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Neuer Verein übernimmt „Petersdorf“

Stadthafen Neuer Verein übernimmt „Petersdorf“

Ehrenamtliche bemühen sich um eine Zukunft für den Schlepper „Petersdorf“ / Für den Abschluss des Rückkaufs fehlen noch 5000 Euro / Vorsitzender bittet um Hilfe von Sponsoren

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Wolfgang Dethloff zeigt auf die neue Vereinsflagge am Schornstein des Schleppers „Petersdorf“. Blau-Rot-Blau steht für die Farben der deutschen Seereederei. In der Mitte ist das Logo der Warnowwerft Warnemünde abgebildet.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Stadthafen. Neues Jahr, neues Glück. Und für den Schlepper „Petersdorf“ heißt das auch: neuer Liegeplatz und neuer Verein. „Das Schiff hat wieder eine Zukunft“, verkündet Wolfgang Dethloff. Er ist der Vorsitzende des Vereins „Schlepper Petersdorf“, der im Dezember gegründet wurde. Doch noch sei die „Petersdorf“ nicht ganz gerettet.

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Ehrenamtliche bemühen sich um eine Zukunft für den Schlepper „Petersdorf“ / Für den Abschluss des Rückkaufs fehlen noch 5000 Euro / Vorsitzender bittet um Hilfe von Sponsoren

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„Wir brauchen etwa 5000 Euro“, sagt Dethloff. Zurzeit sei der Verein Betreiber und Eigentümer des Schiffes. Der Kaufvertrag mit dem ehemaligen Besitzer aus Wilhelmshaven ist abgeschlossen, die erste Rate bezahlt. Insgesamt muss der Verein 22000 Euro aufbringen. „Einen Teil kann ich beim Besitzer abarbeiten“, sagt der ehemalige Konstrukteur und Ingenieur. Doch es fehle an Sponsoren.

Gebraucht würden sowohl Geld- als auch Sachspenden. „Ich habe überall nachgefragt, doch gerade die großen Unternehmen scheint es nicht zu interessieren“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Schon im März sei die zweite Rate fällig. „Ich hoffe, dass wir dafür Unterstützung bekommen.“ Doch für den 70-Jährigen gebe es keinen Plan B. „Wir sind fest entschlossen, das durchzuziehen.“

Wolfgang Dethloff macht sich jedoch keine Illusionen. „Geldprobleme werden wir immer haben, aber wenn es erst einmal läuft, können wir uns über Wasser halten.“ Die „Petersdorf“ sei mit einer Länge von rund 20 Metern und einer Breite von circa sechs Meter zwar klein, doch sie habe genau die richtige Größe für den Verein. „Das können wir hier gut stemmen“, sagt der Vorsitzende. Der junge Verein braucht auch Nachwuchs. Zurzeit habe der Verein etwa zehn Mitglieder. „Wir suchen Maschinisten, Nautiker, Köche, Matrosen und andere freiwillige Helfer“, erklärt Dethloff.

Von 2014 bis September 2016 war der Schlepper Eigentum des Vereins „Technische Flotte Rostock“ und wurde von dessen Mitgliedern auch betrieben. „Ihnen war die ,Petersdorf’ aber zu klein, und sie wollten sich um ein größeres Schiff bemühen“, erklärt Dethloff, der sich von 2013 bis 2016 ehrenamtlich für die „Technische Flotte“ engagierte. So kam es zum Tausch der „Wega“ aus Wilhelmshaven gegen die „Petersdorf“ mit Wertausgleich.

Einige Mitglieder der „Technischen Flotte“ wollten sich das jedoch nicht gefallen lassen – darunter auch Dethloff und Günther Klugmann, der jetzige stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Schlepper Petersdorf“. „Das Schiff ist Geschichte pur und steht wie kaum ein zweites für Warnemünde“, sagt Dethloff. Denn das Schiff wurde vor rund 60 Jahren auf der Warnowwerft in Warnemünde gebaut. Außerdem sei es für sein Alter in einem guten Zustand. „Und es fährt noch, das gibt es kaum in der Umgebung.“ Also trennten sich die verschiedenen Lager in der „Technischen Flotte“ voneinander, und der neue Verein „Schlepper Petersdorf“ entstand. „Auf dem Wissen, was wir jahrelang dort gesammelt haben, bauen wir jetzt auf“, sagt Dethloff.

Noch bis vor Kurzem lag die „Petersdorf“ zwischen der „Wega“ und der „Stephan Jantzen“. „Es war eine kleine maritime Meile“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Doch seit vergangenem Wochenende hat der Schlepper an seinem neuen Liegeplatz vor dem Restaurant Carlo festgemacht. „Den Platz haben wir auch gewählt, um eigenständig zu sein“, erklärt der 70-Jährige. Er verspricht: „Wir wollen einiges anders machen als bisher.“

Dazu gehöre seiner Meinung nach auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Organisationen. „Bisher haben wir schon mit dem Traditionsschiff im Iga-Park und mit dem Heimatmuseum Warnemünde Kontakt“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Es soll eine Möglichkeit sein sich gegenseitig zu helfen, Gäste anzulocken. Denn an Veranstaltungsmöglichkeiten mangle es dem Verein nicht. „In den Ferien veranstalten wir jeden Donnerstag- und Freitagnachmittag Basteln für Kinder.“ Gerade Jugendarbeit sei den Vereinsmitgliedern wichtig. „Wir wollen auch Exkursionen mit mathematisch-physikalischem Schwerpunkt anbieten“, erläutert Dethloff. Dabei könnte man den Schülern beispielsweise in der Praxis erklären, wie das Volumen des Motors berechnet wird.

Fast 60 Jahre Schlepper „Petersdorf“

19,70 Meter ist der Schlepper „Petersdorf“ lang, 6,03 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,50 Meter. Er kann ein Tempo von maximal zehn Knoten fahren.

Der Schlepper wurde 1957/1958 gebaut. Er war neben dem Schulschiff „Greif“ einer der ersten Neubauten des VEB Warnowwerft Warnemünde in den 1950er Jahren.

Bis 1994 wurde die „Petersdorf“ als Werftschlepper eingesetzt. Danach wurde sie an die Reederei Lojewski in Sassnitz verkauft. Bis März 2014 war sie im Bereich Rügen als Bugsier-Schlepper, Eisbrecher und Personentransport im Einsatz.

Da er nicht mehr den Anforderungen moderner Schlepper entsprach, wurde das Schiff als fahrtüchtiger Traditionsschlepper an den Verein „Technische Flotte Rostock“ verkauft.

Im September 2016 wurde die „Petersdorf“ gegen die „Wega“ getauscht.

Der Verein „Schlepper Petersdorf“ hat das Schiff von dem Besitzer aus Wilhelmshaven zurückgekauft.

Kontakt: www.schlepper-petersdorf.jimdo.com

Johanna Hegermann

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Der Schlepper „Petersdorf“ hat vor kurzem an seinem neuen Liegeplatz am Rostocker Stadthafen vor dem Restaurant Carlo festgemacht.

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