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Nach Jahren des Stillstands: Kinder weihen neuen Hort ein

Stadtmitte Nach Jahren des Stillstands: Kinder weihen neuen Hort ein

Bau in der Herderstraße bietet 150 Plätze / Kosten: 2,5 Millionen Euro

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Jubel bei den Kindern: Zur offiziellen Einweihung des neuen Hortgebäudes in der Herderstraße 6 haben die Grundschüler gestern ein Programm aufgeführt. Sie sangen unter anderem das Fliegerlied von Tim Toupet.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Große Freude bei den Kindern der St. Georg Schule: „Heut ist so ein schöner Tag und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger“, singen die Grundschüler und springen in die Höhe. Nach Jahren des Stillstandes ist ihr neues Hortgebäude in der Herderstraße 6 endlich fertig und gestern offiziell eingeweiht worden. Nur die Außenanlagen müssen noch hergerichtet werden. „Wir waren überwältigt, als wir das Haus zum ersten Mal betreten haben“, sagt Hortleiterin Katrin Urbanowski. Sie spricht von hervorragenden Bedingungen für Kinder und auch Personal.

Rund 2,5 Millionen Euro hat der kommunale Eigenbetrieb KOE in den Neubau investiert. Auf vier Etagen können sich nun 150 Kinder austoben. Es gibt unter anderem einen Musik- und Theaterraum, einen Legoraum und einen Bewegungsraum. Die Spielgeräte seien so einladend, dass beim Aufbau selbst die Handwerker nicht davon losgekommen seien, berichtet Jürgen Richter vom Träger der Einrichtung, dem Deutschen Roten Kreuz. „Wir sind begeistert. Den Mitarbeitern macht es Spaß hier tätig zu sein, das motiviert unheimlich“, betont er.

Ganz viel Licht, ganz viele Farben und keine Barrieren: Für Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) setzt das Hortgebäude einen neuen Standard. Von einem „Happy End“ spricht KOE- Chefin Sigrid Hecht. 14 Monate lang habe der Eigenbetrieb auf die Baugenehmigung warten müssen. Positiv überraschten Hecht die Nachbarn: Bei einer Eigentümerversammlung haben alle für das Projekt gestimmt.

„Das ist außergewöhnlich.“ Schließlich geben die Nachbarn einen Teil ihrer Ruhe auf. „Das ist das, was wir uns an Toleranz und Liebe in dieser Stadt wünschen.“

Bis 2012 ist das Haus in der Herderstraße 6 als Kitagebäude genutzt worden. Seitdem stand es leer. „Das Haus war nicht mehr sanierungsfähig“, sagt Hecht. Wobei sie einräumt: Als Hortgebäude war es nicht mehr brauchbar – als Wohnhaus hätte es hingegen schon noch erneuert werden können. Doch die KOE-Chefin betont, wie wichtig der Neubau als Hort an dieser Stelle gewesen sei. Schließlich habe die Stadt den Anspruch, die Kinder auf das Leben da draußen ordentlich vorzubereiten, so Hecht weiter. Bisher waren die Grundschüler an drei verschiedenen Standorten untergebracht. Über das Ergebnis sei die Bauherrin nun froh und glücklich. Denn: „Die Kinder sagen zu uns, dass habt ihr gut gemacht. Und sie sind unsere Auftraggeber.“

Doch bei aller Schönheit und Funktionalität der neuen Räumlichkeiten: Sozialsenator Bockhahn hebt die weiterhin enorme Belastung für die Erzieher hervor, die jeweils alleine 22 Kinder betreuen müssten. Im Durchschnitt. So sehe es das Landesgesetz vor. In Rostock gebe es derzeit insgesamt 5549 Grundschüler; 80 Prozent von ihnen werden im Hort betreut. Nur vier deutsche Großstädte erreichen eine höhere Quote, sagt Bockhahn.

Aus Sicht der Stadtverwaltung wird es eine Herausforderung, weitere Hort-Räume in Rostock zu finden. Denn diese müssen in der Nähe der Grundschulen liegen. Doch aufgrund der hohen Wohnungsnachfrage gibt es hier kaum noch freie Kapazitäten – vor allem nicht in der Innenstadt.

Versorgungsquote steigt

1650 zusätzliche Plätze in Krippe, Kindergarten und Hort sollen bis 2025 entstehen. Aktuell gibt es 88 Kindertageseinrichtungen in Rostock. Dazu kommen 152 Tagespflegeeinrichtungen, die 736 Plätze anbieten. In den Kitas standen (Stand 1. Februar 2016) 2987 Krippen und 6516 Kindergartenplätze zur Verfügung. Zudem gab es 5229 Hortplätze. Die Versorgungsquote steigt seit 2010. Im Hort lag sie im März 2016 bei 77,1 Prozent, im Kindergarten bei 94,7 Prozent. Die Quote in der Krippe betrug 55,1 Prozent, wobei zu berücksichtigen ist, dass die bis Einjährigen mitgerechnet werden, aber in der Regel noch nicht in der Kita betreut werden.

André Wornowski

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