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Nach Tradi-Entscheid: Neues Museum soll nach Schmarl

Stadtmitte Nach Tradi-Entscheid: Neues Museum soll nach Schmarl

Bürgerschaft hat entschieden: Rathaus soll bis 2018 Pläne für Neubau vorlegen

Stadtmitte. Nach dem Bürgerentscheid zum Traditionsschiff will die Bürgerschaft keine Zeit mehr verlieren: Nachdem die Rostocker Wähler entschieden haben, dass die „Dresden“ beim Iga-Park in Schmarl bleiben wird, soll dort nun auch das neue Maritime Erlebniszentrum (MEZ) gebaut werden. Mit großer Mehrheit haben die Fraktionen Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) gestern Abend beauftragt, bis Mitte 2018 konkrete Planungen für das mehr als 20 Millionen Euro teure Multimedia-Museum rund um Schiffbau und -fahrt vorzulegen. Der OB hingegen hält das für falsch: Die Bürgerschaft konzentriere sich nun zu sehr auf Schmarl, vernachlässige mit der Entscheidung aber den Stadthafen.

 

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„Ich habe die Sorge, dass die Entwicklung des Iga-Parks durch die Verwaltung wieder über Jahre verzögert wird. Karina Jens (CDU) Aufsichtsratschefin Iga-Park

In einem Punkt sind sich Politik und Verwaltung dabei vollends einig: Das Votum der Bürger – 57,4 Prozent hatten sich gegen eine Verholung in den Stadthafen ausgesprochen – ist für alle Seiten bindend. „Das Schiff bleibt in Schmarl. Daran gibt es keinerlei Zweifel“, sagte Methling. Nur wie es nun weitergehen soll, darüber gibt es keine Einigkeit. Henning Wüstemann (Grüne), Vorsitzender des Kulturausschusses, sieht es so: Selbst die Museumsplaner des Büros Impuls-Design aus Erlangen, die bereits erste Pläne für das MEZ entwickelt haben, halten es für falsch das Schiff und das neue Museum an unterschiedlichen Standorten zu betreiben. Im Klartext: Wenn das Tradi in Schmarl bleibt, muss dort auch an Land gebaut werden. „Für das maritime Erbe kann es nur einen Standort geben.“

Auch Linken-Chefin Eva- Maria Kröger betonte: „Für uns ist klar, dass Schiff und Museum nach Schmarl gehören.“ Auch Karina Jens, CDU-Politikerin und Vorsitzende des Iga-Aufsichtsrates, forderte: „Wir müssen die Planungen für den Park jetzt schnell umsetzen. Doch habe ich die Sorge, dass dies von der Verwaltung wieder verzögert wird.“ OB Methling hingegen betonte, dass die Wähler lediglich über das Schiff entschieden hätten – und nicht über das Millionen-Projekt MEZ. „Natürlich müssen wir auch den Park entwickeln. Aber der Stadthafen muss Priorität haben. Er ist das Herz Rostocks, ihn müssen wir zu einem Stern machen.“ Wenn die Stadt 50 Millionen Euro in Schmarl investiere, müssten es im Stadthafen mindestens 100 Millionen Euro sein. Auch er sei für einen Ergänzungsbau am Tradi. Aber die ganz große Investition – die müsse in das Zentrum der Stadt. Auch CDU-Fraktionschef Daniel Peters äußerte Bedenken: „Mich stört das Tempo, dass hier an den Tag gelegt wird.“

Einzelentscheidungen machten aus seiner Sicht keinen Sinn: „Wir brauchen jetzt endlich ein Gesamtkonzept – für die Museen, den Iga- Park und den Stadthafen.“

Rolle rückwärts am Rosengarten

Die Rostocker Wohnungsgenossenschaften Schifffahrt-Hafen und Neptun sollen nun auch am Rosengarten bauen dürfen: Die Bürgerschaft machte gestern Abend nach nur vier Wochen die sprichtwörtliche „Rolle rückwärts“. Denn erst in der September-Sitzung hatten die Fraktionen entschieden, dass die Bebauung des Filetgrundstücks am Steintor ausgeschrieben werden soll.

Doch nun wurde der Beschluss gleich wieder gekippt – mit den Stimmen von SPD, Linken, UFR und Grünen. Die CDU hatte sich für die Ausschreibung stark gemacht – um auch privaten Investoren Angebote zu ermöglichen. „Die Genossenschaften zahlen hier ihre Steuern, beschäftigen hier Mitarbeiter, und sie brauchen kein Fremdkapital“, sagt Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD), Rostocker Vize-Oberbürgermeister. am

Andreas Meyer

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