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Nachbarn traurig: Wiro schließt Treff

Lütten Klein Nachbarn traurig: Wiro schließt Treff

Das kommunale Wohnungsunternehmen braucht den Raum in der Warnowallee für den Eigenbedarf / Die Nachfrage der Mieter sei zuletzt gesunken, während die Kosten stiegen

Lütten Klein. Bingo spielen, sich bewegen, singen oder das Gedächtnis trainieren: Im Lütten Kleiner Nachbarschaftstreff des kommunalen Wohnungsunternehmens Wiro haben sich Mieter und andere Anwohner regelmäßig getroffen, um eine schöne Zeit zu haben. „Ich war dort jeden Donnerstag beim Sport mit einer Physiotherapeutin. Das hat richtig Spaß gemacht. Es war ein schöner Raum“, sagt Elisabeth Liebetreu. Doch damit ist es nun vorbei. Die Wiro hat den Treff geschlossen. „Zuletzt wurden die Angebote nur von wenigen Mietern in Anspruch genommen. Das Konzept konnte sich nicht durchsetzen. Der Raum in der Warnowallee wird zu einem Arbeitsraum umgebaut, den wir dringend benötigen“, begründet Wiro-Sprecher Carsten Klehn den Schritt.

„Als wir dort raus mussten, war das schon sehr traurig. Wir hätten auch Miete gezahlt“, sagt Liebetreu. Ursula Hasselberg stimmt ihr zu. Sie betreute den Kindertreff des Mehrgenerationenhauses in dem Wiro-Raum. „Ich war jeden Mittwoch dabei. Mir tut die Schließung in der Seele weh“, sagt Hasselberg, die auch für die Linken im Ortsbeirat Lütten Klein sitzt. „Wir haben gespielt, gebastelt oder Ketten gemacht. Es war immer bunt und mit viel Glitzer.“ Vor allem die zentrale Lage des Raumes sei perfekt gewesen.

Erhard Sauter will die Wiro-Entscheidung nicht so einfach hinnehmen. „Ich kann nicht verstehen, dass die Nutzung des Raumes durch die Bevölkerung nun nicht mehr möglich sein soll. Ich werde mir das noch einmal erklären lassen“, sagt der SPD-Kommunalpolitiker, der Mitglied in Bürgerschaft und Ortsbeirat ist.

2006 hatte die Wiro den Mieter- Treff gegründet. Die Idee: „Wir wollten damit ein zusätzliches Angebot für unsere Mieter schaffen – einen Treffpunkt in der Nachbarschaft mit verschiedenen Aktivitäten. Dies hat lange Zeit funktioniert“, sagt Sprecher Klehn. Parallel seien dann weitere Anbieter dazugekommen. „Wohl auch deshalb ist die Nachfrage gesunken“, so Klehn. Die Kosten für Miete, Bewirtschaftung und Personal seien auf mehr als 20 Euro je Besucher deutlich gestiegen.

Bis 2015 leitete eine Wiro-Mitarbeiterin den Treff. „Wir haben Angebot und Nachfrage in den drei damaligen Mieter-Treffs in Lütten Klein, Evershagen und Toitenwinkel analysiert. Fazit: Nur wenige Wiro-Mieter nutzten die Angebote“, sagt Klehn. Die Zahl der teilnehmenden Mieter schwankte in Lütten Klein zwischen einem in der Krabbelgruppe und zwölf bei der Gymnastik. Der Treff wurde dann ohne Leitung fortgeführt. Einige Gruppen trafen sich weiter, andere lösten sich auf. Zum Jahreswechsel wurde der Treff nun geschlossen.

Die Wiro engagiere sich aber weiter im Stadtteil: So arbeite das Unternehmen eng mit Partnern wie dem Mehrgenerationenhaus zusammen. „Außerdem unterstützen wir zahlreiche Vereine und Initiativen.

Unsere Mieter aus dem gesamten Stadtgebiet laden wir regelmäßig zu Veranstaltungen ein – vom Eislaufen über Sommerfest und Reiseclub bis zum Wunschfilm“, sagt Klehn.

Ingeborg Teuber, Geschäftsführerin des Vereins „In Via“ im Mehrgenerationenhaus, bestätigt die positive Kooperation. „Vor mehr als zehn Jahren sind wir raus auf die Spielplätze gegangen, um zu sehen, was mit den Kindern los ist“, blickt sie zurück. Daraus sei dann ein fester Treff geworden – jeden Mittwoch um 15 Uhr auf dem Spielplatz in der Stockholmer Straße. Im Herbst sei es jedoch zu kalt gewesen. „Wir haben uns dann sehr gefreut, dass uns die Wiro bei sich aufgenommen hat. Wir durften unsere Spielgeräte dort unterstellen. Es war ein schöner Raum.“ Zwischen vier und 15 Kinder seien gekommen. „Wenn wir Fasching hatten, waren auch mal 25 Kinder da“, sagt Teuber.

Im vergangenen Sommer sei das Mehrgenerationenhaus dann informiert worden, dass die Wiro Eigenbedarf habe und ihren Treff für alle schließen werde. „Wir werden unser Angebot aber aufrecht erhalten und befinden uns in Gesprächen“, so Teuber.

André Wornowski

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