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Musik bringt Spannung in die Partnerschaft

Steintor-Vorstadt Musik bringt Spannung in die Partnerschaft

Sie sind am Klavier ein Paar und auch im Leben. Ulrike Mai und Lutz Gerlach, also nicht nur durch die Musik verbunden, waren am Donnerstag zu Gast im OZ-Studio.

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Die Pianisten Ulrike Mai und Lutz Gerlach waren am Donnerstagabend zu Gast im OZ-Studio. Sie zeigten an diesem Abend sich nicht nur als empfindsame und hochklassige Musiker, sondern auch als nachdenkliche und kreative Zeitgenossen.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Steintor-Vorstadt. Sie sind am Klavier ein Paar und auch im Leben. Ulrike Mai und Lutz Gerlach, also nicht nur durch die Musik verbunden, waren am Donnerstag zu Gast im OZ-Studio. Es war die sechste Veranstaltung dieser Art, die ausverkauft war.

OZ-Bild

Sie sind am Klavier ein Paar und auch im Leben. Ulrike Mai und Lutz Gerlach, also nicht nur durch die Musik verbunden, waren am Donnerstag zu Gast im OZ-Studio.

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Nächstes Konzert: Ulrike Mai und Lutz Gerlach spielen am Sonnabend, 12. März, in ihrer Klanggalerie „Das Ohr“ in Ahrenshoop das nächste Konzert. Beginn: 20 Uhr.

Moderiert wurde diese Ausgabe von OZ-Chefredakteur Andreas Ebel und Kulturchef Michael Meyer, sie führten auch die Gespräche mit den beiden Künstlern. Da erfuhr man Biografisches: Ulrike Mai (45), in Rostock geboren und in Bad Doberan aufgewachsen, studierte an der Hochschule für Musik und Theater (HMT). Nach dem Studium wurde sie Orchestermusikerin, so in der Norddeutschen Philharmonie. Daneben unterrichtet sie im Greifswalder Konservatorium.

Im OZ-Studio berichtete sie über ihre musikalischen Vorlieben, präsentierte auch zwei Stücke: „Voiles“ von Claude Debussy und „Meri“ aus der Feder des finnischen Komponisten Selim Palmgren. „Man wird nur gut, wenn man es liebt“, fasste sie ihren musikalischen Werdegang zusammen. Ulrike Mai präsentierte sich als eine disziplinierte Künstlerin, die durchaus auch aufgeschlossen gegenüber avantgardistischen Strömungen ist.

Dann trat Lutz Gerlach (54) in Aktion. Der Berliner war auf Umwegen zur Musik gekommen.Nach einem abgebrochenen Medizinstudium hatte er an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ studiert. „Ein schlechter Musiker kann weniger Schaden anrichten als ein schlechter Arzt“, witzelte Gerlach über dieses Umsteuern.

Nach dem Studium, noch zu DDR-Zeiten, hatte sich Gerlach als Künstler selbstständig gemacht, früh auch mit kommerziellem Erfolg. Nach der Wende gab es eine grundlegende Neuorientierung. „Das war um meinen 30. Geburtstag herum“, so Gerlach. Dann verschlug es ihn an die Ostseeküste, wo er auch seine Frau traf. Heute leben Ulrike Mai und Lutz Gerlach in Ahrenshoop. Die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze der Eheleute — sie kommt von der Klassik und er eher vom Jazz — bringen eine interessante künstlerische Spannung in die Partnerschaft.

Längst ist Lutz Gerlach nicht nur als Musiker aktiv, auch als Macher. Er organisiert künstlerische Großprojekte, so die Zingster Klaviertage; bei den Naturklängen hat er die künstlerische Leitung.

Gerlach bringt Musik in neue Zusammenhänge oder an ungewöhnliche Orte. Er spielt Piano auf einen Floß oder auf einem Katamaran, zeigt sich offen für neue Ideen und neue Menschen. „Ich betrachte mein Leben wie eine Wundertüte“, meinte Gerlach. Ein Leben also, das weit über das bloße Künstlerdasein hinausgeht. Auch Gerlach spielte ein Stück, das träumerisch angelegte Stück „Juliette“. Zum Schluss setzten sich Ulrike Mai und Lutz Gerlach gemeinsam ans Klavier.

Das aufmerksame Publikum im OZ-Studio spürte auch an diesem Abend: Es ist in Mecklenburg-Vorpommern mehr los, als man denkt. Und es gibt hier mehr interessante Menschen, als mancher so glaubt.

Von Thorsten Czarkowski

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