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Müllentsorgung: Ärger um Kleingartenabfälle auf Friedhof

Gartenstadt/Stadtweide Müllentsorgung: Ärger um Kleingartenabfälle auf Friedhof

Verwaltung beklagt mehr Müll auf dem Neuen Friedhof / Verdacht fällt auf angrenzenden Kleingartenverein / Verbandsvorsitzender Seifert: „Dafür gibt es keine Beweise.“

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Gestellte Szene: Kleingärtner sollen auf dem Neuen Friedhof Garten- und Hausmüll entsorgen.

Quelle: Ove Arscholl

Gartenstadt/Stadtweide. Dabei, den Garten winterfest zu machen, fällt eine Menge Abfall an: Äste, Laub und Erntereste. Einigen Kleingärtnern sollen die Möglichkeiten in ihrem Kleingartenverein „Damerow“ jedoch nicht reichen – sie sollen ihre Abfälle auf dem Neuen Friedhof entsorgen, so der Vorwurf der Stadtverwaltung. Die Kleingärtner weisen die Schuld von sich und fühlen sich zu Unrecht beschuldigt.

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Verwaltung beklagt mehr Müll auf dem Neuen Friedhof / Verdacht fällt auf angrenzenden Kleingartenverein / Verbandsvorsitzender Seifert: „Dafür gibt es keine Beweise.“

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Abfallentsorgung in der Hansestadt

4 Entsorgungshöfe gibt es in Rostock. Auf ihnen können unter anderem Sperrmüll, Schrott und Grünschnitt kostenlos entsorgt werden.

Für einige Abfälle müssen die Bürger allerdings auch bezahlen: für Altfenster, Altreifen mit und ohne Felge, Bauschutt und Baustellenabfälle.

Die Container sind frei zugänglich. „Der Friedhof ist nicht abgeschlossen“, sagt Ute Fischer-Gäde, Leiterin des Amtes für Stadtgrün, das sich um die Verwaltung der letzten Ruhestätten kümmert. „Den Kleingärtnern ist wohl bewusst, dass das nicht richtig ist“, sagt sie, möchte sich zu dem Thema aber wegen laufender Gespräche mit den Gärtnern in der Öffentlichkeit zurückhalten, um eine friedliche Einigung nicht zu gefährden. Caroline Troschke, Leiterin der Friedhofsverwaltung, wolle ebenfalls keinen „Zwist“ riskieren. Aber ärgerlich sei das schon. Denn das Entsorgen kostet Geld.

Zwar kompostiert die Stadt die Abfälle selbst, aber die Container müssen abgeholt und geleert werden. Und auf dem Recyclinghof arbeitet weiteres Personal. Je mehr Müll, desto mehr Arbeitsstunden, desto teurer. Mit anderen Worten: Kleingärtner würden ihre Gartenabfälle auf Kosten der Stadt Rostock entsorgen. 165 Grünschnittcontainer mit je 2,5 Kubikmeter Fassungsvermögen stehen nach Angaben der Verwaltung auf dem Neuen Friedhof.

„Wir sind auf die Kleingärtner zugegangen“, sagt Fischer-Gäde, „und wir sind im Dialog.“ Den müssten sie führen. Es gehe um Verständnis bei den Kleingärtnern. Reichten die Kapazitäten nicht aus, müssten sich die Gärtner an den Verband wenden. „Aber manchmal ist der Weg dahin wohl weiter als zum Friedhof“, sagt Fischer-Gäde.

Zwischen dem Verein und dem Friedhof liegt nur der Klein Schwaßer Weg und ein Zaun mit mehreren Toren. Dass auf dem Neuen Friedhof Müll entsorgt wird, der nicht dort angefallen ist, sorgte schon im vergangenen Jahr für Ärger. Dabei ging es jedoch um säckeweise Hausmüll, „in großen Mengen, wie sie im Kleingarten gar nicht anfallen“, verteidigt Christian Seifert, Vorsitzender der Gartenfreunde, seine Mitglieder. Er beklagt die Aggressivität der Stadt und dass etwas „gesucht wird, was man uns anheften kann“. Von einem aktuellen Dialog zum Thema Gartenmüll wisse er nichts – auch nicht davon, dass es derzeit Probleme gebe. Robert Kröger, Vorsitzender des Kleingartenvereins Damerow, sei das ebenfalls neu.

Genauso wie Seifert betont Kröger, dass es keine Beweise dafür gebe, ob der Müll wirklich von den Kleingärtnern komme. „Es sind auch Eigenheime in der Umgebung“, sagt Kröger. „Wir wissen nicht, ob der Müll von den Kleingärtnern kommt.“ Und er habe auch gehört, dass Leute aus dem Landkreis ihren Müll dort entsorgten. „Das sind aber nur Gerüchte.“

Dass aber auch Müll der Kleingärtner dort abgeladen wurde, ist laut Abteilungsleiterin Caroline Troschke unbestritten. Ihre Mitarbeiter hätten Briefe gefunden, die an einen Gartenfreund adressiert gewesen seien. Zudem sei auffällig, dass das Mehr an Müll je zum Ende und Anfang der Gartensaison zu verzeichnen sei.

Es gebe gar keinen Grund, dort Grünschnitt zu entsorgen, denn er werde zwei Mal im Jahr abgeholt, sagt Seifert. „Daran halten sich die Gartenfreunde in der Regel.“ Und wenn nicht, sei das „nicht immer böser Wille“, sagt der Vorsitzende.

Doch es handele sich nicht nur um Grünschnitt, sondern auch um Hausmüll, wie Milchkartons oder Grillreste – auch ganze Gartenliegen mit Kissen seien schon entsorgt worden. „Wir sind uns aber natürlich auch bewusst, dass das nicht nur Kleingärtner machen. Der Friedhof liegt sehr zentral“, sagt Caroline Troschke.

Laut Kröger habe die Stadtverwaltung einst mitgeteilt, dass es nicht verboten sei, dort Müll zu entsorgen, die Friedhofsverwaltung wolle es nur nicht. „Nein, das ist nicht erlaubt“, betont Caroline Troschke. Kröger ist dafür, dass die Container verschlossen würden – um zukünftig Missverständnisse zu vermeiden. Denn Kontrollen seien schwer umsetzbar.

Philip Schülermann

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