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Neue Tafeln heißen nicht mehr „Stolpersteine“

Stadtmitte Neue Tafeln heißen nicht mehr „Stolpersteine“

Für vier deportierte Juden wurden gestern „Denksteine“ enthüllt / Chorkinder hatten Spenden ersungen

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Die Kinder der St. Johannis-Kantorei haben mit Kantor Markus Johannes Langer bei der Enthüllung gesungen. Fotos (2): Claudia Tupeit

Stadtmitte. An der Lessingstraße 3 sind gestern Abend vier „Denksteine“ für deportierte und ermordete Juden enthüllt worden. Es sind die ersten in den Boden eingefassten Gedenktafeln in neuer Optik, nachdem ein Namensstreit vergangenes Jahr um den Begriff „Stolperstein“ entfacht war. Das Projekt geht auf den Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses zurück. Hella Ehlers, Vereins-Vize, sieht in der „Zwangsneugestaltung“ auch Positives: „Die neuen Steine sind nicht so witterungsempfindlich.“

Gestern hat Ehlers vor allem auch den Chorkindern der Sankt-Johannis-Kantorei für ihren Einsatz gedankt. Die Jungen und Mädchen hatten bei einem Benefizkonzert 1000 Euro Spenden für das Projekt gesammelt. Zur Einweihung haben sie je ein jüdisches und ein christliches Lied gesungen. „Das ist ein Stück Bildungsarbeit für die Kinder“ sagt Birger Birkholz, Mitinitiator der Denksteine.

Bei den vier Juden handelt es sich um das Ehepaar Alfred und Maragrethe Beyer, die 1931 von der heutigen Mecklenburgischen Seenplatte nach Rostock in die Lessingstraße gezogen waren. Der 1876 geborene Beyer wurde zwischenzeitlich inhaftiert und kam von Hamburg aus mit seiner sechs Jahre jüngeren Frau ins Konzentrationslager Theresienstadt, wo beide 1943 beziehungsweise 1944 starben. Ihre Tochter Anneliese kam 1944 von Röbel mit ihrem Kind Rosaliese nach Auschwitz, wo sie wahrscheinlich vergast wurden, wie Recherchen des Max-Samuel-Hauses ergaben.

Claudia Tupeit

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