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O’zapft is! In Groß Stove öffnet Harry’s Milchtankstelle

Groß Stove O’zapft is! In Groß Stove öffnet Harry’s Milchtankstelle

Landwirt Harmen Jan Weijs vermarktet ab 17. Juni frische Rohmilch auf seinem Hof. Kunden können dann rund um die Uhr am Automaten tanken.

Groß Stove. Die Schwarzbunten schauen aus dem Stall direkt in Harry’s Milchtankstelle. Hier fließt also ihre Milch künftig aus einem Automaten. Ab Sonnabend können Kunden rund um die Uhr frische Milch zapfen und dabei die gute Landluft einatmen.

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Landwirt Harmen Jan Weijs vermarktet ab 17. Juni frische Rohmilch auf seinem Hof. Kunden können dann rund um die Uhr am Automaten tanken.

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Harmen Jan Weijs, Besitzer des Milchviehbetriebes in Groß Stove, hat auf seinem Hof einen kleinen Raum eingerichtet und einen Automaten aufgestellt, den er täglich mit 150 Liter frisch-gekühlter Rohmilch befüllt. 280 Holstein-Friesian-Rinder hält der Landwirt, die jährlich rund drei Millionen Liter Milch geben. Seit 2000 betreibt der Holländer in Groß Stove Viehwirtschaft, 2010 hat er einen hellen und luftigen Hightech-Kuhstall gebaut, eine „Wellness-Oase“ für seine Milchkühe.

Die können an vier Melkrobotern ihre Euter leeren. Zwei bis fünf mal täglich machen sie sich auf den Weg, denn im Automaten locken vier Kilogramm Kraftfutter, die es zusätzlich zur Tagesration für jede Kuh gibt. Die Milch liefert Weijs an die Molkerei Bützow. 32 Cent bekommt er für einen Liter Milch. „Zehn Cent mehr als vor einem Jahr“, sagt der Milchbauer. Doch noch immer zu wenig, um vernünftig wirtschaften zu können. „Etwa 40 Cent je Liter, dann könnten die Betriebe davon leben“, sagt Weijs.

Mit der Direktvermarktung wagt sich der Landwirt nun in eine neue Nische. Er eröffnet die dritte Milchtankstelle im Landkreis Rostock. Seit 2015 gibt es auf dem Hof von Brit und Frank Jager in Neu Broderstorf eine Zapfsäule. Im gleichen Jahr hat auch Landwirt Iman Geluk direkt vor seinem Gehöft in Stäbelow eine Milchtanke eröffnet. In beiden Betrieben ist die euterfrische Rohmilch aus dem Automaten sehr gefragt. Das stimmt den Dritten im Bunde optimistisch. „Mal sehen wie es läuft“, meint Weijs noch vorsichtig. Aber die ersten Kunden hätten sich schon angekündigt. „Die Kollegen von der Kanalreinigungsfirma Uniroka hier gleich nebenan haben schon gesagt, dass sie ihre Milch für den Kaffee immer frisch zapfen wollen.“

Einen Euro kostet der Liter an Harry’s Milchtankstelle. „Für zwei Euro können die Kunden eine Flasche erwerben, die sie dann immer wieder neu befüllen können“, erklärt Lebensgefährtin Martina Bartels, die den Automaten betreut. Der 150-Liter-Tank werde jeden Tag gereinigt und desinfiziert. Die frische Rohmilch werde im Tank gekühlt und regelmäßig gerührt. „Der Kunde drückt nur auf den Knopf, bis das Gefäß voll ist. Auch eine Tasse Milch ist möglich, Restgeld gibt’s zurück“, sagt Martina Bartels. Vor dem Verzehr soll die Milch abgekocht werden. „Doch sie schmeckt immer noch ganz anders, als die pasteurisierte aus dem Supermarkt“, betont der Bauer, der täglich den weißen Saft seiner Schwarzbunten genießt.

Am Sonnabend, dem 17. Juni, um 9 Uhr, öffnet die neue Milchtankstelle auf dem Gutshof in Groß Stove. Künstler haben die Hausfassade in eine bunte Wiese verwandelt, die zum Betreten einlädt. Kühe und Kälbchen schauen zu.

20 Milchzapfsäulen in MV

Das Netz der Milchtankstellen wird dichter. Im Landkreis Rostock gibt es derzeit drei – in Neu Broderstorf, Stäbelow und Groß Stove. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Schätzung des Landesbauernverbandes etwa 20 Zapfsäulen für Milch. In Österreich und in der Schweiz, aber auch in den alten Bundesländern ist die Direktvermarktung vom Hof längst weit verbreitet: Mehr als 50 Milchtankstellen gibt es beispielsweise in Schleswig-Holstein. Den Bauern sichert diese Direktvermarktung einen fairen Preis für ihr Produkt, und die Kunden bekommen Milch in einer Qualität und Frische, die der Supermarkt nicht bieten kann.

Doris Kesselring

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