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Nachwuchsforscher erhalten Rostocker Umweltpreis

Stadtmitte Nachwuchsforscher erhalten Rostocker Umweltpreis

Luise Pevestorff und Edgar Zander sind gestern für ihr „Spektraqua“ ausgezeichnet worden / Das Gerät analysiert kostengünstig Wasserqualität / 3500 Euro Preisgeld

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Edgar Zander und Luise Pevestorff (beide 20) sind für ihr „Spektraqua“ ausgezeichnet worden.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Der diesjährige Umweltpreis der Stadt Rostock geht an zwei Nachwuchsforscher für ihr „Spektraqua“. Luise Pevestorff und Edgar Zander haben die Jury mit einem neuen Analyseverfahren, das Schadstoffe im Wasser aufspüren kann, überzeugt. Neu ist die Idee nicht, aber innovativ: Kein Verfahren sei so schnell und so kostengünstig, hieß es gestern bei der Preisverleihung.

„Mit der heutigen Veranstaltung liegen wir voll im Trend“, sagte Prof. Dr. Elmar Mohr, Dekan der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. Er hat die Laudatio für die Preisträger aus Rostock gehalten. Es sei notwendig, Aktivitäten für den Umweltschutz zu entfalten, so Mohr – besonders, wenn sie aus eigenem Antrieb herauskämen.

Das Engagement der heutigen Studenten für den Wasserschutz begann bereits in der Schule. Für ein Projekt hätten sie eigentlich etwas entwickeln wollen, was in Echtzeit zeige, welche Schadstoffe sich im Hafenwasser befänden. Daraus wurde in drei Jahren Projektarbeit ihr „Spektraqua“: Das transportable Gerät bestimmt Metall-Ionen im Wasser. Sie geben Rückschlüsse auf die Qualität von Trink-, Meer- oder Grundwasser. Was und wie viel davon ist in dem Wasser? Das herauszufinden „war bisher sehr zeitaufwendig“, sagt Luise Pevestorff. Außerdem seien herkömmliche Analysen sehr kostenintensiv und die Geräte nicht mobil. Anders „Spektraqua“: „Bei einer Stückzahl von 1000 lägen die Kosten bei 5000 Euro“, sagt Edgar Zander.

Die Wasserprobe wird auf ein Wattepad gegeben. Die Ionen werden zum Leuchten angeregt. „Anhand der Lichtemissionen, die mit verschiedenen Wellenlängen und unterschiedlichen Intensitäten erfolgt, ist es möglich, die Konzentration und Art der Ionen in einer Wasserprobe zu bestimmen“, heißt es in der Projektbeschreibung der Preisträger.

Wie wichtig die Forschung im Bereich Wasser ist, machte Elmar Mohr deutlich: „Mehr als eine Dreiviertelmilliarde Menschen haben keinen Zugang zu Wasser.“ Zwar habe man diese Probleme glücklicherweise nicht in Deutschland, aber auch hier seien die Anforderungen an Trinkwasser sehr hoch, so der Dekan. Schadstoffe könnten eine „langfristige Gesundheitsbeeinflussung“ mit sich bringen. Einen Beitrag zu sauberem Wasser haben jetzt die 20 Jahre alten Studenten geleistet.

„Kleine Erfolge lösen nicht weltweite Probleme, aber sie sind Hoffnungsschimmer, finden Nachahmer und fordern zu Größerem heraus“, sagt Holger Matthäus, Rostocker Senator für Bau und Umwelt. „Mit diesem auf 3500 Euro dotierten Preis möchten wir herausragende, ehrenamtliche Leistungen auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes würdigen.“

Alle zwei Jahre lobt die Hansestadt den Umweltpreis aus. 22 Preisträger haben ihn seit 1995 bereits bekommen. „Die Projekte beziehen sich maßgeblich auf die Hansestadt Rostock und Region“, sagt Matthäus.

Der Preis sei eine Bestätigung für ihre Arbeit, sagt Edgar Zander, der in Rostock Chemie studiert. Luise Pevestorff studiert in Jena Physik und sagt: „Vielleicht wird ja jemand auf die Idee aufmerksam, zum Beispiel Unternehmen.“ Für ihr „Spektraqua“ haben sie schon mal ein Patent angemeldet. Wofür sie das Preisgeld verwenden, wüssten sie noch nicht.

Wettbewerbe wie der Umweltpreis seien von großer Bedeutung für die Stadtgesellschaft, sagt Matthäus. „Sie zeigen auch, dass hier hohes Innovationspotenzial und Identifizierung mit der Hansestadt Rostock zu verzeichnen sind.“

Der Umweltpreis der Hansestadt Rostock

Kriterium der Jury ist unter anderem, dass das Thema des Projekts für die Bürger der Stadt von Bedeutung ist. Der Preis soll die kritische Auseinandersetzung mit Umweltproblemen in der Öffentlichkeit fördern und Anreiz für eine Bewältigung dieser Probleme sein. Außerdem sollen die Projekte aus Rostock stammen.

Gegenstand der Auszeichnung können sowohl geistige als auch praktische Beiträge sein. Sie sollen Umweltprobleme minimieren oder zu vermeiden helfen. Geistige Arbeiten können publizistischer oder künstlerischer Natur sein. Verliehen wird der Preis alle zwei Jahre; jeweils ein halbes Jahr vorher wird er ausgeschrieben.

Philip Schülermann

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