Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Neuer Kreuzfahrt-Hafen für 30 Millionen?

Warnemünde/Seehafen Neuer Kreuzfahrt-Hafen für 30 Millionen?

Die Rostocker Stadtverwaltung entwickelt neue Pläne für das Werftbecken / Rathaus will Einigung mit Genting

Voriger Artikel
Genug von Müll und Dreck: Lichtenhagen packt jetzt an
Nächster Artikel
Untersuchungen am „Condor“-Wrack abgeschlossen

Das bisherige Kreuzfahrtterminal in Warnemünde ist schon heute am Rande seiner Kapazitätsgrenzen angelangt.

Warnemünde/Seehafen. Bald wird es wieder eng in Warnemünde — nicht nur an Land, sondern auch an den Kaikanten: Ende April eröffnet die „Aidadiva“ die neue Saison im größten deutschen Kreuzfahrthafen. 183 Anläufe sind für dieses Jahr bisher gemeldet. An manchen Tagen liegen drei, vier oder sogar fünf Luxusliner gleichzeitig im Seebad. Und genau das ist das Problem: Immer häufiger müssen die Kreuzfahrer in den wenig attraktiven Überseehafen ausweichen, weil alle Anleger in Warnemünde belegt sind. Nun hat die Stadt intern mit ersten Planungen für einen neuen, größeren Kreuzfahrt-Hafen begonnen. Ein 33-Millionen Euro- Projekt, das seit dem Verkauf der Werft in Warnemünde an die Hongkonger Genting-Gruppe neuen Auftrieb bekommt.

OZ-Bild

Die Rostocker Stadtverwaltung entwickelt neue Pläne für das Werftbecken / Rathaus will Einigung mit Genting

Zur Bildergalerie

Denn im Visier hat das Rathaus für den Kreuzfahrthafen nach wie vor das alte Werftbecken in Warnemünde. Die Kaianlagen dort gehören bereits der Hansestadt. Schon 2007 hat Rostock die Kai-Anlagen und auch den sogenannten Fingerpier in dem Bereich samt eines 15 Meter breiten Streifens gepachtet. Auf der Stadt-Seite des Beckens machen schon jetzt regelmäßig kleinere Kreuzfahrer fest. Doch das reicht nicht: Um dort ein weiteres Terminal für An- und Abreise der Schiffsurlauber zu bauen, bräuchte die Stadt mehr Platz. Stadtsprecher Ulrich Kunze formuliert es so: „Um eine adäquate Nutzung zu ermöglichen, sollten diese Flächen aber vergrößert und Missstände, wie alte Baracken, beseitigt werden.“ Bislang scheiterte das am Widerstand der jeweiligen Werftbesitzer: Sie wollen keine Flächen abgeben: „Seit mehr als acht Jahren ist es uns nicht gelungen mit den jeweiligen Eigentümern — angefangen mit Aker — eine einvernehmliche Lösung zu finden“, so Kunze.

Seit Mitte 2015 plant die Stadt deshalb um. Das jedenfalls belegen interne Planungen aus dem Tief- und Hafenbauamt, die der OZ vorliegen: Auf den neuen Zeichnungen für das Areal plant die Stadt vier neue Anleger. Schiffe bis fast 340 Meter Länge könnten dann im Becken festmachen. Dafür sollen die Kai-Kanten saniert und begradigt werden. Das Werftbecken wird auf mindestens acht Meter ausgebaggert — tief genug selbst für die „Aidaprima“, für das neue Flaggschiff der Rostocker „Haus-Reederei“. Kosten: rund 33 Millionen Euro. Ein neues Terminal ist da noch nicht mal mit eingeplant.

Rathaus-Sprecher Kunze bestätigt die neuen Planungen: „Die Studie aus dem Jahr 2015 beinhaltet auch eine Variante, die eine Kaisanierung unabhängig von der Bereitstellung zusätzlicher Flächen durch Dritte ermöglicht.“ Im Klartext: Rostock will sein Wachstum im Kreuzfahrt-Geschäft nicht von der Werft abhängig machen.

Anfang März, als der Verkauf der Nordic-Werft vom russischen Investor Witali Jussufow an die asisatische Genting-Gruppe bekannt wurde, hat sich die Lage nun abermals geändert. Denn Genting ist selbst im Kreuzfahrt-Geschäft aktiv. Vornehmlich in Asien zwar, aber Schiffe der Genting-Tochter Norwegian Cruise Line laufen auch 2016 wieder Warnemünde an. „Wir befürchten deshalb auch in Sachen Werftbecken keinerlei Blockaden. Ganz im Gegenteil“, sagt Stadtsprecher Kunze. „Genting ist eines der großen Kreuzfahrtunternehmen weltweit. Wir gehen davon aus, dass der neue Eigner besonderes Interesse an der Entwicklung des Werftbeckens hat.“

Rostocks Hafen-Betreiber Hero — ein Gemeinschaftsunternehmen von Stadt und Land — macht jedenfalls Druck: „Wir benötigen am bisherigen Liegeplatz 8 im Werftbecken ein weiteres Terminalgebäude“, sagt Christian Hardt, Kreuzfahrt-Chef der Hero. „Wir behelfen uns dort mit Zelten. Doch die werden den Anforderungen der Passagiere, der Behörden und auch der Reedereien nicht gerecht.“ Die Hero würde den Terminal sogar bauen. Auch ein weiterer Liegeplatz in Warnemünde wäre „wünschenswert“ — allein im Jahr 2016 an mindestens 17 Tagen, mit Platz für Schiffe um die 340 Meter Länge. „Bisher kann kein Schiff länger als 300 Meter in das Werftbecken einlaufen“, so Hardt. Auch die Hero untersucht — gemeinsam mit der Stadt — neue Varianten. „Das Ganze muss auch wirtschaftlich sein. Eine solch große Investition muss sinnvoll und refinanzierbar sein.“

Von Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund
Luisa Eichhorn (29) ist die neue Leiterin der Jugendherberge Stralsund.

Luisa Eichhorn strebt mit ihrem Team 1000 Übernachtungen mehr
als 2015 an. Die Einrichtung in Stralsund, Ortsteil Devin, wird bei Gruppen und Familien immer beliebter

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

DCX-Bild
So lief die Räumung des besetzten Hauses „Betty“

Die Polizei räumte am Donnerstag das ehemalige Elisabeth-Heim in Rostock. Erst Nachmittags konnte der letzte Hausbesetzer hinausbegleitet werden. Er hatte seine Hand einbetoniert. Das Haus wird nun durchgehend gesichert.