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Nicht alle Notrufe sind ein Fall für die Retter

BAD DOBERAN Nicht alle Notrufe sind ein Fall für die Retter

Rund 100 000 Anrufe bei der 112 registriert die Leitstelle des Landkreises jährlich / Ein Großteil sind Fehlalarme / Oft sind auch Polizei oder Kassenärztlicher Notdienst zuständig

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Andreas Giese nimmt in der Leitstelle die Notrufe entgegen. Er zeigt auf das standardisierte Abfragesystem auf dem Monitor.

Quelle: Katarina Sass

Bad Doberan. Rund 100000 Mal wird die 112 jährlich aus dem Landkreis Rostock gewählt. Sie alle gehen in der Integrierten Leitstelle mit Sitz in Bad Doberan ein. Nicht immer handelt es sich um Notfälle. Die Feuerwehr rückt oft aus, wenn der Rauchmelder losgeht – auch, wenn es nicht brennt.

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Rund 100 000 Anrufe bei der 112 registriert die Leitstelle des Landkreises jährlich / Ein Großteil sind Fehlalarme / Oft sind auch Polizei oder Kassenärztlicher Notdienst zuständig

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Andreas Giese hat Dienst. Mit dem Headset am Ohr sitzt der Disponent der Leitstelle des Landkreises am Tisch. Vor ihm sechs Bildschirme, über ihm zwei. Er ist der Erste, der mit Menschen in Kontakt kommt, die im Landkreis wohnen und den Notruf wählen. „Manchmal sind die Leute aufgeregt oder aufgebracht. Man muss sie dann runterholen und ihnen helfen. Egal, weshalb sie anrufen“, sagt er.

Emotionen zeigen, ginge dann nicht. Damit Giese schnell die erforderlichen Maßnahmen einleiten kann, ist das Abfragesystem so effizient wie möglich gestaltet. Im Bildschirm tauchen bereits Adresse und Name des Anrufenden auf, wenn er im Telefonbuch registriert ist. Automatisch werden dem Disponenten die verantwortlichen Feuerwehren aufgezeigt oder die Standorte der acht Notärzte. Einen Knopfdruck später sind die Helfer informiert.

In diesem Jahr rückten die Kameraden der 165 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis zu 37 Einsätzen aus, bei denen ein Notruf dank eines Rauchmelders in der Leitstelle einging, sagt Sven Wisoschinski, Koordinator des Rettungsdienstes. „In 40 Prozent der Fälle kam die Feuerwehr tatsächlich zum Einsatz“, hebt er hervor. Das heißt, in diesen Fällen entstand tatsächlich eine Rauchentwicklung, sodass die Kameraden einschreiten mussten. Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, dass 60 Prozent der durch Rauchmelder ausgelösten Notrufe Fehlalarme sind – weil die Batterien leer sind, es einen Wärmestau in einer Dachwohnung gab oder viel Staub die empfindlichen Sensoren berührte. Doch als Problem sieht Betriebsleiter Ralf Peter Odebrecht das nicht. „Wenn in 40 Prozent der Fälle Schlimmeres verhindert und Leben gerettet werden konnten, haben sich Rauchmelder schon bewährt“, sagt Odebrecht. Da würden die 60 Prozent der Fehlalarme ganz einfach hingenommen werden.

Bemerkenswert: Von 100000 Anrufen wird in 40000 Fällen der Rettungsdienst oder der Krankentransport benötigt. Hinzu kommen 1800 Einsätze für die Feuerwehr. Doch den Großteil machen Anrufer aus, für die die Polizei der richtige Ansprechpartner wäre, der Kassenärztliche Notdienst, oder es handle sich um fehlgeleitete Anrufe, sagt Odebrecht und betont zugleich: „Jedem, der hier anruft, kann geholfen werden. Auch wenn wir nur weiterleiten.“ Die Disponenten würden sich als Dienstleister verstehen, auch wenn die 112 nur bei tatsächlichen Notfällen gewählt werden sollte. „Aber subjektiv befinden sich die Anrufer immer in einer Notlage“, sagt Odebrecht. Bis zu zwölf Notrufe können über die 112 rein technisch parallel angenommen werden. Besetzt seien im Normalfall fünf Arbeitsplätze.

Katarina Sass

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