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Musikalisches Viertelfinale

Musikalisches Viertelfinale

Das war nicht ohne Risiko. Nur drei Stunden vor dem Anpfiff zum denkwürdigen EM-Viertelfinale Deutschland gegen Italien gab die Norddeutsche Philharmonie auf der ...

Das war nicht ohne Risiko. Nur drei Stunden vor dem Anpfiff zum denkwürdigen EM-Viertelfinale Deutschland gegen Italien gab die Norddeutsche Philharmonie auf der Freilichtbühne des Iga-Parkes ein unterhaltsames und temperamentvolles Konzert. Trotz zwischenzeitlichen Regens und kurz aufkommender Windböen versprach es unverdrossen und vollmundig: „We are the champions“, obwohl es fünf Stunden später auch hätte heißen können: „We are the losers“.

Dazu spendierte es rückhaltlose freudige Siegeszuversicht. Coach Nicholas Milton (49), der australische Gastdirigent, musikalischer Chef in Saarbrücken, der seit mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland wirkt und sich deshalb – wie er sagte – „als Deutscher fühlt“, hatte dazu eine bunte Truppe aufs Spielfeld geschickt: Sportliches, Tänzerisches, Heroisches und Triumphales aus Pop und Klassik, aus Film, Oper und Konzert, aus aller Herren Länder im Fünf-Minuten-Takt, vom „Einzug der Gladiatoren“ bis zum „Superman March“, vom Schlittschuhläufer-Walzer bis zur „Jockey-Polka“, vom ausgerechnet italienischen Triumphmarsch aus Verdis „Aida“ (was später leicht hätte ins Auge gehen können) bis zum inbrünstigen gemeinsamen Publikumsgesang „We are the champions“.

Milton hat ein Händchen für den unmittelbaren sinnlichen Reiz dieser Musik, für ihren rhythmischen Schwung und Pomp, und damit hat die Philharmonie zu mitreißendem Pepp und Schmissigkeit animiert.

Und da, wo der Bezug der Musik zum Fußball, ja zum Sport nicht gleich sichtbar wurde, stellte er ihn in seiner launigen Moderation her, mit britisch-trockener sympathischer Absurdität. Seiner Vorspielerin der zweiten Geigen, der Italienerin Sarabeth Guerra, prophezeite er, dass sie an diesem Abend noch weinen werde.

Dies alles amüsierte das Publikum in hohem Maße und tränkte es geradezu mit Siegesgewissheit. Auf dem Höhepunkt des Triumphes, zur Sieges-Ouvertüre „1812“ von Tschaikowski krachten reale Böller, die von den historischen Kanonen der Gehlsdorfer „Schützengesellschaft Concordia von 1848“ ziemlich taktgenau abgefeuert wurden, und etwas feierten, was erst Stunden später wirklich wurde: „We are the champions“.

OZ

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