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Musikschüler aus dem Umland sollen Zuschlag zahlen

Stadtmitte Musikschüler aus dem Umland sollen Zuschlag zahlen

Stadt überarbeitet Entgeltordnung am Konservatorium / Direktor warnt

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Der Zuschlag darf maximal zehn Prozent betragen.Edgar Sheridan-Braun Direktor Konservatorium

Stadtmitte. Wer nicht aus Rostock kommt, zahlt mehr: Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob Musikschüler aus dem Umland am städtischen Konservatorium „Rudolf Wagner Regeny“

OZ-Bild

Stadt überarbeitet Entgeltordnung am Konservatorium / Direktor warnt

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künftig einen Zuschlag entrichten müssen. Das teilt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) mit. Er spricht von einem Gebot der Fairness. Erst in den vergangenen Wochen hatte Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) gefordert, dass sich die Bürger aus dem Umland stärker an den Einrichtungen in der Hansestadt beteiligen (die OZ berichtete).

Aktuell sind rund 290 Schüler aus dem Umland am städtischen Konservatorium eingeschrieben, das entspricht einem Anteil von 20 Prozent. Auch bei den Entgelten von Volkshochschule und Stadtbibliothek soll es Anpassungen geben – so wie es das Haushaltssicherungskonzept zum Schuldenabbau verlange, sagt Bockhahn.

Gebot der Fairness

Der Senator erklärt: Die eine Hälfte der Kosten am Konservatorium zahle die Hansestadt (knapp 1,2 Millionen Euro). Die andere Hälfte (rund eine Million Euro) komme über die Schulgelder rein. „Die Rostocker Musikschüler erhalten also die Hälfte ihres Unterrichtsentgeltes von der Stadt, was angemessen ist, ihre Eltern zahlen hier ja auch Steuern“, sagt Bockhahn. Wer jedoch aus Sievershagen, Bentwisch oder Roggentin komme, tue das nicht – und dennoch schieße die Hansestadt die Hälfte dazu. Bockhahn sieht nun zwei Möglichkeiten: „Entweder die Umlandgemeinden beteiligen sich oder die Schüler müssen mehr bezahlen.“

Konservatoriumsdirektor Edgar Sheridan-Braun warnt jedoch vor zu hohen Zuschlägen. „Es gibt welche, die haben eine Erhöhung um 140 Prozent vorgeschlagen. Dabei wären bereits 50 Prozent eine Katastrophe“, sagt Sheridan-Braun. Er weist daraufhin, dass auswärtige Schüler seit geraumer Zeit keine Ermäßigungen mehr bekämen. Rostocker Warnowpass-Inhaber erhalten zum Beispiel Vergünstigen in Höhe von 50 Prozent. Weniger zahlen darf auch, wer aus der Hansestadt kommt und mehrere Familienmitglieder anmeldet. „Als es das auch noch für Schüler aus dem Umland gab, lag ihr Anteil bei 25 Prozent und mehr.“

Für das Konservatorium sprechen laut Sheridan-Braun kurze Wege. „Die Kinder gehen hier zur Schule oder ihre Eltern arbeiten hier.“ Zudem punkte das Haus mit inhalticher und pädagogischer Klasse. „Wir leben auch von unserer Attraktivität als größte kommunale Musikschule Mecklenburg- Vorpommerns.“

Konservatorium in Gefahr

Doch wenn die Eltern den Unterricht nicht mehr bezahlen können, sei die gesamte Struktur des Konservatoriums in Gefahr. Viele Ensembles würden auseinandergerissen. Beispiel: Das Blechbläserquartett um Pepe Falkenberg (12), Christian Dupke (11), Fine Lenike Arp (10) und Emilia Fritzsche (9). Sie haben gerade beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Preis gewonnen und sich für den Landeswettbewerb qualifiziert. Ein großer Erfolg. Doch drei von ihnen kommen aus dem Umland – und wird den Eltern das Entgelt am Konservatorium nun zu teuer, ist es vorbei.

„Mein Wunsch an die Politik wäre ein Zuschlag von maximal zehn Prozent, am liebsten noch weniger. Sonst gehen die Eltern nicht mit“, sagt Sheridan-Braun. Im Vergleich zu anderen Musikschulen der Region liege das Preisniveau des Konservatoriums bereits weit oben. „Und wenn es zu hoch wird, könnten uns auch Nachteile im Wettbewerb mit privaten Konkurrenten entstehen“, so der Direktor.

Neues Anreizsystem

„Wir gucken uns das an“, sagt Senator Bockhahn. Frühestens zum Schuljahr 2018/19 soll die Entgeltordnung in Kraft treten. Eine Anpassung sei wichtig, „wenn wir die Preise ansatzweise stabil halten wollen“, so Bockhahn. Zudem wolle die Hansestadt den Lehrern perspektivisch mehr zahlen.

Eine weitere Idee, die geprüft wird: Die Höhe der Entgelte soll nach Angebot und Nachfrage ausgerichtet werden. So soll ein Anreiz geschaffen werden, dass sich mehr Schüler für weniger genutzte Instrumente interessieren, weil der Unterricht hier weniger kostet. Während Klavier und Gitarre sehr beliebt seien, so Sheridan-Braun, fehlten für Posaune, Horn, Oboe oder Fargott Schüler. Doch auch dieses System habe seine Grenzen. Es sei unwahrscheinlich, dass jemand, der Schlagzeug lernen wolle, sich plötzlich für Violine entscheide, nur weil es günstiger sei. Aber: „Vielleicht will jemand, der sich für Violine interessiert, dann auch mal Kontrabass probieren“, so Senator Bockhahn.

290 Schüler kommen aus dem Umland

1500 Schüler zählt das Rostocker Konservatorium „Rudolf Wagner Regeny“ aktuell. Rund 290 davon kommen aus dem Umland.

An der Musikschule des Landkreises in Güstrow sind 1255 Schüler eingeschrieben. Davon kommt keiner aus der Hansestadt. An der Kreismusikschule „Friedrich von Flotow“ in Bad Doberan werden 18 Rostocker unterrichtet. Insgesamt gibt es hier 1155 Schüler. Die Gebühren decken 26,7 Prozent der Kosten ab.

André Wornowski

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