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Nach dem Londoner Inferno: Wie sicher sind Hochhäuser in MV?

Rostock/Stralsund/Greifswald/Neubrandenburg/London Nach dem Londoner Inferno: Wie sicher sind Hochhäuser in MV?

„So einen Brand kann man nicht beherrschen“, sagen Feuerwehrleute aus dem Nordosten zum Brand des Londoner Grenfell-Towers. Die deutschen Brandschutzbestimmungen gelten als die strengsten Europas. Aber man könne nichts ausschließen, meinen Experten

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Ein Feuerwehrmann inspiziert  in London eine Etage des ausgebrannten Hochhauses. Bei dem Brand des Grenfell Towers im Zentrum Londons sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: Rick Findler/dpa

Rostock/Stralsund/Greifswald/Neubrandenburg/London. Ein so katastrophaler Hochhaus-Brand wie in London wäre theoretisch auch in MV möglich. „Man kann grundsätzlich nichts ausschließen“, sagt Johann Edelmann, Leiter der Rostocker Feuerwehr. Allerdings gelten die Sicherheitsauflagen in Deutschland als besonders weitreichend. „Der vorbeugende Brandschutz ist nirgendwo in Europa so streng wie in Deutschland“, meint Stephan Kronenfeld von der Feuerwehr in Greifswald.

Mindestens sechs Menschen starben bei dem Brand des Grenfell-Towers in der britischen Hauptstadt. Von den mehr als 70 Verletzen befinden sich rund 20 in kritischem Zustand. Feuerwehrleute versuchten, zu den verzweifelten Eingeschlossenen in den oberen Etagen vorzudringen. Das Feuer in dem 43 Jahren alten Gebäude war in der Nacht zu gestern ausgebrochen. Warum, ist noch unklar.

Rostocker Wiro-Hochhaus so hoch wie Londoner Grenfell-Tower

„So ein Brand ist nicht beherrschbar“, sagt Feuerwehrmann Kronenfeld. „Man denkt zuerst an die tragischen Schicksale, die hinter diesem Brandereignis stehen“, erklärt Florian Peters, Leiter der Feuerwehr in Stralsund. Auch im eher ländlich geprägten MV stehen viele Hochhäuser. Allein in Neubrandenburg sind es laut Feuerwehr mehrere Dutzend. Die Rostocker Wiro, größer Vermieter im Nordosten, besitzt 19 Hochhäuser.

Dazu zählen laut Landesbauordnung in der Regel Wohngebäude mit mindestens acht Stockwerken. Höchstes Wohnhaus im Land ist das Wiro-Hochhaus in Rostock, das wie der Grenfell-Tower 24 Etagen hat. Die „Wolkenkratzer“ in MV wurden fast alle vor 1990 gebaut. Das muss kein Nachteil sein. „Der DDR-Brandschutz war nicht schlecht“, sagt Rostocks Feuerwehrchef Edelmann.

Drehleitern reichen nicht bis nach ganz oben

Neubauten müssen zwei separate Treppenhäuser haben oder einen sogenannten Sicherheitstreppenraum. Ab einer bestimmten Geschosshöhe darf nur nicht brennbares Dämmmaterial verbaut werden. Weil Drehleitern in der Regel bei 22 Metern enden und daher oft nicht bis nach ganz oben reichen, ist die Treppe der wichtigste Fluchtweg.

„Mit der Drehleiter lässt sich nur eine begrenzte Zahl Personen evakuieren. Das würde sehr lange dauern“, meint Edelmann. Hubschrauber-Einsätze sind wegen Rauch und Hitze in der Regel nicht möglich. „So etwas gibt es nur in Hollywood“ sagt Frank Bühring vom Feuerwehrverband MV.

Vermieter und Feuerwehren prüfen regelmäßig Brandschutzeinrichtungen und Fluchtwege. „Manche Mieter hängen die Türschließer aus, weil ihnen das zu schwer geht“, sagt ein Mitarbeiter der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft. Die Schließer seien aber wichtig, etwa um die Rauch-Ausbreitung zu stoppen

Gerald Kleine Wördemann

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