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Neue Bürgermeisterin ohne Zeitnot

Grammow Neue Bürgermeisterin ohne Zeitnot

Ingelore Ehrlich beerbt in der Gemeinde Grammow Susanne Dräger

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Ingelore Ehrlich am Bekanntmachungskasten der Gemeinde. Das Gemeinschaftshaus ist das Grammower Zentrum. FOTO: MICHAEL SCHIßLER

Grammow. Im Dorfgemeinschaftshaus in Grammow fühlt sie sich wohl. „Ich bin froh, dass wir es haben“, sagt Ingelore Ehrlich. Sie ist zur neuen Bürgermeisterin gewählt worden, nachdem die bisherige ehrenamtliche Bürgermeisterin Susanne Dräger Verwaltungschefin in Tessin wurde. Weniger froh ist Ehrlich darüber, dass ausgerechnet sie das Ehrenamt bekleiden soll: „Eigentlich sollen junge Leute so etwas machen, sie sollen die Verantwortung für das Dorf übernehmen, aber ich weiß auch, sie haben ein Zeitproblem.“

Mit Zeitnot muss sich Ingelore Ehrlich nicht herumschlagen, sie ist 64 Jahre alt, hat lange Jahre als Juristin beim Deutschen Gewerkschaftsbund gearbeitet und „hat seit 1977 Kontakt mit der Gemeinde Grammow“. Damals haben sie und ihr Mann ein Aussiedlergehöft in der Gemeinde gekauft und ihre Urlaube und Wochenenden dort verbracht. „2000 sind wir dann hergezogen“, sagt Ingelore Ehrlich, die einen erwachsenen Sohn hat „und immer so wie hier auf dem Dorf leben“ wollte. Nach den Jahren zuvor in der Hansestadt Rostock genießt sie es, „nicht gleich auf die Straße zu treten, sondern erst einmal in den Garten.“

Insofern sitzt da im Moment die richtige Frau im Dorfgemeinschaftshaus. Und juristische Kenntnisse bringt sie auch noch mit. Denn die neue Bürgermeisterin wird sich mit dem alten Problem herumschlagen müssen: Was wird aus dem Gutshaus? Eins ist nach ihren Worten sicher: „Ich will das nicht als Spekulationsobjekt. Wir haben genug Ruinen, an die wir nicht herankommen.“ Der Verkauf ist zwar gewünscht, aber bislang hat sich noch kein Käufer gefunden, sagt Ingelore Ehrlich. Diskutiert wurde auch eine Sanierung in Eigenleistung der Grammower. „Aber das kann man niemandem zumuten“, sagt sie, „ich lasse wegen des Risikos die Kaufinteressenten gar nicht mehr ins Obergeschoss.“ Und die Gemeinde selbst braucht das Schloss nicht. „Wir werden sehen, wie das weitergeht.“

Gelöst ist dagegen die Frage, was aus dem riesigen Schutthaufen vor dem Dorfgemeinschaftshaus werden soll. „Der kommt weg“, sagt Ingelore Ehrlich. Die Betonbrocken gehörten zu einer ehemaligen Maschinen- und Traktoren-Station. Jetzt werden sie geschreddert und für den Wegebau in der Land- und Forstwirtschaft verwendet. „Das hat noch Susanne Dräger angeschoben“, sagt Ingelore Ehrlich. Sie wird diese private Initiative nun weiter begleiten.

Ehrlich selbst hat noch eine andere Aufgabe im Auge. Die neue Bürgermeisterin haben Beschwerden erreicht, „dass da irgendwas mit Lärmschutzwall zur Autobahn nicht in Ordnung ist.“ Darum will sie sich jetzt kümmern und im Amt Tessin in den Akten nachsehen, ob „da vielleicht etwas vergessen worden ist. Wir sind ein kleines Dorf, und wenn wir die Menschen hier halten wollen, dann muss alles ordentlich sein“, sagt Ingelore Ehrlich.

Ordentlich ist es beispielsweise im Dorfgemeinschaftshaus. „Da macht der Dorfverein Plapperstörche sehr viel“, sagt sie, „und darauf kann man als Bürgermeisterin aufbauen.“

Michael Schißler

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