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Nordic-Zulieferer warten offenbar seit Wochen auf ihr Geld

Rostock Nordic-Zulieferer warten offenbar seit Wochen auf ihr Geld

Offshore-Plattform bringt Werftengruppe in Bedrängnis / Projekt soll sich massiv verteuert haben

Rostock. Die Nordic-Gruppe des russischen Eigentümers Witalij Jussufow hat offenbar massive Schwierigkeiten mit der Fertigstellung der riesigen Konverterplattform „Dolwin gamma“. Wie die OZ aus mehreren Quellen erfuhr, sollen sich die Kosten für das Offshore-Projekt erheblich erhöht haben. Der Fertigstellungstermin in der Warnemünder Werft (Sommer 2016) sei nicht mehr zu halten, heißt es.

Nordic soll zudem seit Wochen etliche Zulieferer nicht bezahlt haben. Laut Aussagen eines betroffenen Geschäftsführers soll Nordic mehreren Betrieben mittlerweile eine insgesamt zweistellige Millionensumme schulden. Dies sei teils existenzgefährdend. Nach OZ-Informationen sollen einige Zulieferer damit gedroht haben, ihre Arbeit an „Dolwin gamma“ einzustellen. Sollte sich die Fertigstellung der Konverterplattform verzögern, könnte dies auch Auswirkungen auf die Übergabe der drei NordicWerften an die malaysische Genting-Gruppe haben. Genting hatte die drei Standorte Rostock-Warnemünde, Wismar und Stralsund für einen Preis von 230,6 Millionen Euro gekauft und will hier Kreuzfahrtschiff-Rümpfe bauen. Auf die Übernahme des Plattform-Projekts hatte Genting verzichtet — vermutlich, weil damit kein Geld zu verdienen ist. Wird die Plattform nicht rechtzeitig fertig, blockiert sie länger den Werftstandort Warnemünde. Betroffen wäre dann wohl auch der Übergang der Belegschaft von Nordic zu Genting. Der soll gestaffelt erfolgen und sich laut Nordic nach dem Baufortschritt von „Dolwin gamma“ richten.

Nordic Yards will sich zu möglichen Zahlungsschwierigkeiten und Verzögerungen bei der Fertigstellung nicht äußern — genauso wenig wie der Auftraggeber der Plattform, der amerikanische Energiekonzern General Electric (GE). Alle Projektbeteiligten würden „natürlich nach einem Plan arbeiten“, der sei aber für die Öffentlichkeit nicht relevant, heißt es.

Die Konverterplattform wurde im Februar 2013 vom französischen Unternehmen Alstom als Generalunternehmer des Übertragungsnetzbetreibers TenneT in Auftrag gegeben. Baustart war 2014, im November 2015 kaufte GE die Alstom-Energiesparte, inklusive der Mega-Plattform. Die hat nach früheren Angaben von Werftenchef Witalij Jussufow einen Wert von bis zu 800 Millionen Euro. Es ist die vierte Plattform, die Nordic baut. Doch ihre Ausmaße sind wesentlich größer als die der bisherigen. Laut früherer Auskunft von Geschäftsführer Herbert Aly sollte sie in diesem Sommer in die Nordsee gezogen werden.

„Wir haben die technischen Anforderungen nach der Übernahme nicht erhöht“, teilt Beatrix Fontius, Pressesprecherin von GE mit. Das Unternehmen würde sich „voll und ganz“ an den alten Alstom-Vertrag halten. Und in dem stünde, dass Nordic sich dazu verpflichtet habe, die Plattform zu bauen und auch in der Nordsee zu installieren.

Wie Nordic-Sprecher Stefan Sprunk mitteilt, seien Plattformen hochkomplexe Projekte, Unikate, deren Inbetriebnahme von vielen Variablen abhänge — wie Baufortschritt, Wetter, Wind und Untergrundbeschaffenheit. Es werde konzentriert an den Herausforderungen gearbeitet. Immerhin würde ein Umspannwerk in der Größe eines Fußballplatzes in einen Stahlkoloss verpackt und ins Meer gestellt. Von dort sollen dann mehr als 400000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden. Dass das wie geplant ab Herbst 2017 passiert, ist nach Ansicht von Branchenkennern unwahrscheinlich.

Von Kerstin Schröder

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