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Nach Anschlägen: Rostock bangt um CJD-Schüler in Brüssel

Brüssel/Gartenstadt Nach Anschlägen: Rostock bangt um CJD-Schüler in Brüssel

Französisch-Klasse sitzt mit Lehrerin in Herberge fest / Besuch in der Nähe des Anschlagsortes wurde rechtzeitig abgesagt / Lehrerin zur OZ: „Uns geht es gut“

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Polizei und Rettungskräfte vor der Metro Maelbeek in Brüssel: Hier wollten die Schüler einen EU-Abgeordneten besuchen.

Quelle: Olivier Hoslet/dpa

Brüssel/Gartenstadt. Nach den Terroranschlägen in Brüssel bangen Freunde, Verwandte und Mitschüler um eine Rostocker Schulklasse: Die Schüler der Rostocker Christophorusschule (CJD) und ihre Lehrerin entgingen gestern den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt. Die angehenden Abiturienten eines Französisch-Kurses wollten eigentlich den Abgeordneten Werner Kuhn (CDU) im EU-Parlament besuchen. Kuhns Büro liegt nur wenige Hundert Meter von der U-Bahnstation Maelbeek entfernt, in der um 9.11 Uhr eine Bombe nach Zahlen vom Abend mindestens 20

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Französisch-Klasse sitzt mit Lehrerin in Herberge fest / Besuch in der Nähe des Anschlagsortes wurde rechtzeitig abgesagt / Lehrerin zur OZ: „Uns geht es gut“

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1178 Schüler besuchen die Christophorusschule in Rostock. 106 Lehrkräfte unterrichten an der privaten Bildungseinrichtung, deren Träger das Christliche Jugenddorfwerk ist.

Menschen getötet und 106 Menschen verletzt hat. Der Besuch wurde abgesagt, die Schüler sitzen nun mindestens noch bis heute in Brüssel fest.

Das Treffen mit den Christophorusschülern sollte von 13 bis 14 Uhr im Parlament stattfinden. Nachdem Lehrerin Uta Hildebrandt aber von dem Anschlägen erfahren hatte, sei die Gruppe in der Jugendherberge geblieben. „Uns geht es gut“, schrieb die Lehrerin am Abend in einer SMS an die OZ. „Wir haben den Tag friedlich in der Herberge und nicht in der Nähe der Bomben verbracht.“ Zu erreichen war Hildebrandt gestern nur schwer. Telefonieren könne sie nicht: Sie brauche das Guthaben ihrer Telefonkarte, um einen Bus nach Rostock zu buchen und um Kontakt mit ihrer Familie und den Familien der Schüler zu halten: „Wir versuchen jetzt erst mal, heil nach Hause zu kommen.“ Die Lehrerin habe sehr umsichtig gehandelt, lobte der Abgeordnete Kuhn die Entscheidungen Hildebrandts.

Bis zum Abend saßen die Rostocker Schüler aber in der Hauptstadt fest: „Sie kommen nicht weg. Es fahren ja keine Züge, keine Busse“, sagte Steffen Kästner, der Leiter des Christophorus-Gymnasiums.

Kästner hatte gleich am Morgen Kontakt zu „seinen“ Schülern in Brüssel: „Ich bin heilfroh, dass es allen gut geht, und hoffe, dass wir die Jungen und Mädchen bald gesund und wohlbehalten an ihre Eltern übergeben können. Wir werden alles dafür tun, dass sie die schrecklichen Eindrücke verarbeiten können.“ Kästner kündigte zugleich Konsequenzen für künftige Auslandsreisen von Schülern des Rostocker Gymnasiums an: „Bisher mussten wir uns wenig Gedanken über das Thema Terror-Gefahr machen, wenn unsere Schüler auf Reisen gegangen sind. Aber die Ereignisse führen dazu, dass wir künftig die Reiseziele und Sicherheitslage genauer prüfen müssen.“ Das sei bedauerlich. Seine Lehrer und Schüler vom Reisen abhalten will er aber trotz der Eindrücke aus Brüssel nicht: „Diese Taten dürfen nicht dazu führen, dass wir uns von unserer freiheitlichen Lebensweise abbringen lassen.“

Im sozialen Netzwerk Facebook im Internet bangten zahlreiche Rostocker mit den Schülern in Brüssel: „Kommt wieder gesund in die Heimat, und mögen die Stunden für die Schüler und Angehörigen schnell vergehen“, schrieb beispielsweise die Facebook-Nutzerin Stefanie Träumerin. „Was die Schüler und auch die Angehörigen zu Hause wohl für Ängste ausstehen. Ich wünsche allen ganz viel Kraft“, meinte die Nutzerin „Ti Ni“. „Ich würde durchdrehen, wenn ich wüsste, dass mein Kind da vor Ort wäre“, kommentierte Susanne Brede. Und Kerstin Pasic schrieb: „Ich würde alles in Bewegung setzen, um dahin zu kommen und mein Kind dort abzuholen.“

Auch in Tessin sorgen sich Angehörige nach den Terror-Anschlägen um einen Verwandten in Brüssel: Arne Gericke, der für die Familienpartei im EU-Parlament sitzt, meldet sich bei Facebook: „Wir setzen unsere Arbeit fort, so gut es geht. Meine und unsere Gedanken aber sind jetzt vor allem bei den Opfern und ihren Familien.“ Telefonisch war Gericke nicht zu erreichen. Das Handynetz in Brüssel war zeitweise komplett zusammengebrochen. Seinem Team und ihm gehe es aber gut, so der Parlamentarier bei Facebook.

Von Andreas Meyer und Axel Meyer

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