das nach 13 Jahren Laufzeit ausgebaut und an den Hersteller Siemens zurückgegeben wurde.

„Dort wird das Gerät zerlegt, wieder verwertbare Teile werden ausgebaut“, erläutert Medizintechniker Leopold, der den Einbau des neuen MRT überwacht.

Seit vier Wochen läuft die Baumaßnahme. Das alte MRT wurde abgebaut und ebenfalls durch die extra geöffnete Hausfassade gebracht. Auch die alte, stark beanspruchte Kabine wurde entfernt. Derzeit sind Kenan Karabela und seine Kollegen von der Firma Interflex aus Ulm dabei, einen neuen faradayschen „Käfig“ zu bauen, zur Abschirmung der Hochfrequenz-Impulse, die neben dem Magnetfeld, hier mit einer Stärke von 1,5 Tesla, in der Magnetresonanztomografie genutzt werden. Decke, Boden, Spulenschrank, das komplette Umfeld des Gerätes muss besonders abgeschirmt werden. „Das ist das Teure an der Sache“, sagt Leopold. Die neue Kabine bestehe aus Modulen, in denen Eisen zur Reduzierung des Magnetfeldes eingearbeitet ist. „Diese Kabine ist für die Zukunft und hat auch bei der nächsten Auswechslung Bestand“, erläutert der 59-Jährige. Die übliche Gerätelaufzeit liege bei zehn bis 15 Jahren.

Erfreut ist der Medizintechniker auch darüber, dass kein zusätzliches Helium zur Kühlung des supraleitenden Magneten auf minus 269 Grad mehr gebraucht wird. „Früher mussten wir zweimal im Jahr teures Helium nachfüllen“, berichtet Leopold, „nun haben wir zehn Jahre Ruhe.“

Am 7. Januar 2017 soll das neue MRT-Gerät in seinem Käfig übergeben werden. „Wir sind schon voller Vorfreude“, gibt Chefarzt Knopke zu. Bis dahin werden die Patienten mit mobiler MRT-Technik untersucht, die auf einem Sattelschlepper am Haus installiert ist. „Das Gerätefahrzeug ist für die Bauphase geleast“, sagt Kliniksprecher Birger Birkholz.

In der nächsten Woche wird die nächste technische Neuerung im Südstadt-Klinikum angeschoben. „Die alte Mammographie-Technik wird demontiert“, kündigt Jürgen Leopold an. Ab 12. Dezember soll das neue Gerät montiert und drei Tage später in Betrieb genommen werden. Diese Anschaffung kostet 200000 Euro.

Mit Magnetfeldern und Radiowellen werden bei der Magnetresonanztomographie (MRT) Schichtaufnahmen des menschlichen Körpers erzeugt. Es ist eine Untersuchungsmethode in der Radiologie und Nuklearmedizin zur Darstellung der inneren Organe. Die Bilder zeigen besonders gut, wie es im Weichteilgewebe bzw. den inneren Organen des Körpers und in den Gelenken ausschaut. Im Gegensatz zu einer Röntgenuntersuchung oder Computertomographie kommen dabei keine Röntgenstrahlen zur Anwendung.

Doris Kesselring

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