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Nienhäger streiten über Bootshafen

Nienhagen Nienhäger streiten über Bootshafen

Einwohner sprechen von „geplantem Unsinn“ / Bürgermeister schließt finanzielle Risiken aus

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Breiter Strand, kleiner Hafen: So könnte die Nienhäger Ostseeküste im Jahr 2020 aussehen. GRAFIK: HAIE-JANN KRAUSE/INROS LACKNER SE

Nienhagen. . Eine geplante Verbreiterung des Strandes inklusive kleinem Bootshafen sorgt im Ostseebad Nienhagen weiter für jede Menge Diskussionsstoff. Am Hauptstrand Richtung Osten sollen zehn neue Buhnenreihen gebaut werden. Ostseesand soll zudem zu einer Strandverbreiterung von insgesamt 15 bis 20 Metern aufgespült werden. Darüber hinaus ist unter anderem geplant, die vorhandenen Strandabgänge Schulweg und Technopark mit Toiletten und kleineren saisonalen Strandversorgungen auszustatten. Am neuen Wasserwanderrastplatz sind unter anderem Liegeplätze für 80 Sportboote an Schwimmstegen vorgesehen (die OZ berichtete).

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Einwohner sprechen von „geplantem Unsinn“ / Bürgermeister schließt finanzielle Risiken aus

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Millionenprojekt

10 Millionen Euro könnte die Stranderweiterung an der Nienhäger Küste inklusive neuem Wasserwanderrastplatz insgesamt kosten. Dabei liebäugelt das Ostseebad mit einer 90-prozentigen Förderung durch das Land.

„Sowohl die geplante Strandverbreiterung als auch der Wasserwanderrastplatz vernichten einzigartige Natur“, sagt etwa der Nienhäger Peter Schulz und fährt noch schärfere Geschütze auf: „Die Aussage, dass deutlich zu wenig Strandkapazität vorhanden sei, ist eine glatte Lüge.“ Denn eine aktuelle Studie würde belegen, dass es kein Kapazitäts-, sondern ein Managementproblem gebe: „Strand ist genug vorhanden – nur wird er miserabel bewirtschaftet.“

Darüber hinaus könne ein Wasserwanderrastplatz, so wie er von der Gemeindevertretung geplant werde, niemals wirtschaftlich betrieben werden, ist Schulz überzeugt: „Und die Verluste müssen dann die Einwohner mit ihren Steuern ausgleichen.“ Überhaupt gebe es mit Blick auf die finanziellen Auswirkungen aktuell noch sehr viel Interpretationsspielraum, meint der Nienhäger: „Das regelmäßige Aufspülen des Sandes, das Rammen der Pfähle – das wird doch alles viel teurer, als jetzt berechnet.“

Es habe bislang kein Amt gegeben, „das unsere Pläne für verrückt erklärt hat“, entgegnet Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl (CDU). „Und auch das Wirtschaftsministerium in Schwerin hat eine Fürsorge-Pflicht und wird uns nicht ins offene Messer laufen lassen.“ Im Gegenteil: „Das Landesförderinstitut hat in seinem Zwischenbericht festgestellt, dass unser Projekt grundsätzlich förderfähig ist.“

Im Übrigen habe die Gemeinde noch jede Menge Zeit, das Vorhaben auf finanziell sichere Beine zu stellen, macht Kahl deutlich: „Wir rücken erst 2018 in die Förderperiode, können also noch ein Jahr an der Ausgestaltung arbeiten – einen Schnellschuss machen wir nicht.“ In diesem Zusammenhang schließe er auch finanzielle Risiken aus: „Wir gehen von einer 90-prozentigen Förderung aus – sollten es am Ende nur 75 Prozent werden, wird es das Projekt nicht geben.“ Denn die in diesem Fall benötigten 2,5 Millionen Euro würden die gemeindlichen Rücklagen zu sehr überfordern: „Das wäre zu gefährlich.“

Peter Schulz gehen diese Versprechen nicht weit genug: „Bei so einem großen Vorhaben können nicht nur 13 Gemeindevertreter entscheiden – mein Ziel ist es, dass der geplante Unsinn per Bürgerbegehren und anschließendem Bürgerentscheid verhindert wird.“ Davor habe die Gemeinde „keine Angst“, erklärt Uwe Kahl. „Denn laut Kommunalverfassung MV sind Bürgerentscheide bei der Aufstellung, Änderung und Aufhebung von Bauleitplänen gar nicht möglich.“

Was aber nicht heiße, dass die Einwohner nicht mitgenommen werden sollen, stellt der Bürgermeister klar: „Jeder kann Ideen, Anregungen oder Bedenken vorbringen – diese werden alle in der Kurverwaltung gesammelt.“

Lennart Plottke

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