Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Notruf

Kessin Notruf

„Natürlich ist das kein normaler Einsatz für uns“, sagt Mayk Tessin, oberster Feuerwehrmann im Landkreis Rostock.

Voriger Artikel
Tragischer Betriebsausflug: Mann ertrinkt in Warnow
Nächster Artikel
Kinder lernen im Südsee das Schwimmen

Die Wasserschutzpolizei beteiligt sich ebenfalls an dem Einsatz: Ihr Boot suchte mit Sonar den Grund des Flusses ab.

Kessin. „Natürlich ist das kein normaler Einsatz für uns“, sagt Mayk Tessin, oberster Feuerwehrmann im Landkreis Rostock. Er steht auf dem Steg des Olympischen Ruderclubs in Kessin, blickt hinaus auf die Warnow. Es nieselt. Über dem Ort liegt eine bedrückende Ruhe. Die passt zur Gemütslage bei Tessin und seinen Leuten. Denn sie haben eine traurige Pflicht zu erfüllen: Im Fluss suchen sie nach einem vermissten Kameraden, einem Berufsfeuerwehrmann aus Rostock, der beim Baden untergegangen ist. Einen Tag dauert die Suche. So lange blieb den Rettern wenigstens noch die Hoffnung, ihren Kollegen doch lebend zu finden. Am Nachmittag – im Regen von Kessin – dann die traurige Gewissheit: Der 50 Jahre alte Feuerwehrmann wird tot am Grund der Warnow gefunden. Das dramatische Ende eines Betriebsausfluges.

OZ-Bild

„Natürlich ist das kein normaler Einsatz für uns“, sagt Mayk Tessin, oberster Feuerwehrmann im Landkreis Rostock.

Zur Bildergalerie

Online: Ein Video und mehr Fotos zur

Suchaktion sehen Sie auf www.ostsee-zeitung.de

Rückblende: Am Dienstagnachmittag hatten sich elf Kameraden der Feuerwache aus Lütten Klein aufgemacht zu einem fröhlichen Ausflug. Mit einem großen Floß wollten sie über die so friedliche Warnow paddeln. So, wie es im Sommer viele Teams machen. Das eine oder andere Bier soll es an Bord auch gegeben haben, berichten Zeugen. Doch aus dem Spaß wird irgendwann Ernst – als sich die Männer entschließen, im Fluss zu baden. Auf Höhe der Eisenbahnbrücke springen einige von ihnen vom Floß in den nur zwei Meter tiefen Fluss. Auch der 50-Jährige will sich abkühlen. Doch er taucht nicht mehr auf.

Seine Kameraden beginnen sofort, ihn zu suchen, rufen Verstärkung. Am frühen Abend läuft auf der Warnow eine große Suchaktion an. Boote von Feuerwehr und DLRG, aber auch der Wasserschutzpolizei suchen den Fluss und seine Ufer ab. Sogar Sonar-Geräte werden eingesetzt. Aus der Luft unterstützt ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Ohne Erfolg. Bei Einbruch der Nacht brechen die Rettungskräfte die Suche ab. Nur für wenige Stunden. Am Mittwochmorgen geht es weiter: Dieses Mal sind Taucher der Landespolizei dabei und der Berufsfeuerwehr aus Stralsund. Auch Taucher der Berufsfeuerwehr Rostock sind nach Kessin gekommen. Doch Einsatzleiter Robert Hinrichs, Wehrführer in Dummerstorf, will sie nur im Notfall einsetzen.

Denn auf den Wachen der Berufsfeuerwehr ist der Schock über das Unglück und den plötzlichen Tod des Kameraden groß: „Wir haben im Rettungsdienst jeden Tag mit dem Tod zu tun. Aber es ist etwas anderes, wenn es einen aus den eigenen Reihen trifft“, beschreibt ein Retter die Stimmungslage. „Das nimmt uns alle mit. Das ist ein Schlag.“ Ordnungssenator Chris Müller (SPD), Chef der Wehren in der Hansestadt, kehrte aus dem Urlaub zurück: „Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen.“ Den Kameraden, die auf dem Floß waren, hat er Hilfe von Seelsorgern angeboten. Die Retter, die im und am Fluss suchen, versuchen den Fakt, dass es sich um einen Kameraden handelt, auszublenden: „Wir haben einen Auftrag. Wer die vermisste Person ist, hat nebensächlich zu sein“, so Einsatzleiter Hinrichs.

Wieso genau der Feuerwehrmann untergegangen ist, blieb gestern unklar. „Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen“, so Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums. Die Warnow ist bei Kessin bis zu viereinhalb Meter tief. Das Wasser hat derzeit 21 Grad. Zeugen berichten, der Mann habe plötzlich zu strampeln angefangen. Das deutet auf akute gesundheitliche Probleme hin.

Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Von Discofox bis Hip-Hop

Tanzschulen in Doberan und Kröpelin freuen sich über regen Zulauf / Erstmals Kurse im Kornhaus