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Stadtmitte Mit dem Rollstuhl die Hansestadt entdecken

Einen Stadtrundgang für Menschen mit Handicap soll es künftig öfter geben / Verein lädt heute zum Aktionstag „Mensch inklusive“ ein

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Am inklusiven Rundgang nahmen unter anderem Bettina Bull (v.li), Robert Bull, Burkhard Lenz und Jacqueline Prinz teil. Fotos(2): Ove Arscholl

Stadtmitte. Stadtrundgang für alle: Gestern hatte Sylvia Kahl (63) Menschen mit und ohne Behinderung durch die Rostocker Innenstadt geführt. Besonders für Menschen, die in ihrer Bewegung und Sehkraft eingeschränkt sind, gibt es regelmäßig solche Angebote – auch Touren extra für Rollstuhlfahrer. Heute wird es zusätzlichen einen Aktionstag zum Thema „Mensch inklusive“

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Einen Stadtrundgang für Menschen mit Handicap soll es künftig öfter geben / Verein lädt heute zum Aktionstag „Mensch inklusive“ ein

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„Einen Rundgang in dieser Form mache ich zum ersten Mal. Wir wollen dabei alle Menschen berücksichtigen“, sagt die Stadtführerin. Das Tempo ist verlangsamt, damit alle folgen können. Zusätzlich wurden Empfängergeräte verteilt, damit alle Ausführungen zu verstehen waren. „Ich beschreibe in meinem Rundgang die Umgebung so, dass jeder sie wahrnehmen kann“, berichtet sie. Dicht an die Objekte rangehen, sie fühlen – etwa bei den Skulpturen „Welle“ und „Fluss“ in der Breiten Straße. „Auf diese Art kann ein Rundgang auf eine ganz neue Art wahrgenommen werden“, erzählt Sylvia Kahl.

Rundgänge dieser Art sollen künftig häufiger stattfinden. Denn knapp 20 000 Menschen, die mit einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit leben müssen, werden in der Hansestadt gezählt. Sie haben als Ansprechpartner den Beirat für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. 70 Mitglieder kümmern sich um ihre Belange. Ein wichtiger Aspekt, der immer wieder thematisiert wird:

barrierefreie Veranstaltungen anbieten. Dazu zählt dieser inklusive Rundgang durch die Stadt. „Unser Ziel ist es, keine gesonderten Angebote zu schaffen, sondern Veranstaltung auf die Beine zu stellen, an denen alle teilnehmen können“, sagt Rostocks Behindertenbeauftragte Petra Kröger.

Sie lobt unter anderem die Behindertenarbeit des F.C. Hansa Rostock. Im Stadion gibt es gesonderte Sitzplätze mit „Audiodeskription“. „Blinden und sehbehinderten Menschen wird somit ermöglicht, das Spiel auf dem Platz besser wahrnehmen zu können“, sagt sie. Aber auch andere Sportangebote wie Segeln, Handbike oder Fußball seien in Rostock vorhanden.

Der 30-jährige Johannes Schinke, der selbst im Rollstuhl sitzt, engagiert sich seit 2014 ebenfalls in der Stadt. „Ich habe zwei behindertengerechte Routen im Angebot. Eine sportlichere für Fortgeschrittene in der östlichen Altstadt und eine rund um den Neuen Markt“, meint er. Er will seine Routen demnächst noch weiter ausbauen.

„Bei all den vielen Angeboten gibt es dennoch einige Probleme, mit denen Menschen mit Behinderungen zu kämpfen haben. Dazu zählen vor allem die Integration auf den ersten Arbeitsmarkt und bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum zu finden“, berichtet Petra Kröger. Auch die zahlreichen Aufsteller vor Cafés oder Geschäften, die beispielsweise Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen mit Rollatoren zwingen, auszuweichen. „Das ist ein Problem, das uns schon seit Jahren beschäftigt“, sagt sie. Positiv lief für sie hingegen die Hanse Sail. „Zum ersten Mal hatte ein Gebärdendolmetscher das Eröffnungsprogramm übersetzt“, so Petra Kröger. Auch den Begleitdienst, der etwa für Infos und Transport zuständig war, haben viele Menschen in Anspruch genommen.

Heute wird es auf dem Universitätsplatz den Aktionstag „Mensch inklusive“ geben. Von 14 bis 19 Uhr wirbt dann der Verein „Rostocker für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe“ für ein vorurteilsfreies Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung.

Aktionstag

Von 14 bis 19 Uhr wirbt am heutigen Sonnabend der Verein „Rostocker für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe“ auf dem Rostocker Universitätsplatz für ein vorurteilsfreies Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung. Etwa der Gebärdenchor der Gehörlosenseelsorge und die Band der Werkstätten des Deutschen Roten Kreuzes werden die Veranstaltung musikalisch begleiten. Eine Gesprächsrunde von Kommunalpolitikern soll die Stellung der Parteien und Betroffener zum Bundesteilhabegesetz klären. An Informationsständen können sich die Besucher über Aktivitäten von Sozial- und Behindertenverbänden informieren.

Mathias Otto

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