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Barnstorfer Wald Neuer Asphalt für junge Radfahrer

Verkehrsgarten feiert 60. Geburtstag / Neue Strecke, aber Einrichtung bleibt Baustelle

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Jannick und Ben, Viertklässler aus der Juri-Gagarin-Schule, geben mit Roland Gapikowski (l.) von der BQG Neptun, Senator Steffen Bockhahn und Kerstin Lange, Präventionsberaterin von der Polizei, die neue Strecke frei.

Quelle: Foto: Thomas Niebuhr

Barnstorfer Wald. Die Mädchen und Jungen aus der 4a der Juri-Gagarin-Schule drehen auf dem Fahrrad ihre Runden, beobachten ordentlich die Verkehrsschilder, und alle gehen am Ende stolz mit dem Fahrradpass nach Hause. Wie Generationen von Rostocker Schülern zuvor. Die Jugendverkehrsschule im Barnstorfer Wald feierte gestern 60. Geburtstag. Die Anlage sei ein unverzichtbarer Baustein in der Verkehrserziehung und auch eine ständige Baustelle für die Stadt, wie Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke) erklärt.

Bockhahn erinnert an die bewegte Geschichte der Einrichtung. Im Jahr 2013 stand der ganze Verkehrsgarten auf der Kippe, praktische Ausbildungen fanden nicht statt. „Wir haben eine absurde Konstruktion erfinden müssen“, erinnert sich Bockhahn an die schwierige Rettung. Seit 2014 betreibt nun die Qualifizierungsgesellschaft BQG Neptun den Verkehrsgarten mit einer hauptamtlichen Mitarbeiterin und zehn durch das Jobcenter geförderten Stellen. Träger ist das städtische Amt für Schule und Sport und die Präventionsberater der Polizei unterstützen die Arbeit sehr intensiv.

Steffen Bockhahn erinnert daran, dass der Rostocker Verkehrsgarten einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern sei. Er würde sich solche Einrichtungen auch anderswo und vor allem auch eine stärkere Unterstützung durch das Land wünschen. Schließlich sei Verkehrserziehung im Unterrichtsplan verankert.

Für den Verkehrsgarten gab es gestern einen zweiten Grund zu feiern. Eine erneuerte Strecke konnte freigegeben werden. Auch das war nur mit größter Anstrengung aller städtischen Beteiligten möglich, so Bockhahn. „Versuchen Sie mal eine asphaltierte Fläche in einer Grünanlage zu erneuern. Es gibt einfachere Dinge.“ Der Verkehrsgarten liegt in einem Areal, das vom Grünamt verwaltet wird und als Wald eingestuft ist. „Wir freuen uns jetzt, dass wir eine neue Fahrbahn haben“, erklärt BQG-Geschäftsführer Roland Gapikowski. Die Piste ist zwar kürzer, aber deutlich sicherer. Die alte Strecke war durch die Wurzeln der Bäume kaum noch nutzbar.

Im Schuljahr 2016/17 haben 1429 Grundschüler eine Prüfungsurkunde in den Händen halten können. Doch die Ausbildung werde immer schwieriger, weiß Kerstin Lange, Präventionsberaterin bei der Polizei, aus langjähriger Erfahrung. „Es gibt Kinder, die bei uns zum ersten Mal etwas über Verkehrsregeln lernen“, sagt sie. Auch die praktische Ausbildung sei in Zeiten von Computerspielen problematischer, das Konzentrieren falle vielen Kindern schwer. „Die hohe Zahl von Unfällen mit Radfahrerbeteiligung dokumentiert, dass Verkehrsschule unverzichtbar ist und ihre Bedeutung eher noch zunehmen wird“, erklärt Steffen Bockhahn.

Der Verkehrsgarten bleibt auch zukünftig eine Baustelle. Das alte Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. „Es gibt noch keine Summe für die Sanierung, und die will ich auch gar nicht kennen“, so der Senator. Das Haus zu erhalten, hält er jedenfalls für unmöglich. Wann die Zeit zum Handeln kommt, kann er noch nicht sagen, „aber wir werden eine Lösung finden“.

Noch bis Ende Oktober kommen die Viertklässler zur Fahrradprüfung, dann geht die Jugendverkehrsschule in die Winterpause. Die Schüler der Juri-Gagarin-Schule bedankten sich gestern stellvertretend für alle anderen mit einem Lied bei den Jubiläumsgästen.

2013 drohte das Ende für den Verkehrsgarten

9957 Schüler aus den vierten Klassen absolvierten seit 2010 ihren praktischen Verkehrsunterricht. Allein im Schuljahr 2016/17 machten 1429 Schüler ihre Prüfung. Eröffnet wurde der Verkehrsgarten am 7. November 1957. Im Jahr 1991 wurde die erste Jugendverkehrsschule in den neuen Bundesländern gegründet. 2013 drohte das Aus, die praktische Ausbildung konnte nicht stattfinden. Seit Mai 2014 sichert die BQG mit zehn geförderten Stellen und einer hauptamtlichen Mitarbeiterin den Betrieb.

Thomas Niebuhr

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