Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Neuer Radweg soll für Sicherheit sorgen

Reutershagen Neuer Radweg soll für Sicherheit sorgen

Vielerorts wird in Rostock gebaut – auch um Fahrradfahrer zu schützen / Stadt investiert bis zu einer Million Euro

Voriger Artikel
Neuer Radweg soll für Sicherheit sorgen
Nächster Artikel
Ballonfahrer kommen in den Adelsstand

Gleich hinter dem Holbeinplatz, wo noch Gehwegplatten liegen, beginnt der neue Radweg. Seit gestern ist er frei.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann

Reutershagen. Fünf Wochen lang mussten sich Auto- und Radfahrer auf der Lübecker Straße am Holbeinplatz in Geduld üben. Dort wurde der Radweg saniert und die Straße deshalb auf eine Spur verjüngt. Die Folge: Auto um Auto staute es sich dort kilometerlang in Richtung Norden. Gestern hat Bausenator Holger Matthäus (Grüne) den Radweg freigegeben. Nun kann der Verkehr wieder fließen – und Radler gefahrlos neben Autos und Lkw fahren.

OZ-Bild

Vielerorts wird in Rostock gebaut – auch um Fahrradfahrer zu schützen / Stadt investiert bis zu einer Million Euro

Zur Bildergalerie

Eine unebene Buckelpiste aus Gehwegplatten, die noch aus DDR-Zeiten stammten, tückisch breite Fugen und Laternenpfähle fast mitten auf dem Radweg: So sah die Radfahrbahn entlang der L22 noch bis vor Kurzem aus. Bis zu 50000 Pkw fahren auf der vierspurigen Straße, Hunderte Lkw donnern dicht an Radfahrern vorbei. An der vielbefahrenen Straße musste etwas passieren, so Matthäus. „Es wird schon viel gemacht“, sagt Michael Reitz, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC). Es gebe aber noch einige Strecken, wie die Ernst-Barlach-Straße, an denen Radfahrer unsicher unterwegs seien.

Mit der Lücke an der L22 hätten sie den „aktuell gefährlichsten Abschnitt“ übergeben, betonte Bausenator Matthäus, der gestern zur Freigabe des 272 Meter langen Teilstücks kam. „Wir haben es geschafft, eine erhöhte Verkehrssicherheit zu schaffen“, ist er überzeugt. Der neue Weg ist 1,40 bis 1,60 Meter breit. Ein 50 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen trennt die Zweiräder von der Straße.

140000 Euro hat sich die Stadt den neuen Radweg kosten lassen. Die Gehwegplatten mussten entfernt und neue rechteckige Betonpflastersteine verlegt werden. Auch die Lichtanlage haben die Bauarbeiter auf dem Teilstück zwischen dem Holbeinplatz und der Tschaikowskistraße ausgetauscht. Aber ein gefährlicher Radweg bleibt noch zwischen dem Schwarzen Weg und dem Goerdeler Weg. Dort sollen die Arbeiten im Herbst beginnen. Kosten: 450000 Euro für rund 900 Meter Radweg. 500000 bis eine Million Euro gibt die Stadt jährlich für die Radweginfrastruktur aus. „Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit hat bei allen Baumaßnahmen höchste Priorität“, sagt Matthäus. Kritische Lücken zu schließen, sei wichtig.

Rund 200 Kilometer Fahrradweg hat die Hansestadt. Damit sei sie nicht schlecht aufgestellt, sagt Steffen Nozon. Er ist der Mobilitätskoordinator der Stadt. Ein Fahrradschnellweg wäre „die nächste Qualitätsstufe.“ Die ersten Abschnitte würden bereits geplant, sagt Nozon. Die Pläne von ihm und Matthäus sehen zwei lange Strecken vor: von Nord nach Süd und von Ost nach West – jeweils quer durch die Stadt. Wann solche Fahrradautobahnen fertig sein könnten, konnten die beiden bei der Freigabe des Radwegs an der L22 gestern aber noch nicht sagen – auch nicht, wann Baubeginn sein soll. Ein solches Projekt bleibt damit wohl vorerst Zukunftsmusik.

Die Zählstellen in der Stadt verzeichneten kürzlich Rekorde, der Anteil der Radfahrer im Straßenverkehr beträgt in Rostock 15 Prozent. Ein Grund mehr, in Radwege zu investieren. „Der Radverkehr hat zugenommen. Die bisherige Infrastruktur reicht nicht mehr aus“, sagt Michael Reitz. Oft seien vorhandene Wege zu schmal – „eine Strategie, die nicht aufgeht“.

Neben dem Abschnitt in der Hamburger Straße wird derzeit unter anderem in der Werftstraße gebaut, der erste Teil ist bereits fertig, der zweite ist laut Steffen Nozon Ende des Sommers beendet. Auch die Hinrichsdorfer Straße soll vom Dierkower Kreuz bis zur Autobahn fahrradfreundlicher werden. Per Rad in einem Stück von Lütten Klein bis nach Warnemünde fahren? Auch bald kein Problem mehr – vielleicht beginnt der Bau schon im Herbst.

Der Uferwanderweg in Gehlsdorf ist bereits abgeschlossen. Dort können Radfahrer seit Kurzem gefahr- und hindernislos an der Warnow entlangfahren. Auch bei Sanierungen von Straßen und Straßenbahnstrecken werde für die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger gleich mit gesorgt, sagt Steffen Nozon.

Der Radweg in Zahlen

140 000 Euro hat der neue Radweg zwischen Holbeinplatz und Tschaikowskistraße gekostet.

272 Meter ist der Abschnitt lang. Ein weiterer mit knapp 900 Metern folgt. Kosten: 450000 Euro.

1,60 Meter ist der Radweg maximal breit. Rad- und Autofahrer trennt ein Sicherheitsstreifen von 50 Zentimetern Breite.

5 Wochen haben die Bauarbeiten gedauert. Zu Stoßzeiten staute sich der Verkehr teilweise kilometerlang.

Philip Schülermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Dorf Mecklenburg

Das Straßenbauamt Schwerin plant, im Herbst die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 106 in Dorf Mecklenburg zu erneuern.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Zwischen Lettland und Tessin

Schüleraustausch schon seit 30 Jahren / Projektwoche unter Motto „Gemeinsamer Lebensraum“