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Neuer Schwung mit künstlicher Hüfte

Südstadt Neuer Schwung mit künstlicher Hüfte

Rund 400 Eingriffe pro Jahr am Endo-Prothetik-Zentrum in der Südstadt / Die Kosten für eine Hüft-OP liegen Zwischen 7000 und 8000 Euro

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Dr. Philipp Bergschmidt zeigt im Klinikum Südstadt ein künstliches Hüftgelenk. FOTO: OVE ARSCHOLL

Südstadt. . Zwischen zwei Hüften und einer Knieoperation schaut Dr. Philipp Bergschmidt noch einmal kurz bei seiner Patientin Kerstin Röhl ins Krankenzimmer. Erst zwei Tage zuvor hat der Leiter des Endo-Prothetik-Zentrums am Klinikum Südstadt die 53-Jährige operiert. „Jetzt war das linke Hüftgelenk dran“, erzählt die Rostockerin, „das rechte wurde schon zu Jahresbeginn ausgewechselt.“

Infoveranstaltung zur Versorgung mit Hüftprothesen

Arthrose des Hüftgelenkes und die Versorgung mit einer Standardprothese ist das Thema einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 22. November, im Großen Hörsaal im Klinikum Südstadt.

Nach einem Vortrag um 15 Uhr können Interessenten anschließend mit den Experten ins Gespräch kommen. Veranstalter ist das Endo-Prothetik-Zentrum des Klinikums.

Bergschmidt hat ein Modell mitgebracht. „Genau das haben Sie jetzt im Körper“, sagt der Leitende Oberarzt. Der 13 Zentimeter lange Stiel werde in den Knochen geschraubt und wächst dort an. „Die Hüftpfanne besteht aus einem Keramik-Inlay als Gleitpartner, auf das eine Titankappe gesetzt wird, die im Knochen verankert wird und ebenfalls dort anwächst“, erläutert der Mediziner. Kerstin Röhl staunt, nimmt das Gelenk in die Hand. „Wahnsinn, wie das alles so funktioniert.“

Etwa ein halbes Jahr hat sie nur gelegen. „Das Hüftgelenk war gebrochen.“ Kerstin Röhl ist Rheumapatientin und seit 20 Jahren Stammgast in der Klinik. Die Krankheit greift Knochen und Gelenke an, mehrere Operationen an Hand und Hüfte hat sie schon hinter sich. „Als Nächstes ist jetzt das Knie dran“, sagt sie.

Im Schnitt sind die Patienten 70 Jahre und älter, wenn die erkrankten Hüftgelenke ausgewechselt werden müssen. „Aber wir haben auch Jüngere, in den Vierzigern, schon mit Gelenken versorgt“, sagt Bergschmidt. Doch da eine Prothese im Schnitt etwa 20 Jahre halte, bestehe für jüngere Patienten immer das Risiko einer zweiten oder dritten Wechsel-Operation. „Da tun wir uns schwerer“, sagt der Mediziner. „Wir operieren nicht das Röntgenbild, sondern die Beschwerden des Patienten.“ Wenn sich Muskeln und Sehnen während der Krankheit aber verkürzen, sei eine OP ratsam. Sonst leide das Ergebnis eines künstlichen Gelenks. Entscheidend sei stets das biologische Alter, der Gesamteindruck des Kranken.

350 bis 400 endo-prothetische Eingriffe werden am zertifizierten Zentrum des Südstadt-Klinikums jährlich vorgenommen. In der Mehrheit sind es Hüft-OP (250), gefolgt von Knie- und Wechsel-Operationen.

„Der Vorteil unseres Hauses ist, dass wir hier interdisziplinär zusammenarbeiten können, beispielsweise mit den Rheumatologen, wie im Fall von Frau Röhl, aber auch mit Kardiologen, Internisten, mit der Dialyse“, erläutert Bergschmidt. Alle zusammen würden ein „Rundum-Paket“ für den Patienten schnüren. Etwa eineinhalb Stunden dauert eine Hüftgelenkoperation, die Kosten belaufen sich auf 7000 bis 8000 Euro.

Kerstin Röhl freut sich, dass sie nun bald wieder laufen kann. Im Dezember erwartet die Mutter zweier erwachsener Kinder ihr zweites Enkelkind: „Da will ich die Krücken beiseite stellen, das ist mein Ziel“, sagt die Patientin, die nun erstmal zur Reha nach Bad Doberan fährt.

Doris Kesselring

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