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Museumsstück knattert über Rostocks Dächern

Stadtmitte/Purkshof Museumsstück knattert über Rostocks Dächern

Der größte einmotorige Doppeldecker der Welt gastierte für einen Tag in Purkshof und drehte mit Gästen Rundflüge über die Hansestadt

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Der Rasenplatz genügt für die Antonow zum Starten und Landen. Fotos (2): Ove Arscholl

Stadtmitte/Purkshof. Ungewöhnliche Bilder am Rostocker Himmel. Zwar nicht, dass ein Doppeldecker seine Kreise zog, sondern die Art des Flugzeugs beeindruckte die Schaulustigen am Boden. Die Antonow „An-2“ – der größte sich im Einsatz befindliche einmotorige Doppeldecker der Welt – war für einen Tag zu Gast auf dem Flugplatz in Purkshof. In Deutschland gibt es von diesem Nachkriegsflugzeug nur noch wenige funktionsbereite Exemplare.

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Der größte einmotorige Doppeldecker der Welt gastierte für einen Tag in Purkshof und drehte mit Gästen Rundflüge über die Hansestadt

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Pilot, Crew und Gäste waren gleichermaßen beeindruckt von dem knapp 13 Meter langen Luftfahrzeug. Pilot Johann Root (56) aus Russland sitzt häufig in diesem „Brummer“. „Diese Maschine zu fliegen ist ein wunderschönes Gefühl. Für mich steht ganz klar fest: Es ist das beste Flugzeug, das ich je geflogen bin.“ Der 56-Jährige kam ins Schwärmen, wenn er den „Mitfliegern“ die „An-2“ erklärte. Er steuerte im Halbstundenrhythmus den dunkelgrünen Doppeldecker souverän durch die Lüfte.

Denise Peters war anfangs mulmig, als sie die Antonow-2 auf dem Flugplatz sah. „Ich kenne sonst nur die größeren Maschinen, die auch auf Asphalt und nicht auf Rasen starten“, sagt sie. Auch, dass sie im Flugzeug schief saß und außerdem seitlich zur Fahrtrichtung, habe sie anfangs irritiert. „Aber es war ein schönes Gefühl, mit solch einem Doppeldecker mitzufliegen. Ich würde es wieder tun“, so die 31-Jährige. Anja Moldenhauer (34) fasst ihren Flug mit zwei Wörtern zusammen: „rustikal und wackelig“. „Ich habe jede Vibration im Flugzeug gemerkt. Aber dafür wurde ich auch belohnt. Ich hatte eine schöne Aussicht auf die Hansestadt und den Warnemünder Strand“, so Anja Moldenhauer.

Beide sind nach ihrem 20-minütigen Flug gleich ausgestiegen, andere blieben noch im Innenraum oder ließen sich vom Piloten Johann Root das Cockpit zeigen. Auch seine beiden Kollegen Werner König (69) und Gerhard Obernosterer (59) vom Aeroclub Neustadt-Glewe führten durchs Flugzeug. „1000 Pferdestärken, 30 Liter Hubraum, neun Zylinder Sternmotor, Baujahr: 1973, zwölf Sitzplätze“, zählte Gerhard Obernosterer die Eckdaten auf. Zu DDR-Zeiten wurde der Doppeldecker anfangs für Fallschirmsprünge eingesetzt und später als Agrarflugzeug und Transportmaschine.

Das Besondere dieses Flugzeug-Typs: Es existieren deutschlandweit nur noch 20 Modelle. „Während der Saison sind wir mit der Antonow-2 im gesamten Land unterwegs. Wir arbeiten ehrenamtlich. Das Geld, das eingenommen wird, wird komplett in die Sanierung des Flugzeugs gesteckt“, so Werner König.

„An-2“ nachgebaut

Der Fliegerclub Rostock hatte sich 1990 als Verein neu gegründet. 200 Mitglieder gehören zum Verein, von denen 100 im Besitz eines Pilotenscheines sind. Sieben Flugschüler sind in der Ausbildung.

Zum Bestand gehören fünf Segelflugzeuge, zwei Motorsegler und ein Motorflugzeug. Zwei Segler sind Doppelsitzer für die Ausbildung.

Zum Fliegerclub Rostock gehört zudem noch die Abteilung Modellflug. Hier spielt auch die Antonow eine große Rolle. Ein Mitglied hat die „An-2“ nach Konstruktionsunterlagen nachgebaut.

Mathias Otto

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